ZG‐Rückblick: Einmal Pferd, bitte!

Nach Gammelfleisch, BSE, Schweinegrippe, EHEC, Dioxin, Vogelgrippe, SARS und etlichen weiteren (uns vermutlich nicht einmal bekannten) Lebensmittelseuchen, wurde nun in Nudelgerichten, Lasagnen und Tiefkühlpizzen Pferdefleisch entdeckt. Versagen die Lebensmittelkontrollen in Deutschland? Sind solche Ereignisse in einer Überflussgesellschaft — in der in Massen geschlachtet, tiefgekühlt und chemisch behandelt wird — unumgänglich? Oder ist die Lebensmittelindustrie nicht anders wie andere Wirtschaftszweige, in der für den Profit systematisch gelogen und betrogen wird?

todesglupsch
Nun ja, eine industrialisierte Agrarwirtschaft bietet sich für Manipulation an. Einerseits herrscht gnadenlose Konkurrenz die zur Hauptlast von den Produzenten getragen wird, da wird es welche geben die dem Druck durch Kostensenkung versuchen werden auszuweichen. Andererseits ist eine Manipulation, die wenige Cent pro Einheit spart, bei industrialisierten Prozessen ein riesiges Geschäft, da wird es immer Leute geben die sich denken, bis das auffliegt bin ich über alle Berge mit dem Geld.

Das System ist hier das Problem und vermeintliche weitere Kontrollen helfen da auch nicht, denn alles kann man nicht kontrollieren. Man sollte vielleicht einfach mal über die Art und Weise wie der Markt für Nahrungsmittel strukturiert ist nachdenken.

epikur

Quelle: Titanic Magazin

Ehrlich gesagt, ist die Bigotterie und Verlogenheit kaum noch zu ertragen. Den Wenigsten interessiert es, wie, wo und auf welche Weise die Tiere geschlachtet und verarbeitet werden. Hauptsache die Regale sind voll, es ist billig und schmeckt. Erst wenn etwas nicht ist, wie es »sein sollte« regt sich das Gemüt des weltvergessenen Konsumenten. Er empört sich, ruft »Skandal« und drei Wochen später, nachdem die Medien eine »neue Sau« durchs Dorf treiben, ist wieder alles vergessen und es wird wieder herzhaft, und hoffentlich günstig, geschlemmt. Bis zum nächsten »Skandal«.

Jedes Jahr mindestens einen großen Lebensmittelskandal, einen tragischen Tod einer bekannten Persönlichkeit und eine große Naturkatastrophe. The same procedure as every year. Alles nur, um uns zu bespaßen, denn unser Leben ist doch so schrecklich langweilig. Was wird es wohl 2014 sein? Uranspuren in der Putenbrust? Industrieabfälle im Basmati‐Reis? Gammelkartoffeln und Hähnchenpest?

jtheripper
In den Zeiten von Jolly Jumper, Mr. Ed, Fury und Thirty‐Thirty wäre so etwas nie passiert. Da wurden Pferde noch respektiert. Heute wird die 1,45 € Lasagne mit ihnen gestreckt. Pfui. Ich esse jetzt nur noch bei Hamburger König und O’Donald. Da weiß man wenigstens, was man für sein Geld bekommt.

Foto: mr172 / flickr.de (cc)

2 Gedanken zu “ZG‐Rückblick: Einmal Pferd, bitte!

  1. Hä? (Die perfekte Art, auch wirklichen jeden folgenden Kommentar ins Zwielicht zu bringen :)
    Nachdem das grüne Wahlprogramm die soziale ökologische Marktwirtschaft ausgerufen hat, erwarte ich tierisches Eiweiß im Tofu. Das wird einen Skandal geben.

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