Zum Thema Sexismus

gesehen und fotografiert am 28. Januar 2016 in Berlin, an einer großen Hauptstraße.

Und weil es so schön ist:

gesehen und fotografiert am 16. November 2017 in Berlin

gesehen und fotografiert am 16. November 2017 in Berlin

Sexismus ist ein Instrument für Vertrieb, Marketing und Werbung. Darüber hinaus erfüllt die öffentliche Debatte derzeit primär zwei Herrschaftsprinzipien: Teile und Herrsche sowie Ablenkung. Wir sind immer noch extrem oversexed, aber underfucked. Ich bin jedenfalls kein Befürworter für die Spaltung der Geschlechter. Wem, außer Dating‐Portalen, bringt das was?

9 Gedanken zu “Zum Thema Sexismus

  1. Natürlich wird auch hier wieder nur die arme diskriminierte Frau gesehen, dennoch wäre es ein Fehler, dem Feminismus nachzueifern und die gleichen engstirnigen Regeln auch für die männliche Seite einzufordern.
    Werbung ist nichts, was mir besonders sympathisch ist, aber wenn sie unbedingt mit gezeigter Haut verkaufen wollen, bitte sehr.
    Es gab Zeiten, da haben sie sich darüber aufgeregt, wenn eine Frau einen Rock auf Kniehöhe trägt, und es war nicht zuletzt die Frauenbewegung, die dem ein Ende bereitet hat.
    Ein echter Treppenwitz, wenn man sich den heutigen Feminismus ansieht.

  2. Joa, ich kann über das, was man gemeinhin als »Sexismus« bezeichnet inzw. auch nur noch bestenfalls müde lächeln. Vor allem, weil es so vollkommen einseitig und beliebig ist...!

    Ob z. B. der Griff an den Hintern in der Disco, im Karneval oder auf dem Oktoberfest dann »sexistisch« ist, hängt auch immer davon ab, ob der Angepackte(!) die Anpackerin sexy findet — oder nicht... ;)

    Für mich ist das ständige durchs‐Dorf‐treiben vermeintlich »sexistischer« Verfehlungen eigentlich nur ein weiteres Anzeichen der verlogenen Hybris, in welcher vor allem die westlichen Gesellschaften gegenwärtig vor sich hinschmoren. Das hat sich zum Selbstzweck entwickelt: man kreiert einen Strohmann — und kloppt auf den dann drauf; vor allem, um divide et impera zu spielen. Da leben wir inmitten eines Systems, in welchem überall möglichst universelle sexuelle Freizügigkeit gepredigt, nackte Haut (ausdrücklich nicht nur in der Werbung), »Sex sells« und auch Prostitution inzw. als »normaler Beruf« vollkommen akzeptiert sind — und auf der anderen Seite wird dann ein mit Stacheldraht umzäuntes Minenfeld namens »Sexismus« kreiert. Durch welches sich die Leute dann gegenseitig durchschubsen... Immer unter der absurden Grundannahme, es gäbe zwischen Männern und Frauen keine Unterschiede. Und das muss man im Einzelfall noch nichtmal am Geschlecht festmachen; ja — das ist eigentlich die Ironie: Die, die bei jedem Scheiß inzwischen »Sexismus« schreien — sind die größten Sexisten überhaupt!

    Richtig putzig find ich ja, dass in dem ganzen Wahn gleichgeschlechtlicher »Sexismus« (ob nun unter Heteros oder Homos) vollkommen ausgeblendet wird. Grade das ist für mich der beste Beweis dafür, dass die ganze Show wirklich nur als Spaltkeil zwischen Weiblein und Männlein dienen soll!

    Tja, da fällt mir ein »Herrenwitz« von Hugo‐Egon‐Balder ein, als er in Torsten Sträters »Männerhaushalt« zu Gast war: »Warum darf sich die Dame auf dem Schachbrett in alle Richtungen bewegen? Weil das Brett so aussieht wie ein Küchenboden!« :) :P

  3. Selten ein Thema unter Linken erlebt, das dermaßen an der Realität vorbeigeht. Da können einem die Männer als wehrlose, den übergriffigen notgeilen Emanzen ausgelieferte Opfer ja schon fast leid tun.

    Verglichen mit der Massentierhalung verläuft hier der Diskurs folgendermaßen: Jährlich werden in .de mehrere Mio. Nutztiere zum Verfressen getötet. Nun kommen aber einige kluge Experten für betreute Dialektik daher und sagen: »Aber Tier töten doch auch Menschen! Wie viele nichtsahnende, unschuldige Zeitgenossen werden alljährlich von Kampfhunden, Haien, Bienen, Giftschlangen, Krokodilen, Grizzlys und im Extremfall sogar von hinterlistigen Killerkühen beim Lustwandeln in den Alpen dahingerafft? Das muss doch auch mal in den Focus gerückt werden, sonst wird das Ganze doch eine sehr einseitig ideologisch vegan gefärbte Debatte. «

  4. Lieber Altauto, mir ist schon ein paar mal aufgefallen wie du Stellung für das arme, geknechtete, ständig missbrauchte, Weiblein beziehst. O.K. weens chee macht. Doch in meiner Erlebniswelt und nach der Sozialisierung einer alleinstehenden, beinharten, Mutter teile ich dein Gentlemanlikes Verhalten nicht. Habe selber eine 25 J Tochter und wenn der oder meiner ebenfalls beinharten Frau einer ungebührlich, zu nahe treten sollte, würden ich dem oder derjenigen raten schnellsten das Weite zu suchen. Ansonsten mind. ein Fieldgoal direkt zw. den Beinen angesiedelt. In der Großreederei in der ich tätig bin, werden viel zu oft, die mit ohne, bevorzugt (durch Kerle) welches mir gewaltig auf den Zeiger geht.
    Vor allen Dingen wenn es heißt Eignung, Leistung und Befähigung (& Bedarf).
    In meiner Welt sind wir alle gleichberechtigt, mit allem Für und Wieder, keine Extrawürste für Niemanden, der selbst für sich einstehen will und kann.

  5. Fluchtwagenfahrer: »In meiner Welt sind wir alle gleichberechtigt, mit allem Für und Wieder, keine Extrawürste für Niemanden, der selbst für sich einstehen will und kann.«

    Wie heißt der Planet.

    Es geht auch nicht um gentelmanlikes Verhalten, sondern um das Benennen realer Machtverhältnisse, und eines davon ist nun mal das Patriarchat. Geduldig wird mir, wie oben von Dir, in den Kommentaren erklärt, dass ich dem “Genderwahn” verfallen sei und ich wurde auch schon als “Frauenversteher” bezeichnet. Wenn “jemanden zu verstehen” zur Charakterschwäche wird, weiss man wohl, dass man es mit einer Kultur zu tun hat, die Frauen‐ und Menschenrechte zu schätzen weiss. (Ironie aus.)

    Beispiele von weiblichen Übergriffen auf mich könnte ich auch anführen. Es ist immer wieder der vergleichbare Einzelfall‐Einwand, dass ja jeder einen kennt, der trotz 40 Zigaretten nebst einer Flasche Korn am Tag 91 Jahre alt wurde. Das hat aber keinen Einfluss auf die Statistik.

    Diese Argumentation ist aber auch nicht insoweit zielführend, dass Männer die zigtausendfach als Täter identifiziert sind, sich endlich als Idioten sehen. Es ist, ein gesellschaftlichen Phänomen.

  6. » Patriarchat bedeutet nicht »Männerherrschaft«, sondern »Vaterherrschaft«; das ist ein Unterschied. Vaterherrschaft ist auch nicht das Gegenteil von Matriarchat.

    Um dem Begriff Patriarchat zu erfassen, schauen wir als zuerst einmal in das Herkunftswörterbuch: ...

    ... Meine Frage an Sie: Inwiefern tragen Sie persönlich das patriarchale System mit?
    Männer und Frauen unterstützen das Patriarchat, sonst hätten wir keins. Frauen meinen häufig, sie wären nicht beteiligt und fühlen sich als Opfer der Männer. Hier geht es nicht um Männer — ich rede nicht von Ihrem Bruder, Sohn, Neffen, Cousin, und schon gar nicht von ihrem Ehemann oder Partner.

    Ich rede vom »Vaterkonzept«. Inwieweit leisten erwachsene Menschen den Vätern Gehorsam, ohne dass diese überhaupt ihre Wünsche signalisieren müssen?
    Die meisten haben es so gelernt, hinterfragen es nicht und geben es an die nächste Generation weiter — auch diejenigen, die keine eigenen Kinder haben. «

    Quelle und ganzer Text: http://matriarchat.info/grundlagen/begriff-patriarchat.html

  7. Moin Altauto,
    zur ersten Frage: Wie heißt der Planet.
    »Erde«. Ich kann nur diese mit meinem Handeln (hoffentlich zum besseren) verändern.
    Die Gleichberechtigung (auch der Frau) ist gesetzlich verankert.
    Sie macht Sinn, also handel ich danach. Wenn du dir das Attribut Frauenverstehen, Genderhansel etc. anziehst und der Schuh passt, dann ist ja alles O.K., ich kann damit leben. Ich habe dich nie so genannt. Mir fiel nur auf, das du sehr schnell in die Bresche springst, wenn es um die das »armen, geknechteten, ständig missbrauchten, Weiblein« ging. Ist wohl so ein Triggerding bei dir. Geht mir bei anderen Themen auch manchmal so. Empathie halte ich gerade in heutiger Zeit für eine der wichtigsten Eigenschaften, vielleicht sogar die wichtigste Eigenschaft überhaupt die man(n) entwickeln, lernen, besitzen muss. Also wäre ich ein Tor dir dieses vorzuwerfen. Nur der ganze Opfer/‐Minderheitenhype, dieses ständige MIMIMIMI geht mir so was von auf den Sack. Wir sind hier nicht aufm Ponyhof, das Leben ist hart und bedeutet Kampf.
    Bitte mal die Komfortzone verlassen, Vollkaskomentalität abschalten und selber aus dem Arsch kommen.
    Es gibt deutlich schwerwiegendere Themen, die unseren Alltag massiv zum Schlechten haben werden lassen, da wird auch viel Energie/Engagement benötigt und die gilt es nicht unnötig, auf z. T. sinnlosen Nebenkriegsschauplätzen zu verpulvern.
    Wenn du schon mit Mathe kommst:
    »dass Männer die zigtausendfach als Täter identifiziert sind«
    Two Points:
    Rechtskräftig verurteilt?
    Sind prozentual von DEU,USA der Weltbevölkerung wieviele?

    Zum Schluß noch nen Anekdötchen:
    Ich schmeiß 99 Cent auf den Boden und sage zur/m xxxxx:
    Such den Euro.
    Während der/die/das sucht, widme ich mich ...........

  8. Tja Fluchti: Schwerwiegende Themen contra Nebenkriegsschauplätze. Diese Argumentation kenne ich seit ich in Kleinbloggersdorf vorbeischaue. Es gibt in meinen Augen aber keine Themen‐ bzw. Problemhierarchie.

    Wer meint, dem größeren Ganzen zu dienen und damit auch meine Interessen zu vertreten, dem schlägt meine ganze Skepsis ins Gesicht. Es ist meine feste Überzeugung, dass der einzige Weg der ist, bei seinen eigenen Interessen anzufangen und sich dann mit anderen zu organisieren – nicht zuallererst in strömungsübergreifenden Bündnissen, sondern dort wo einem der eigene Schuh drückt – und abseits zentralistischer Organisationen. Wir brauchen keine Blog‐Kasper, Paternalisten und Abholer, die uns vormachen wie wir zu denken haben. So sind denn auch meine Gastbeiträge nichts anderes als Ausdruck meiner selbst und keine Anleitung zum Denken, wie sich viele andere Blogs verstehen.

    Solidarität mit den Opfern einer unterdrückten Mehrheit (Frauen) ist daher für mich als Triple‐Opression‐Sozialisierter eine aus Erkenntnis gewonnene Selbstverständlichkeit, keine Anbiederei..

  9. Moin Altauto,
    schade, würde das u.a. zu gerne mit dir diskutieren, aber ich befürchte das wir dann die ganze Nummer hier kapern.
    p.s. da kann ich über :) )
    Quarter‐Oppression‐Sozialisierter
    white‐hete‐aus sozial schwacher Familie‐Fleischfresser

    LG

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