»Arbeitsplätze!«

»Der Kapitalismus trägt den Krieg in sich wie die Wolke den Regen.»
Jean Jaurès (1859−1914)

  • Wir beliefern Steinzeit‐Diktaturen mit hochmodernen Waffen, aber wir schaffen doch Arbeitsplätze!
  • Wir zerstören die Umwelt und vernichten unsere Existenzgrundlagen, aber wir schaffen doch Arbeitsplätze!
  • Wir produzieren systematisch depressive und ausgebrannte Menschen, aber wir schaffen doch Arbeitsplätze!
  • Wir produzieren auf der ganzen Welt Müllberge, aber wir schaffen doch Arbeitsplätze!
  • Wir verkaufen auf der ganzen Welt Gift, aber wir schaffen doch Arbeitsplätze!
  • Wir verdienen an Krankheit und Tod, aber wir schaffen doch Arbeitsplätze!

A‐R‐B‐E‐I‐T‐S‐P‐L‐Ä‐T‐Z‐E.

6 Gedanken zu “»Arbeitsplätze!«

  1. Ich baue keine SUVs, keine AKWs, keine Braunkohlekraftwerke und Textilfabriken in Bangladesh, insofern schließe ich mich von dem WIR aus. Stattdessen wäre ein SIE passender.

  2. Wer das Ganze (etwas humoristisch aufgearbeitet) hören möchte, dem sei ein beliebiges Programm von Urban Priol empfohlen.

  3. @altautonomer

    Ja und Nein. Millionen Menschen arbeiten in den entsprechenden Industrien und in den Zuliefererdiensten oder angehängten (Sub-)Unternehmen. Insofern: auch ein »Wir« ist hier nicht ganz falsch.

    @Juri Nello

    Ja, auch Serdar Somuncu oder Volker Pispers sind hier zu empfehlen.

    Mein Eindruck ist allerdings, dass der satirische Zugang den ganzen Dreck leichter verdaulich macht. So kann man anschließend wieder besser zur Tagesordnung übergehen.

  4. Wenn ich mal des Teufels Advokat sein darf:

    Naja, auch du bedienst dich hin und wieder des Humors, um deine Botschaften rüberzubringen. Auch wenn du eher mit dem Skalpell, denn dem Holzhammer arbeitest.

    Und da deine ganzen Leser nach dem Lesen deines Blogs nicht gleich ihren (biederen) Job und ihre schnieke Wohnung kündigen und sich von ihrer Familie verabschieden, um sich voll und ganz der anti‐kapitalistischen Weltrevolution zu verschreiben, wäre ich mit »Verdaulichkeit« und dem »Übergang zur Tagesordnung« etwas vorsichtiger. Vor allem, wenn man selber im Hamsterrad der Lohnarbeit »funktioniert« und auch deshalb nur relativ wenig Zeit für seine Mitmenschen erübrigen kann...

    Warum grade aus der linken Bloggerszene immer wieder diese blödsinnige »Luxus‐Kritik« am politischen Kabarett kommen muss, werde ich wohl nie verstehen. Klar, Hildebrandt, Schramm, Pispers und Co. waren all die Jahre auch nur Agenten des Neoliberalismus, um die wenigstens annähernd kritisch denkenden Leute einzulullen und sie von der »Revolution« abzuhalten...

    Huch, war das jetzt auch schon Kabarett...!? :P

  5. Alles dient dazu, den Volkszorn abzufangen, zu kanalisieren und verpuffen zu lassen. Egal ob Kabarett, Netflix, Parteien oder die politische Hoffnungslosigkeit.
    Habe mir die erwähnten Herren bei YouTube reingezogen. Was Pispers z. B. über den Irakkrieg und seine Entstehung vom Stapel lässt, ist alles wahr und insgesamt beeindruckend vorgetragen. Aber was ändert es? Wenn Pispers so den Durchblick hat, warum ändert er es nicht?
    Wenn ich Schramm, Priol und all die anderen sehe, bleibt mir ziemlich schnell das Lachen im Halse stecken. Wie kann man da noch lachen? Wie kann es sein, dass das versammelte Publikum nicht geschlossen zu den Waffen greift und die Revolution startet?
    Mein Ausflug ins politische Kabarett war kurz und intensiv. Ich habe genug davon. Gerade wer so Bescheid weiß, hätte die Verantwortung, mehr zu tun als bloß rumzureden und sein Geld damit zu verdienen. Über »unsere« Probleme habe ich schon unzählige Witze gehört. Von irgendwelchen Lösungen habe ich noch nie etwas gehört.

  6. Alles dient dazu, den Volkszorn abzufangen, zu kanalisieren und verpuffen zu lassen. Egal ob Kabarett, Netflix, Parteien oder die politische Hoffnungslosigkeit.

    Und? Mit deinem Kommentar in einem Blog hast du deinem Ärger ja auch nur ein wenig Luft verschafft. Man könnte ja auf den diabolischen Gedanken kommen, Blogs dienten letztlich auch wieder nur dazu, »den Volkszorn abzufangen«...!? Jaha, epikur — jetzt bist du enttarnt...!

    Was das »Lachen« betrifft — seh ich nicht so. Ich finde es sogar absurd. Denn die meisten Leute haben von dem, was Pispers, Schramm oder Hildebrandt thematisiert haben, nicht die geringste Ahnung. Die würden die Pointe gar nicht verstehen. Ohne meinen Sarkasmus und Zynismus (und der beinhaltet auch das Lachen über absurde Zustände) wär ich jedenfalls gar nicht mehr lebensfähig...

    Aber ja, macht weiter damit, an allen Leuten, die wenigstens annähernd zu kritischem Denken fähig sind irgendwas zu suchen, an dem ihr wieder rummäkeln könnt... :P Aber dann von der deus ex machina träumen...

    DAS ist für mich Real‐Satire. Und eine ziemlich traurige, über die ich jedenfalls nicht mehr lachen kann.

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