Presseblick (19)

Der Stern schreibt über das sogenannte Komasaufen bei Jugendlichen: »Komasaufen ist seit Jahren bei Jugendlichen eine ebenso beliebte wie gefährliche Freizeitbeschäftigung.« Beschrieben wird der Ist-Zustand und die tollen Anti-Alkohol-Kampagnen. Hat sicher nichts damit zu tun, dass viele Jugendliche keinerlei berufliche Perspektiven für sich sehen, keine intakte Familie haben, durch RTL und BILD verblödet werden oder sich, wegen dem extrem hohen Leistungsdruck, als komplette Versager fühlen — romantisierender, gutmenschelnder Humanismus-Quatsch! Das sind coole Gangster, die sich aus Spass an der Freude das Hirn wegsaufen.

Das Schweizer Tagblatt berichtet über Tagesmütter und titelt: »Tagesväter sind noch selten.« Wo bleiben eigentlich die Frauen auf dem Bau oder in Kohlebergwerken? Wie wäre es hier mit einer Frauenquote? Ach nein, das gilt ja nur für die angenehmen und gut bezahlten Jobs. Gender Mainstreaming, Frauenquote, Emanzipation und Feminismus. Tolle Ablenkungsthemen zur Belustigung und Beschäftigung des gemeinen Mobs. So können sich Männer und Frauen gegenseitig die Schuld zuschieben und aufeinander losgehen, während die Herrschenden in Ruhe ihre Pfründe einsacken.

Dietmar Riemer schreibt auf tagesschau.de unter der Headline »America first, stupid«, dass wir keine »Sentimentalitäten« haben und uns einfach weiter ausspionieren lassen sollten. Wir sind schließlich »für die Amerikaner kein ernst zu nehmender Verhandlungspartner«. Sowas nennt sich dann öffentlich-rechtliches Fernsehen. Wenn das Prinzip fortan lauten soll »Macht vor Recht«, dann können wir uns aber auch jedwede moralingetränkte öffentliche Debatte sparen. Wer die industrielle, militärische und politische Macht hat, der kann und darf dann auch machen was er will? Nur im Fall der USA stimmt das noch nicht mal, sie sind ein Pleitestaat.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet über einen Skandal, den jedoch Niemand so recht wahrnimmt: »Wer Hartz IV bezieht, ist verpflichtet, mit 63 Jahren eine vorgezogene Altersrente zu beantragen.« Für die erzwungene vorzeitige Rente gibt es natürlich saftige Abschläge. Doch damit nicht genug: wer dann auf eine Rente kommt, die zum Leben nicht reicht, darf nicht etwa die Mindestsicherung im Alter beantragen (ALG 2 im Alter), sondern muss bis zu seinem 65. Lebensjahr Sozialhilfe beantragen, in der es kaum Vermögensbeiträge und Einkommensfreigrenzen gibt. Kurz vor der politisch gewollten Altersarmut, wird den Menschen dann auch noch der letzte Cent, den sie sich irgendwo erspart haben, staatlich enteignet.

Und es geht gleich weiter mit der Menschenverachtung. Wie die Welt berichtet, nehmen nicht alle Supermärkte (der Name des Discounters wurde natürlich nicht genannt) die Lebensmittelgutscheine vom Jobcenter an, die man bei Sanktionen oder in Notsituationen erhält: »Passiert ist das vor kurzem einer jungen Mutter in Braunschweig. Sie stand plötzlich mit hochrotem Kopf und ratlos an der Kasse eines Discounters.« Statt eines Sterns, gibt es heute Lebensmittelgutscheine. Damit auch jeder weiß, dass man zur finanziell schwachen Unterschicht gehört, mit denen die Behörden alles machen können. Die Hartz-Gesetze sind ein menschenverachtendes Angst-System, dass die Bevölkerung zu »Arbeit um jeden Preis« treiben soll.

2 Gedanken zu “Presseblick (19)

  1. es auf den Punkt zu bringen, das verbrecherische an diesem Gesetz ist wesentlich die PERSPEKTIVLOSIGKEIT, die hiermit erzeugt wurde und wird...... es ist, um es klar auszudrücken, ein Vernichtungsgesetz für die Menschen, die in diese Situation hineingeschlittert sind.

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