Tropes vs Women

2012 hatten wir im ZG‐Rückblick über Anita Sarkeesian geschrieben, die per Cloudfunding Ihre Video‐Serie Tropes vs Women in Videogames finanziert hat. Nun hat sie schon diverse Videos veröffentlicht. In drei Folgen redet sie über die »Damsel in Distress« – Nintendos liebste Spielermotivation. In »Ms. Male Character« zeigt sie auf, dass es so gut wie keine originellen weiblichen Rollen in Videospielen gibt. Das neuste Video »Women as Background Decoration« zeigt schon recht erschreckende Szenen, was der Spieler mit weiblichen NPCs alles machen kann bzw. was die Programmierer für Möglichkeiten eingebaut haben!

Die Videos sind natürlich in englisch, aber die ersten drei Folgen haben sogar schon deutsche Untertitel.

2 Gedanken zu “Tropes vs Women

  1. Wie ich damals schon im ZG‐Rückblick geschrieben habe, funktioniert der vermeintliche Sexismus, also die klischeebeladene Rollenzuweisung, in beide Richtungen. Die meisten Kerle in Videogames entsprechen auch einem 0815 Format, auch hier gibt es nur wenige Ausnahmen, wie beispielsweise Garett von Thief (Teil 1–3).

    Hinzu kommt, dass es ein generelles Medien‐Problem ist, wenn man so will. Denn immer geht es darum bestimmte Zielgruppen anzusprechen und zu erreichen (so lassen sich Produkte besser verkaufen und vermarkten). Demzufolge sind dann meist auch die Charaktere und Rollen inszeniert. Und da die Mehrheit der Zocker meist immer noch männlich sind, entstehen dann auch solche vermeintliche Sexismen, wie im Video angesprochen.

    Nur die Inszenierung und Darstellung von Männern, beispielsweise bei »Sex and the City«, US‐Romantic‐Comedys (Beispiel »Jerry Maguire«) oder in SOAP´s entsprechen auch dem gleichen Klischee‐Muster (spricht nicht über Gefühle, ist ehrgeizig, hat keine Zeit für die Kinder, weil nur am arbeiten, öfter auch etwas trottelig, bedarf der Erziehung einer starken Frau, ist dennoch durchtrainiert, mit Beschützer‐Instinkt etc.). Denn hier ist die Zielgruppe vornehmlich auf Frauen ausgerichtet.

    Davon abgesehen ist es aber gut und wichtig, Videogames auf ihre Ideologie, ihrem Rollenverständnis und ihrer politischen Aussage hin zu überprüfen und zu analysieren. Das wird leider viel zu wenig gemacht, obwohl sie voll in der Mitte der Gesellschaft angekommen und schon lange kein Nischen‐Nerd‐Produkt mehr sind.

  2. Ich fand es interessant, wie durch diese Videos vermeintliche Gamer es sofort mit der Angst bekamen, dass da eine Frau ihre Spiele zerstört. Sie hat ja ein richtig heftiges Cybermobbing abbekommen. Das ist schon sehr erschreckend. Sie redet darüber in Ihrem Kanal.

    Und es zeigt auch gut, wie wenig manche Spieler reflektieren. Sie empfinden es gleich als einen persönlichen Angriff und wenn da so Kommentare kommen wie: »Was labert die denn, es gibt doch Tomb Raider und Final Fantasy«, sieht man, wie die noch nicht mal verstanden haben worum es geht.

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