Presseblick (34)

Die Bundeskanzlerin hält Reden gegen die PEGIDA und der Kölner Dom lässt als »großes Signal« für einen Tag das Licht aus. Ja, solange das alles nichts kostet, sind auf einmal alle aufrechte Demokraten. Wie sieht es aber mit den Kürzungen im Bereich Jugend, Kultur, Bildung und Soziales aus? Oder mit Projekten und Initiativen gegen den Rechtsextremismus, die chronisch unterfinanziert sind oder komplett zusammengestrichen werden? Dafür ist kein Geld da. Der BER‐Flughafen und Zocker‐Banken sind einfach systemrelevanter.

Energiewirtschaft
Während in New York das Fracking verboten wird und allgemein in den USA sich immer mehr Widerstand gegen die trinkwasserverseuchende Methode der Gasgewinnung erhebt, arbeiten in Deutschland die Transatlantiker, PR‐Soldaten und US‐Maulhuren daran, hierzulande das Fracking durchzusetzen. Natürlich vorerst nur unter gaaaanz strengen Auflagen. Sobald die bösen Russen den Gashahn aber zudrehen werden, weil man sie immer weiter in die Ecke gedrängt hat, wird Fracking als der Heilsbringer der Energieversorgung daher kommen und die Kritiker verstummen lassen. Wetten? Inzwischen behaupten Forscher sogar, dass Fracking auch Erdbeben verursachen würde.

Medien
Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer sagt auf kress.de zum Terror‐Attentat in Paris: »Redaktionen begriffen, dass die Freiheiten und Werte der westlichen Welt in Gefahr seien. Sich frei zu äußern sei nicht immer völlig ungefährlich, gab Döpfner zu bedenken.« Völlig richtig, das wissen seit Jahren alle Redakteure, die im Axel Springer Konzern arbeiten. Wer nicht nach den Grundsätzen des Konzerns schreibt, keine Selbstzensur im Sinne der vorgegebenen Agenda‐Themen betreibt, seinen Chefredakteur kritisiert oder gar die propagandistischen Methoden von BILD und Welt hinterfragt, lebt als Journalist beim Axel Springer Konzern »gefährlich« bzw. darf sich schnell einen neuen Job suchen:

  1. Das unbedingte Eintreten für den freiheitlichen Rechtsstaat Deutschland als Mitglied der westlichen Staatengemeinschaft und die Förderung der Einigungsbemühungen der Völker Europas.
  2. Das Herbeiführen einer Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen, hierzu gehört auch die Unterstützung der Lebensrechte des israelischen Volkes.
  3. Die Unterstützung des transatlantischen Bündnisses und die Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika.
  4. Die Ablehnung jeglicher Art von politischem Totalitarismus.
  5. Die Verteidigung der freien sozialen Marktwirtschaft.

- Grundsätze des Axel Springer Konzerns

Zur Polit‐Inszenierung der Demonstration in Paris, an dem viele Regierungschefs teilgenommen haben, kann ich auch nur den Artikel von Feynsinn empfehlen und heise.de zitieren:

»Wenn diese Inszenierung aber unkommentiert in den seriösen Medien aufgenommen wird, dann wird aus Inszenierung Manipulation. [...] Und wer diesen Zwang zum Konformismus nicht mitmachen will, wird als Verschwörungstheoretiker stigmatisiert.«

- Sascha Pommrenke. »Die Wahrheit ist nur eine Fußnote der Geschichte«. heise.de vom 15. Januar 2015

Übrigens wird die Propagandaschau immer besser. Wer den Blog noch nicht kannte, sollte das schleunigst nachholen.

Arbeit
Das ehemalige Nachrichtenmagazin »der Spiegel« titelt: »Rekordjahr 2014: So viele Erwerbstätige wie nie zuvor.« Ich spare mir an dieser Stelle die Auflistung der schöngerechneten Statistik und weise nur daraufhin, dass unsere Jubelpresse, entgegen jeglicher journalistischer Sorgfalt, wieder und immer wieder die Lügenpropaganda von der sinkenden Massenerwerbslosigkeit verbreitet. Selbst im Spiegel‐Online‐Forum gibt es hier nur noch Widerspruch. Aber das ist der Kaufpresse natürlich völlig wurscht.

Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel (ja, der heißt wirklich so) schwafelt auf wiwo.de vom Glücksmanagement, von Glücksfaktoren und der Glücksforschung, natürlich nur in Verbindung mit gut funktionierenden Lohnarbeitern. Schließlich seien glückliche Mitarbeiter »engagierter, kreativer, produktiver, loyaler und kooperativer und verbessern die betrieblichen Ergebnisse.« Also den Profit. Aber das ist ja ein scheußliches Wort. Man will Menschen also vor allem deshalb vermeintlich glücklich machen, weil man sich davon einen Vorteil verspricht. Typische BWL‐Schnösel‐Geldgier‐Menschenverachtung im Deckmantel der guten Tat.

Sprache
Der Philosoph Jürgen Werner macht sich in »Der Jargon der Wirtschaft: Die meisten Manager reden erschreckend einfallslos« Gedanken über die Sprache von Managern. Sie sei angstbesetzt, zu zahlenfixiert und nicht zielführend. Während Philosophen früher eine wichtige interdisziplinäre Weltsicht hatten, die Zusammenhänge von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik -durchaus auch kritiisch‐ analysiert haben und letztendlich zum Nach‐ und Selbstdenken angeregt haben, müssen sie sich heute wohl als Unternehmensberater prostituieren, um über die Runden zu kommen. Und dem Management Methoden beibringen, um die Lohnarbeits‐Selbstentfremdung bestmöglich zu kaschieren und zu verschleiern: »weil Menschen am besten funktionieren, wenn sie nicht nur funktionieren sollen.«

2 Gedanken zu “Presseblick (34)

  1. Zustimmung. Der wirklich gefährliche Terror gegen die freie Meinungsäußerung kommt aus den Medien selber , Islamisten und europäische Rechte nutzen nur die inneren Schwächen.

    Schwächt sich das Immunsystem selber , freut sich der Bazillus.

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