Smombie City

Ich könnte dieses Bild hier jeden Tag veröffentlichen. Ob es einen Unterschied machen würde? Vermutlich nicht. Ist doch eh alles halb so wild, nicht wahr? Immer diese Kulturpessimisten! Das ist eben modern so! :JAJA: Dennoch: wenn ich das täglich in Bus und Bahn sehe, muss ich an viele dystopische Romane und Filme denken...aber auch das: wen interessierts? :)

15 Gedanken zu “Smombie City

  1. Ich glaube, es ist eine große Leere, die wir versuchen zu füllen...
    Der Wunsch nach Verbindung, gewachsener Gemeinschaft, die wir in unserer Vereinzelung nicht mehr aufbauen können. Wenn ich mal raten soll.

    Auf jeden Fall schön, daß ich nicht der einzige bin, der es unheimlich findet. Ich fühl mich da manchmal so, als würden mich alle aus grün leuchtenden Augen anstarren (:

    Ich besitze kein Smartphone, teilweise auch, weil ich weiß, daß es mich ebenso aufsaugen würde. Und weil ich es funktional EINFACH NICHT BENÖTIGE.

  2. @L´Andratté

    Funktional. Exakt! Ein Handy kann niemals mit einem richtigen Home‐PC mithalten. In allen Punkten! Außer eben der Mobilität.

    @Matthias Eberling

    Das »Zeitungs‐Argument« war beim ersten Mal schon krumm und schief und ist es jetzt immer noch. Es verharmlost die Totalität des smartphones. Es gibt faktisch keinen -ich wiederhole: keinen‐ Lebensraum mehr ohne diese Dinger. Auf Konzerten, im Kino, im Schwimmbad, im Theater, in der Schule, im Park, in Bus/Bahn — überall! Zeitung ist dagegen Kindergarten. Hinzu kommen, die noch immer nicht erforschten (Warum wohl?) Folgen exzessiven smartphone‐Konsums. Beispiel: Schlaflosigkeit.

    @Sol Roth

    Den Eindruck bekommt man wirklich! Auf einer Elternabend‐Veranstaltung meinte eine Medienpädagogin sinngemäß, dass man sich vor den smartphones ja nicht mehr verschließen könnte. Doch! Kann man! Verdammt! :JAJA:

    Offline ist das neue Bio.

  3. @Epikur:
    »Hinzu kommen, die noch immer nicht erforschten (Warum wohl?) Folgen exzessiven smartphone‐Konsums.«
    Die Folgen sind sehr wohl erforscht, nur traut sich niemand daran, dass auch öffentlich zu machen.
    Ich empfehle den Vortrag der Humanbiologin Prof. Dr. G. Teuchert‐Noodt bei den 30. Pleisweiler Gesprächen der Nachdenkseiten.
    Ist auf YouTube und dauert ca. 1 Stunde.
    Aber ähnlich wie Professor Mausfeld musste die Frau Teuchert‐Noodt wohl auch erst auf den Ruhestand warten, bevor man an die Öffentlichkeit gehen konnte.
    Das Gebiet scheint schwer vermint.
    Nach diesem Vortrag bekam die irgendwo mal gelesene Behauptung, dass Bill Gates und Steve Jobs ihren Kindern Elektronik vor Ende der Pubertät untersagt hätten, ein ganz neues Gewicht.

  4. @BerndH60
    Hab’s interessehalber mal angesehen.
    Okay, muss dazu sagen, hatte dazu schon Vorbildung... Wusste das alles lediglich nicht so sehr im Detail. Die Grundprinzipien waren aber schon bekannt.
    Wenn man es ein wenig versteht, da tun sich eine Menge Fragen oder aufdrängende Erkenntnisse auf wie das so mit Dingen wie z. B. Lese‐Rechtschreib‐Schwäche ist. Wer das Huhn ist und wer das Ei.
    Auch bei solchen umstrittenen Themengebieten wie »wie kommen geistige Fähigkeiten ins Geschlecht« (ich drücke es mal so aus) ist’s mit etwas Vorstellungskraft hilfreich.
    Speziell für Leute mit mentalen Schwierigkeiten ist sollte das Themengebiet Pflicht sein.

  5. Das Phänomen mal nett illustriert. Okay, ich geb’s zu, auch ich daddel gern auf dem smarten Phone rum. Als das Teil mal in die Reparatur musste und ich auf einen Uraltknochen zurückgeworfen war, der nur Telefon und SMS konnte, war das erst schon arg komisch. Aber man konnte sich dran gewöhnen. Muss daran liegen, dass ich mit ›Sozialen‹ Netzwerken so gar nix am Hut habe.

  6. Ärgerlich ist nicht das Starren auf das Phone, ärgerlich sind die Geräusche. Die lautstarken Unterhaltungen, das Klingeln, die teilweise dröhnende Musik — und das morgens um sechs.

    Ich versuche auch nicht mich mit meinem Nachbarn zu unterhalten, ich lese Buch. So gesehen ist auch mein Kopf gesenkt. Bin ich deshalb ein Boombie?

  7. allerdings sollte man beachten, dass vor (gar nicht allzu?) langer langer Zeit die Menschen in Bahnen ebenso zombieesk nebeneinander saßen, weil sie lieber die Zeitung gelesen haben.
    Das Kino, oder Lichtspielhaus oder eben eine frühere Namensgebung, wurde ebenso als sittenwidrig und gefährlich für die Jugend abgetan.
    Ich will damit keine Bewertung vornehmen, sondern lediglich das mediale Phänomen in kulturhistorische Zusammenhänge einbinden — letzlich entscheidet der Zugang zur Bildung über den Umgang mit »Neuem«, nicht das »Neue« an sich. Wenn natürlich Ersteres vernachlässigt wird, leidet durch Letzteres oftmals generationsübergreifend eine gesamte Gesellschaft an einem Umbruch, mit dem sie nicht umzugehen verstehen (kann).

    2019 sollten wir endlich versuchen die Chancen, die sich ergeben, zu nutzen und nicht, wie bereits oftmals demonstriert, diese zu verpassen durch biografische Ressentiments und schlussendlich verstreichen zu lassen, um nachträglich korrigierend eingreifen zu »müssen«.

  8. @Mos Stef

    »allerdings sollte man beachten, dass vor (gar nicht allzu?) langer langer Zeit die Menschen in Bahnen ebenso zombieesk nebeneinander saßen, weil sie lieber die Zeitung gelesen haben.«

    Soll ich jetzt meinen Kommentar wiederholen? :WTF: Die Zeitung als Vergleich ist derart absurd, verharmlosend und schief, dass es weh tut. Es geht doch schon lange nicht mehr nur um Bus und Bahn, sondern um ALLE Lebensräume.

    @Musil

    »Ärgerlich ist nicht das Starren auf das Phone, ärgerlich sind die Geräusche. Die lautstarken Unterhaltungen, das Klingeln, die teilweise dröhnende Musik — und das morgens um sechs.«

    Aber die Zeitung knistert auch laut! :KICHER:

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