Die Meinungsfreiheit, die sie meinen

"Ja, wir Journalisten haben Russland unfair behandelt" (mehr als 900 Kommentare; viele zensiert). Kolumne von Jochen Bittner. Zeit.de vom 13. Oktober 2016

Ja, wir Journalisten haben Russland unfair behandelt“ (mehr als 900 Kommentare; viele zensiert). Kolumne von Jochen Bittner. Zeit.de vom 13. Oktober 2016

Anmerkung: Wer die NATO‐Versteher Jochen Bittner und Josef Joffe auf ihre transatlantischen Netzwerke und somit auf ihre Parteilichkeit hinweist, wird zensiert. Wer die USA und die NATO kritisiert gilt wahlweise als Putin‐Troll, Antiamerikaner, Populist, Verschwörungstheoretiker oder Antisemit. Und nein, im Syrien‐Krieg gibt es keine Guten. Jeder, der andere Menschen tötet, ist böse.

11 Gedanken zu “Die Meinungsfreiheit, die sie meinen

  1. »Wer die USA und die NATO kritisiert gilt wahlweise als Putin‐Troll, Antiamerikaner, Populist, Verschwörungstheoretiker oder Antisemit.«
    So etwas nenne ich offene Gesellschaft, weil eine Auswahl aus mehreren Möglichkeiten besteht.

  2. Ich hab irgendwann den Entschluss gefasst, dass ich generell Medien, die die Kommentarfunktion abschalten oder willkürlich zensieren grundsätzlich meide. Auch Foren hab ich schon verlassen, nachdem man willkürlich politisch ungenehme Meinungen einfach in den Müllkorb entsorgte...

    Aber das ist sie halt nun einmal: die brechreizerregende Doppelmoral des »westlichen Wertes« namens »freie Meinungsäußerung«...! Eine unfreie Presse kann nunmal keine freie Meinungsäußerung garantieren. Siehe die bekannte Rede von John Swinton. Leider fällt es den Schafen nicht auf; die meinen ja regelm., es hätte was mit vermeintlich unfreier Meinungsäußerung zu tun, wenn man den Dünnpfiff, den sie von sich geben per eigener Meinung zurückweist...

    Die »linke Blog‐ und Kommentatorenszene« betrachtend: Leider haben ja durchaus auch ein paar (meist besonders »linke«...) »Linke« keine grundsätzlichen Probleme mit Zensur bzw. damit, anderen den Mund verbieten zu lassen — nur weil ihnen die abweichende (»unwerte«) Meinung des anderen nicht passt; da wird dann der Blogherr mehr oder minder (kindisch...) zum »Bekenntnis« (»er oder ich!«) aufgefordert...

    Manch Bloggott... pardon... :d Blogherr selbst ist da ja allerdings auch nicht grade sonderlich zimperlich, wenn man sich erdreistet, etwas (beharrlich) anders zu sehen oder zu interpretieren als der Herr selbst...!

  3. Die Zeit ist schon lange eine Instrument der Kriegspropaganda des Westens gegen Russland. Es gab mal eine Zeit, da konnte man an eine einigermaßen ausgewogene Berichterstattung der Zeit glauben — heute ist das nicht mehr der Fall.
    Ich bin selbst aus dem Zeit‐Forum geflogen, weil ich einen ähnlichen Vergleich gezogen hatte. Mir wurde vorgeworfen, daß meine Kommentare zu kontroversen Diskussionen geführt hätten. Ich kann der Zeit nur noch ein sozialverträgliches Ableben wünschen.

  4. Interessant ist, dass auch angeblich »linke« Medien neuerdings einseitige Artikel zum Thema »Brutalisierung der Demokratie« bringen — Man dort allerdings (noch) nicht zensiert.

    Beispiel gefällig?

    Hier:

    »[...]Brutalisierung der Demokratie[...] Autor Michael Klarmann

    http://www.heise.de/tp/artikel/49/49722/1.html

    ...zwei Worte waren es, die neben der Einseitigkeit des Artikels zeigen wie der Autor steht, dank Nachdenkseiten.de weiß ich auch warum die mir bitter aufstossen:

    Herr Klarmann redet von »Sozialneid« und »Pöbeleien«....

    »Der Pöbel« und »die Sozialneider« sind also das Problem, und nicht die Politiker, die angeblich völlig aus dem luftleeren Raum her angegriffen werden....

    Wobei ich die Angriffe jetzt nicht rechtfertigen will, mir geht es nur um die Einseitigkeit des Artikels von Herrn Klarmann, und warum hier die Kommentare zum Artikel sehr wichtig sind, die dem Autor genau dies vorwerfen, da er ja die Ursachen (z.B. die neoliberalen »Reformen« nicht erst seit Schröders Agenda 2010) völlig ausklammert, die zu den Angriffen auf PolitikerInnen führen...

    Zensur wäre hier der falsche Weg.....

    Gruß
    Bernie

  5. Bin zwar seit kurzem bei der »Zeit« als Kommentator registriert, habe aber bis dato noch nicht meinen Senf dazugegeben. Ist an der Zeit (sic!), das mal auszutesten.

  6. @Bernie: Interessanter Artikel sowie Meinungen im TP‐Forum. Das strukturelle Gewalt in Einzelfällen auch Gegengewalt (z. B. gegen das »nur seinen Job machende Frontschwein« z. B. hinter dem Jobcenter‐Schreibtisch...) erzeugt, ist ja nichts Neues. Leider zeigt der Beitrag ja auch exemplarisch, dass strukturelle (stille, verdeckte) Gewalt vom Autor schlicht als Solche nicht wahrgenommen wird. Nennenswerte »Angriffe« auf (prominentere) Politiker sind mir persönlich auch entgangen; da legt man die Latte wohl bewusst sehr niedrig... unser kleiner Gewaltphantast rainer wüsste da bestimmt Bescheid! :P

    Der geäußerten Kritik im Forum kann ich mich da auch weitgehend anschließen. Was ich aber an diesem Punkt dann auch wieder nicht verstehe ist, dass schlicht nicht zur Kenntnis genommen wird, dass es ja immer noch zig Millionen(!) von Menschen sind, die genau diese Parteien / diese Politikrichtung immer und immer wieder wählen. Trotzdem wird darüber fabuliert, dass ja immer mehr Menschen »die Augen öffnen« würden und sich das alles nicht mehr gefallen ließen; man sich »wehren müsse«, notfalls mit...

    Tja — und dann lesen wir in dem Zusammenhang heute u. a. von einem durchgeknallten Waffennarren, der einen Polizisten (ein anderes, den Kopf hinhalten müssendes »Frontschwein«) erschießt...

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