Marketing ist...

...wenn man nicht mehr von einer Rolltreppe zur nächsten laufen kann, sondern immer erst durch den halben Laden rennen muss, weil sie absichtlich so gebaut wurden, dass man weder schnell nach oben, noch schnell wieder nach unten fahren kann.

...wenn still und leise aus einer 500 Gramm Packung 400 Gramm gemacht werden und dann einige Zeit später mit einer 450 Gramm Tüte großflächig geworben wird: »Jetzt 50 Gramm gratis!«

...wenn aktuelle Videospiele nur noch einen einzigen Speicherstand (Savegame) zu lassen, der immer wieder überschrieben wird. Damit auch ja nicht, der Bruder, die Schwester, der Nachbar oder der Freund auf die Idee kommen, das Spiel zu spielen, ohne es gleich komplett neu zu kaufen oder zu warten, bis man es durch gezockt hat.

Schließlich haben tolle Marketing‐Studien‐Umfragen‐Erhebungen gezeigt, dass man mit all diesen kundenfeindlichen Methoden mehr Umsatz generieren kann. Marketing ist eine kapitalhurige Pseudo‐Wissenschafts‐Industrie, die hauptsächlich damit beschäftigt ist, uns bestmöglich (!) die ganze Zeit zu belügen und zu betrügen.

6 Gedanken zu “Marketing ist...

  1. Schon mal daran gedacht, das Treppenhaus zu nehmen? Das ist nämlich im Gegensatz zur Rolltreppe dazu gemacht, bestimmte Orte eines Kaufhauses möglichst schnell erreichen zu können – und zu verlassen, siehe Fluchtweg. Die eigene Faulheit und das eigene Anspruchsdenken dem bösen Marketing anzulasten, halte ich für ebenso überzogen wie kindisch.

  2. @Jan Minnesänger

    Ich bin ein durchaus bescheidener Mensch und bewege mich viel. Aber danke für den unangebrachten Vorwurf.

    Es ist nur so, dass die Rolltreppen vor gut 10 Jahren eben so gebaut wurden, dass man direkt von der ersten bis zur höchsten Etage in einem Rutsch »gehen« konnte. Nun muss man jedes mal den halben Laden zur nächsten Rolltreppe durchqueren. Sie wurden also absichtlich umgebaut, damit man gezwungen ist durch den Laden zu laufen. Das ist weder Zufall oder ein Versehen, sondern Marketing.

  3. Hm... Das mit den Spielständen ist mir so noch nicht aufgefallen, liegt wohl aber auch daran, dass ich nicht zu deren Käuferschicht gehöre — nicht das konsumiere, was die Industrie auf den Markt wirft. Das Letzte, was mal interessant war, war Wasteland 2, aber nachdem selbst bei der physischen Version im Kleingedruckten Steam‐Pflicht zu lesen war, war der Ofen aus und das Portmonee zu. Zeug aus den 90er Jahren und alte Konsolenspiele brauchen zwar manchmal etwas Hilfe, die auch nicht immer ganz legal ist, aber dafür funktioniert es wenigstens so wie es soll. Bei PS2‐Spielen muss man ohnehin die Frage stellen: Werden die in ihren Originalversionen irgendwann überhaupt noch auf irgendetwas anderem laufen als einem Emulator? Bei dem Abwärtssupport, den Sony anbietet, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis man damit nichts mehr anfangen kann, weil die Konsolen irgendwann das Zeitliche segnen und alle nachfolgenden das nicht mehr von Haus aus anbieten. Auf ihre veränderten Download‐HD‐Versionen angewiesen bleiben.

  4. Die Verzögerung bietet Dir die Gelegenheit, die Kaufentscheidung noch einmal zu überdenken. Wenn du mit Kaufabsicht aus dem Haus gehst, ist der größte Teil des Marketings schon erfolgreich abgeschlossen. Erzwungene Umwege sind nur ein eher lächerlicher Versuch, auch noch das letzte Quentchen Kaufkraft auszunutzen. Sozusagen Fracking für den Einzelhandel :)

  5. @Jan Minnesänger
    Wie im alltäglichen Leben setzt Widerstand (in diesem Fall in Form von Treppennutzung) jene Form von Vitalität voraus, die alten und/oder kranken Menschen abgeht. Jene können sich dieser Belästigung in Form permanenter Manipulationsversuchen nicht entziehen.
    Da die Befriedigung von Bedürfnissen nur durch Konsum möglich ist, ist ein Kaufhausbesuch ein im Grunde bedingt freiwilliger, sondern vielmehr unumgänglicher Akt.
    Das alltägliche Leben lässt sich demnach gut auf das Kaufhaus herunterbrechen.

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