Presseblick (20)

Respekt verdient hat Sahra Wagenknecht, die in der Markus Lanz — Sendung vom 16. Januar 2014 Ruhe bewahrt hat, obwohl sie von allen Seiten, und besonders auch vom Moderator selbst — Markus Lanz‐, verbal nieder geknüppelt wurde. Sie wurde angebrüllt, ihr wurden subversive Fragen gestellt, Vorwürfe gemacht und von Ausreden lassen konnte auch keine Rede mehr sein. Das ZDF, oder ferner die Öffentlich‐Rechtlichen Sendeanstalten beweisen hier wieder einmal deutlich, dass sie politisch nicht neutral, sondern ganz eindeutig neoliberal‐propagandistisch geprägt sind. Als Frau Wagenknecht wiederholt von den Verfehlungen von Banken, Konzernen und Vermögenden sprach, blaffte Lanz sie an: »Jetzt will ich aber nichts mehr von den Reichen hören«. Stefan Rose von den »fliegenden Brettern« hat hierzu einen schönen Beitrag verfasst.

Knapp 1.000 likes und fast ebenso viele shares bekommt ein Facebook‐Posting eines Discounters mit einem Bild auf dem steht: »Zuhause — Ortsteil Sofa. Kreis Wohnzimmer.« Ist das irgendwie lustig, kreativ oder innovativ? Oder beweist das nur, welche »Zielgruppe« sich eigentlich mehr und mehr auf Facebook bewegt?

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) betont im faz.net — Interview, dass er gegen die organisierte Selbsttötungshilfe sei und kommentiert: »Aber wollen wir in unserer Gesellschaft den Gedanken fördern, menschliches Leben falle anderen zur Last? Gilt das dann auch für behindertes Leben? Ich will das nicht.« Bigotter gehts kaum noch. Was ist dann mit dem staatlich organisierten Hartz 4 — System, dass genau diesen Gedanken »Arbeitslose liegen uns auf der Tasche« unterstützt? Was ist mit der in den Medien gerade ablaufenden Hetze gegen sog. »Armutszuwanderer« aus Rumänien und Bulgarien? Soll hier nicht auch medial vermittelt werden, dass sie eine große Bedrohung sind, ergo uns zur Last fallen? Das alles findet der Parteisoldat Gröhe aber sicher gut so.

Der vorbestrafte, ehemalige VW‐Vorstand Peter Hartz, dem wir die unsäglichen, namensgebenden »Hartz — Reformen« zu verdanken haben, berät nun die französische Regierung in Sachen »Sozialreformen«, so die Welt. Deutschland exportiert also nicht nur Armut und Elend nach Griechenland und Spanien, sondern auch Sozialabbau, Mini‐Jobs und Erwerbslosenhetze nach Frankreich. Bald hasst uns wieder ganz Europa. Update: einen Tag später wurde die Meldung wieder dementiert. Sollte das etwa hinter verschlossenen Türen bleiben?

Wo wir gleich wieder bei Griechenland sind. Wie das Handelsblatt berichtet, muss »Griechenland im Gegenzug für die Milliardenhilfen von Eurostaaten und Internationalem Währungsfonds zahlreiche Unternehmen privatisieren, um seinen Staatshaushalt zu sanieren.« Da werden sich einige internationale Konzerne und Investoren schon gierig die Finger lecken. Ähnlich wie nach der Wende, wo ostdeutsche Firmen für lau verhökert wurden, werden hier nun Firmen und Wettbewerber aufgekauft, ausgepresst und dann auf den Müll geworfen, samt Belegschaft. Willkommen im Raubtier‐Kapitalismus.

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