Gott ist tot? Mitnichten!

»Nun lobt den Markt, der Wunderbares auf der Erde vollbringt, der einen Menschen erhöht vom Mutterschoß an und an ihm handelt nach seinem Gefallen. Er gebe euch Weisheit ins Herz und der Friede sei mit euch.«

- Das Buch Jesus Sirach. 50,16 – 51,13. Das Alte Testament. (Gott durch Markt ersetzt).

Anmerkung: In den Massenmedien wird behauptet, die meisten Menschen in Deutschland stehen den Religionen (besonders dem Islam) eher skeptisch gegenüber. Und seit 1970 gebe es einen Mitgliederschwund bei den christlichen Volkskirchen in Deutschland. Der Glaube an Gott und an die Religionen wurde jedoch nur ersetzt durch unsere Verehrung an den unfehlbaren Gott‐Markt‐Leviathan. Geld ist unser Götze. Die Werbung der Psalm. Die Shopping‐Center unsere Tempel. Profitmaximierung das oberste Gebot. Die unsichtbare Hand der Heilige Geist.

6 Gedanken zu “Gott ist tot? Mitnichten!

  1. @epikur

    Hier wage ich es zu widersprechen, denn nicht allein »[...]Geld ist unser Götze[...]« — Ich schrieb es bereits beim Spiegelfechter, seit der Reformation Luthers ist auch die »bezahlte Arbeit« unser Gott.

    Jeder der nicht bezahlt arbeitet, und zwar ganz egal aus welchem Grund — ob Faulenzer oder nicht — ist ein Katharer (=Ketzer)....oder ein Fall für’s psychotherapeutische Irrenhauswesen.....

    Ich weiß von was ich schreibe, da ich mich hilfesuchend an einen Jobcoach gewendet habe, da mich mit meiner derzeitigen Situation (=Vater bzw. Geschäftsführer tot; Mutter und Witwe altersbedingt diabetes‐ und parkinsonkrank; Geschwister zerstritten = gesetzliche Erbengemeinschaft; Sohn führt unrentables Geschäft weiter, da damit ein Wohnhaus zusammenhängt und ein Geschäftsgrundstück am Wohnhaus dabei) überfordert....

    Dieser A... meinte nur, dass ich mir psychotherapeutische Hilfe suchen sollte.....

    Fazit:

    Gut bezahlte »Arbeit« und »Geld« sind die Götzen unserer Zeit.....

    Schlecht bezahlt, gar nicht bezahlt, ehrenamtlich oder gar wohlfahrtsstaatlich tätig ist »krankhaft« und »abartig«......

    Neoliberaliban Deutschland eben.....

    Gar nicht amüsierte Grüße
    Bernie

    PS: Mein Vater war übrigens so religiös auf seine Arbeit fixiert, dass er sogar bis zum letzten Atemzug weiterarbeiten wollte...er wollte, als er merkte, dass er todkrank an Krebs erkrankt war, nicht kürzer treten, oder gar das wir, als seine Familie, davon wissen, sogar im Krankenhaus verteilte er an mich, als seinem einzigen Sohn noch Aufträge, die wir erledigen sollten, wenn er wieder zuhause wäre.....leider wurde mein Vater, vor nunmehr bald achteinhalb Jahren, Opfer seiner eigenen (Arbeits-)religion..... :(

  2. Gesundheit, Fleischlos, BMI, sind weitere Nebengötter. Im Gottesreigen ließen sich sicherlich noch einige weitere finden. Wir sind nicht mehr im Monotheismus, sondern pflegen viele Götter mit Markt‐Zeus als Gottvater. Der sitzt nur nicht mehr auf dem Olymp, den dort ist wirklich Gott verschwunden, sondern in den Bankentürmen von Goldman‐Sachs mit vielen Nebenstellen in der Welt — auch in Frankfurt. Berlin tut nur so, als wäre es Hauptstadt.

  3. Hmmm, riecht nach Religionskrieg hier ;)
    Es gibt nur einen Gott, — und der heißt Religion. Ist nicht mal hier in dieser (umpf) Fastnachtshochburg anders. Das ist wie Tempelschreiten und Reliquienranking für Blauaugen mit Hang zur differenzierenden Kategorisierung des kleineren Übels einer Form von Religion. Und ab Mittwoch ist Kirchenwechsel angesagt. Bitte nicht allzu ernst nehmen, — ich bin ein wenig entnervt. Einfach ignorieren also.

  4. Und Gott gebe uns unser Smartphone, so auch wir geben den Elektroschritt den Afrikanern, auf das wir hier mitposten können und mit der Gottesapp den Weg von unserer Wohlfahrtstätte zum besten und nahegelegensten Freßtempel der Stadt eruieren können. Der Herr ist unser Hirte, es wird uns nicht mangeln.

  5. @Bernie
    Ich‐bezogene Reflexionen sind in unserer ge‐
    sellschaftlichen Räson bürgerlicher Spießer
    nun überhaupt nicht angesagt. So einer gehört
    schon unter Verdacht gestellt — gleich
    welchen.
    Heucheln, Bigotterie finden keine Kritik.
    Der Nutzen für die Tonangeber der Räson ist
    leicht zu erkennen: kein Unmut, kein Murren
    oder gar mehr kann sich solidarisieren.
    So herrscht Schweigen über tatsächliche Zu‐
    stände und viel, viel persönliche Bedrängnis
    in öffentlichen, privaten Zusammenhängen, zu
    Arbeit, Wohnen, Lebensalltag. Es gibt keinen
    Durchbruch das zu ändern. Die Unterwürfigkeit
    ist dominierend, alle Unbill klaglos hinzu‐
    nehmen oder gar noch zu verteidigen.
    Ich wolllte, Dein Beitrag könnte eine drin‐
    gend notwendige Kehrtwende einleiten.

  6. Nachtrag:
    Die linken, angeblich nichtbürgerlichen
    Spießer habe ich vergessen zu nennen.
    Natürlich hat das alles mit dem lieben Gott
    zu tun — wer hat da Zweifel ?

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