Was ist Leistung?

  1. Ist es leistungsfeindlich oder solidarisch, wenn die finanziell Starken die finanziell Schwachen unterstützen?
  2. Wie viel leistet ein unbezahlter Praktikant, der 40 Stunden in der Woche arbeitet?
  3. Wie hoch ist die Leistung eines Millionen-Erben oder eines Lotto-Millionärs?
  4. Was leisten Alkoholsüchtige für die Spirituosenindustrie?
  5. Ist die Leistung so hoch wie der Lohn oder der Lohn so hoch wie die Leistung?
  6. Die physikalische Größe für Energie pro Zeit?

9 Gedanken zu “Was ist Leistung?

  1. Bitte diese Fragen an die FDP schicken und die Antworten (Vorfreude) veröffentlichen.
    Welche Leistung, von wem, muß sich lohnen?

  2. P = U * I. Je größer die Spannung oder der Strom ist, desto größer die Leistung. Icke steh unter Strom. Also leiste ich. (Und wer bezahlt mir das jetzt?)

    Hihi, — Leistung. Auch so ein ultimativer (und systemrelevanter) Oberbegriff, mit dem man alles und nichts aussagen, aber jeden unter Druck setzen kann. Und da natürlich jeder am meisten und überhaupt schuftet von allen, kann man damit so richtig schön unterhalb der Gürtellinie in der Eitelkeit rum rühren.

  3. ...mechanischen Leistung P= w / t bei gleichförmiger Bewegung P=F x s / t .....

    ansonsten einfach mal die Schavan fragen .. die soll ja großartiges geleistet haben :D

  4. 1) Mehr als Solidarität ‚für die »Eliten« langfristig eine Überlebensfrage.

    5) Neoliberale würden das klar bejahen...

    Aber Vorsicht , der Leistungsgedanke ist an sich in Frage zu stellen . Die Gegenreaktion auf den Kult um die Finanzindustrie kann nicht der Kult um die »produktive« Arbeit sein.

    Der arbeitsgeile Teil der Arbeitnehmer ist nicht weniger suspekt als die so bezeichneten Eliten.

  5. @eb & Lazarus09
    Da ward ihr beide schneller. Allgemeiner ist Leistung P pro Zeit t

    P(t)=dW(t)/dt

    Wobei W die Arbeit ist.

    »Ist es leistungsfeindlich oder solidarisch, wenn die finanziell Starken die finanziell Schwachen unterstützen?«
    Weder noch, da die Gesamtleistung die Gleiche bliebe. Es wird Arbeit in einer bestimmten Zeit auf volkswirtschaftlicher Eben durchgeführt. Wenn man nun verteilt, dann ändert sich an diesem Faktum nichts.

    »Wie viel leistet ein unbezahlter Praktikant, der 40 Stunden in der Woche arbeitet?
    Wie hoch ist die Leistung eines Millionen-Erben oder eines Lotto-Millionärs?«
    Hier ist die Frage, was als Arbeit überhaupt zählt. Zählt vergangene Arbeit, welche wir als Gesellschaft in Form von Vermögen zu konservieren erlauben, dann der Millionär. Denn er entnimmt eine höhere Leistung aus der volkswirtschaftlichen Summe und »erbringt« somit mehr.

    »Was leisten Alkoholsüchtige für die Spirituosenindustrie?«
    Er trinkt.

    »Ist die Leistung so hoch wie der Lohn oder der Lohn so hoch wie die Leistung?«
    Niemals. Preisbildung funktioniert so nicht. Das wird jedem klar, der ein T‑Shirt kauft auf dem ein bekanntes Logo steht. Allerdings lässt sich das in bestimmten Grenzen verändern.

  6. Leistung ist ein Begriff, der so viel verwendet wird, aber im Vergleich dazu mehr oder weniger völlig unaufgearbeitet ist. Man suche einmal Bücher über Leistung im sozialwissenschaftlichen Sinn und nicht naturwissenschaftlichen. Man wird wenig finden.
    In der Regel, und das ist seine Stärke, funktioniert er nur über Vergleiche. Als Ideal kommt so etwas wie ein neutraler Vergleich in Betracht, der dann nach Meriten gestaffelt eine legitime Hierarchie ergeben solle. Das ist die Karotte für uns Esel an unserem Schwanz. In einer beliebigen Ordnung wird es darauf ankommen, das Wie der Vergleiche zu bestimmen. Was wird wie verglichen? Es steht ja nirgendwo geschrieben, was verglichen werden soll. Der Stuhlgang oder Kirchgang? Wohl kaum. Dagegen aber ist der Vergleich ein probates Mittel, eine Hierarchie in der Ausführungsfähigkeit von Arbeitsakten im Produktionsprozess zu erstellen. Dieser hier kann besser arbeiten als jene da. So soll er also arbeiten bis nicht ein noch besserer kommt. Es kommt mehr heraus bei ihm. Sein Talent gereicht ihm ja genau genommen zu einem wenig schmackhaften Vorteil. Wer gut ist, der wird durch das ausbeuterische System noch mehr in Beschlag genommen. Wer zu kaum einem Arbeitsschritt des kapitalistischen Systems geeignet ist, bleibt gewissermaßen frei von dieser Ausbeutung.
    Da Leistung quantifiziert werden will, bleibt ihre Optimierung dauerhafte Aufgabe. Es geht im Prinzip immer mehr. Der Vergleich hört nie auf. Wir sind nie gut genug. Das Leben kommt nie zur vollen Fülle. Zweifellos kann man hier ein altes religöses Schema ersehen: Gott ist nie ganz schaubar. Alle Elemente des Schemas wurde gewechselt, zweifellos, aber die Funktionsform blieb dieselbe. Man sieht schon, dies ist der mächtige Transformator der Leistunsgwelt: Leistungsniveaumessung auf einem unendlichen Maßband. Hier wird die große Spannung unter den Menschen erzeugt.
    Die Paranoia, dass immer ein Besserer um die nächste Ecke kommen könnte, einer der den Pegel höher ausschlagen läßt und man selbst abgestoßen wird von der nährenden Arbeitsgelegenheit, west überall. Scham, Angst, Minderwertigkeit, Hilflosigkeit ziehen daher mehr oder weniger ruhig in einem jeden Lebensmoment am Horizont vorbei. Sie sind da als potentielles Schicksal.
    Leistung wird wohl auch umgekehrt hergenommen zur Erklärung bestehender Hierarchien: der Reiche ist reich, weil er ein Mehrleister ist, während Minderleister halt arm sind. In der ganzen psychophysischen Existenz wird hier der Mensch bewertet. Das Produkt der Existenz eines Reichen sind Reichtümer, jene eines Armen Armut. Beider Selbstvollzug geriert unterschiedliche Fakten. Die Natur selbst muß die Potenzen zugeteilt haben. Selbstwert, Scham, Minderwertigkeit, Stolz, Neid kommen als emotionale Pfade sofort mit ins Spiel, wo solcherart in eine Art Hilflosigkeit gedrängt wird und die Fakten der Welt als Natur dargestellt werden. Der Vergleich macht überhaupt notwendig, dass man sich immerzu an die anderen heran macht um zu sehen, wie weit, wie stark, wie groß, wie gescheit, wie reich, wie schön, ja wahrlich, wie schön sie schon sind und ob man noch mithalten kann oder schon abgeschlagen im Versagerfeld werkt und einen die individuellen, vergleichslosen Aspirationen schon auf Abwege geführt haben, die in die monetäre Verarmung führen. Heranmachen ist die sprachliche Wurzel für Aggression: aggredere. Dass Aggressionen herrschen und manche in maligne Formen umschlagen und grenzenlos sich austoben bzw. Gefallen erzeugen an frei gelassenen Massenaggressionen in Krieg und Sport, braucht also nicht weiter zu verwundern, wenn sie von vornherein angespornt werden. Wir toben aneinander in der Leistungsniveaumessung um die Eingliederung in den kapitalistischen Arbeitsprozess, aber dürfen nie ganz wild werden und bekommen daher Hunger, endlich mal ordentlich auf den Tisch zu hauen. Und wenn wir nicht eingegliedert werden, aber uns dennoch in den Wettbewerb um hohe Leistungsniveaus begeben haben, dann haben wir mit jedem Tag der Nichteingliederung mehr Frust in uns. Entspannung ist, wenn wir dann Gute und Böse serviert bekommen und Strafen exekutiert oder Bomben fallen sehen.

  7. Ein Werbeslogan der Techniker Krankenkasse lautet (aus dem Gedächtnis): »Wer soviel Leistung erbringt, hat auch Leistung verdient.« Dazu ist ein ein Mann zu sehen, der arbeitet, Holz hackt, sein Baby auf dem Arm wiegt.
    Passt! :-(

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