»Wünsch Dir was!«

Männlich. Alt. Weiß. Hetero. Täter.

In Staffel 3, Folge 2 der ersten HBO‐Qualitäts‐Gefängnis‐Serie »Oz« (die man hierzulande häufig ignoriert) aus den Jahren 1997–2003, sehen wir eine aggressive Gefängniswärterin, die wegen einer Sex‐Affäre mit dem Gefängnisleiter ihn beschimpft und schlägt. Im weiteren Verlauf der nächsten Staffeln benutzt und erpresst sie einen männlichen Insassen für ihre sexuellen Bedürfnisse. Auch viele andere Szenen, Handlungen und Charaktere werden in »Oz« schonungslos dargestellt. Frauen sind hier eben auch Täterinnen. Unter anderem gibt es auch eine weibliche Mörderin, die ihre Kinder umgebracht hat und im Todestrakt sitzt. Vermeintlich authentischer, brutaler und ungeschönter (US-)Gefängnisalltag eben. Jenseits von feministischer SJW‐Gender‐Ideologie.

Es ist mehr als fraglich, ob im öffentlichen Diskurs‐Alltag des Jahres 2019 solch eine Serie überhaupt eine Chance hätte. Stattdessen sehen wir heute eine Vielzahl an (absurderweise auch historisch angelegten) Filmen und Serien bei denen es starke Frauencharaktere (bis hin zu Mary Sue) zu bewundern gibt: »der Name der Rose«, »Warrior«, »Mayans MC«, »Peaky Blinders«, »Vikings«, »Gomorrha« und viele, viele mehr. Ob Frauen früher und damals -bzw. in starken Männerdomänen wie der organisierten Kriminalität‐ nicht in vielerlei Hinsicht wohl eher unterdrückt werden und wurden, wird selten thematisiert. Denn sie wollen nicht sehen, wie es wirklich war, sondern wie sie es gerne hätten. Ist das der Sozialkonstruktivismus, von dem alle reden? :SHOCK:


Genderqueersuperwoman in Rom
Der US‐Gefängnis‐Industrie‐Komplex

Ein Gedanke zu “»Wünsch Dir was!«

  1. Bei historischen Szenarien, finde ich in zwischen, ist das ein zweischneidiges Schwert. Ich denke, die Annahme, dass Frauen bis in das letzte Jahrhundert hinein keine Form von sozialer Mitbestimmung in 2000 Jahren christlich‐geprägter Geschichte hatten, die ist genauso überschätzt und unrealistisch wie die Schönmalerei dieser Tage, die in den Werdegang bekannt gewordener erfolgreicher vor dem 20. Jahrhundert überall amerikansichen Feminismus hineinreden will (der erst nach dem 2. Wk dort entstand). Nur so zur Anmerkung: Bis der gewöhnliche nicht‐adelige Mann Mitbestimmung in politischen und gesellschaftlich größer angelegten Dingen hatte, dafür mussten auch ein und ein dreiviertel bis fast zwei ganze Jahrtausende nach Christus vergehen.
    In dieser Hinsicht sind die Loslösung von »Stand« per Geburt allgemein noch relativ neu (und sie ist nach wie vor unter konstanter Bedrohung, wieder verloren zu gehen).

    Was natürlich die Charakterdarstellung in der Fiktion in diesen Tagen angeht, da pflichte ich bei. Wie würde man es offen ausdrücken? »Die haben einen ganz schönen Stock im Arsch«. Charaktere werden nicht mehr danach entwickelt wie es ihrem Autor einfällt, sie werden nach vordefinierten Schablonen von Gut und Böse angefertigt, und das soll am Ende unterhalten oder dem Zuschauer etwas sagen. Das ist in etwa so platt wie die Freunde der Flat Earth Society.
    Schlimm nur, dass scheinbar das Kinopublikum in den USA darauf abfährt, denn, dass diese Nonsens‐Produktionen genau das Einspielergebnis bekommen, welches sie aufgrund ihrer seitweichen Untrhaltung verdienen würden, passiert ja gerade nicht. Jedes Mal spielen die ihre Kosten wieder ein bzw. machen sogar noch Gewinn damit. Also — kein Grund für die Filmindustrie, auf andere Pferde zu setzen und diesem SJW‐Kram in ihren Filmen abzuschwören.

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