Presseblick (7)

Gerhard Schröder (Gazprom) und Joschka Fischer (Nabucco) mögen sich nicht mehr. Beide sind nun Energielobbyisten für Großkonzerne mit entgegen laufenden Interessen, schreiben deutsche-wirtschafts-nachrichten.de. Die ehemaligen Volkszertreter auf dem Parkett vom Milliarden‐Business. Sie nennen es den »sozialen Aufstieg«.

In derstandard.at gibt es ein interessantes Interview mit dem Sozialforscher Benedikt Rogge über »Die vielen Gesichter der Arbeitslosigkeit«. Auf die Frage, ob glückliche Arbeitslose in unserer Gesellschaft nicht vorgesehen seien, weil sich die komplette Selbstbestimmtheit auf die Erwerbsarbeit reduziere, antwortet Rogge: »Es ist immer noch ein Tabu, dass Arbeitslosigkeit nicht zwingend mit weniger Lebensqualität einhergeht als Erwerbsarbeit«. Wer erwerbslos ist, hat sich zu schämen, dass er nicht mehr zum Verwertungskreislauf dazu gehört. Arbeitslose dürfen nicht glücklich sein.

Und wieder ist die Einführung eines Korruptionsregisters gescheitert, schreibt Transparency International: »Danach sollten Unternehmen, die u.a. wegen Korruptionsstraftaten verurteilt worden sind oder gegen die ein hinreichender Korruptionsverdacht besteht, für bis zu fünf Jahre in einem Korruptionsregister geführt werden«. Bananenrepublik Deutschland. Wir lieben unsere Korruption, die es offiziell gar nicht gibt und nicht geben darf.

Auf salzburg.com wird anhand einer Studie des  Forschungsinstituts MAKAM Research behauptet, das Internet sei für die Jobvergabe entscheidend, da Personaler immer häufiger Informationen von potentiellen Bewerbern per Google, Facebook und Xing einholen würden: »...so können peinliche Partyfotos von Bewerbern ein Knock‐out‐Kriterium sein«. Als wenn es immer nur um die Partyfotos gehen würde. Auch wenn man diese Legende hundert mal wiederholt, wird sie dadurch nicht wahrer. Arbeitgeber und Unternehmen wollen doch vor allem wissen, ob der Bewerber sich gewerkschaftlich organisiert, sich an Demonstrationen und/oder Bürgerinitiativen beteiligt, ob er kritisch ist und Zustände hinterfragt oder ob er fügsam ist, brav seine Arbeit verrichten und den Mund halten kann.

Georg Schwarte, Hauptstadt‐Korrespondent des NDR schreibt über die US‐Abhöraffäre: »Alle, die jetzt rundweg Skandal schreien, müssten beim nächsten Terroranschlag auf deutschem Boden, der eben nicht verhindert wurde, weil man ja keine Informationen aus dubiosen Geheimdienstquellen wollte, den Rücken gerade machen und sagen: Das ist der Preis«. Mit der gleichen Argumentation wollte man auch die Folter wieder salonfähig machen. Wo ist hier die Grenze? Wer Terror mit Terror bzw. mit menschenrechtswidrigen Methoden bekämpfen will, kann auch zugeben, dass er Demokratie, Menschenrechte und das Grundgesetz für überholt hält. Das wäre dann wenigstens ehrlich.

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