Nichtgedanken — Charlotte Roche

Oliver Kalkofe liest aus dem Bestseller-Buch »Feuchtgebiete« von Charlotte Roche. Auch wenn viele ihre pseudo-anarchohaften Züge mögen bzw. ihre Moderation bei »Roche & Böhmermann« gar nicht so schlecht fanden, ist sie dennoch weit davon entfernt eine gute Romanautorin zu sein. Skandalisieren und provozieren kann sie, da sie sich bestens im Medien-Business auskennt und weiß, wie die Aufmerksamkeitsökonomie funktioniert. Ihre Bücher werde ich dennoch nicht kaufen.

8 Gedanken zu “Nichtgedanken — Charlotte Roche

  1. Ich habe das Ding damals gelesen. Es war großartig... großartiger Scheiße. Die Frau kann nicht nur nicht schreiben, sie hat auch nichts zu erzählen. Dass sie sich Grind aus der Möse puhlt, fand ich jetzt nicht so wichtig oder spannend.

  2. Diese Lesung — einschließlich Kalkofes Mimik und Gestik! — finde ich richtig gut und musste ein paarmal laut lachen. Allerdings, das Buch habe ich nicht gelesen und weiß nun genau, dass ich da nichts versäumt habe. Igitt! Man staunt doch immer wieder, womit manche Leute sich ihr Geld verdienen...

  3. Extrem exaltiert!
    Definitiv kein literarischer Wurf (wohl auch nicht beabsichtigt), nicht einmal eine gelungene Provokation, allenfalls erfolgreiches »second-rate theatre« — eben Feuchtgebilde.

  4. als das Buch erschien sachte nen guter Bekannter zu mir, der sich das Buch sofort kaufte .... soone Oberscheiße hab ich noch nich gelesen — spar dir das Buch..........
    was ich grad von Oliver Kalkofe hörte, empfand ich als schwere psychische Störung der Verfasserin — früher sagten wir einfach.... die ist nicht ganz dicht....
    naja mit soner Scheiße viel Kohle gemacht.......

  5. @Hartmut B.

    naja mit soner Scheiße viel Kohle gemacht.

    Genau das ist der Punkt. Ich vermute, die Roche hat geahnt oder gehofft, die Leute kaufen den Mist. Vielleicht wollte sie der Masse damit auch einen Spiegel vorhalten. Wer weiß. Sich dann aber in Interviews und Talk-Sendungen als Neo-Feministin mit Kunst-Anspruch zu inszenieren ist peinlich.

  6. Also @Roberto, — ehrlich, — von dir hätte ich jetzt mehr erwartet. Seid nicht gar so garstig. Literaturkritik, begeht man mit Stil. Bevor man noch selber an der Kritik bemessen wird.

    Trendschreiber(innen) muss man jetzt nicht rigoros verteufeln. Ich betrachte sie genauso wie Trendkunst im Allgemeinen, lediglich skeptisch. Dies nicht nur deshalb, weil der Wille zum Trittbrettfahren aufgrund bereits kalkulierbarer Erfolgsmöglichkeiten, natürlich schon allzu oft erkennbar ist. Und dann eben wenig Möglichkeiten lässt, andere ureigene Motivationen zu sichten, als ein quantitativer Erfolg. Sondern auch deshalb, weil sich die viel gerühmte Kreativität, dabei üblicherweise lediglich aufs Ausschmücken bereits vorhandener Programmatik und Erwartungshaltungen im Klischee beschränkt. Aber genauso wenig, wie Literatur jemals ausgerechnet den Deutschlehrern Sonderrechte eingeräumt hätte, die dann noch fader, abgestandener und einfallsloser glatt noch vom guten Handwerk sprechen, muss man jetzt allen Schreiberlingen und Schreiberlienen, — die eine Welle abreiten, — gleich vorwerfen lediglich dem Trend zu folgen, dass ein Bucherfolg identisch mit einem Verkaufserfolg wäre. (Ein Trend, der ja im Besonderen von sogenannten Literaturcafes, gerade die letzten Jahre, — gerne mal gepusht wurde, — während sie heute auf Niveau machen.). Zudem ist oft auch nicht mal zwischen Genre und Trend, bzw. Herkunft und Abhängigkeit immer eindeutig zu trennen. Zwischen Tom Sharpes Puppenmord 1989 und Marc-Uwe Klings Känguruh-Chroniken 2009, liegen satte zwei Jahrzehnte. Und niemand kann mir erzählen, dass Kling kein Sharpe gelesen hatte. Aber wenn man sich dann fragt, wo er das wohl her hat, — wird trotzdem niemand ernsthaft behaupten, dass es ihm an Kreativität im im trendigen Metier der Running Gags fehlen würde. Auf der anderen Seite haben wir das trendige Milieu der Frauenliteratur der 90iger, die dann im ultimativen Klischee von Powerfrauen, mit immer den gleichen Problemen der Selbstdarstellung aufwarteten. Trends, — sieht man, — oder man kritisiert die Schreiberlinge, die es reflektieren. (So müde das mitunter auch ist)

    Mit den Motivationen von Lifestyleschreiber/innen mit eigenem Drang
    zum Trendsetting, welche auffällig die noch möglichen skandalträchtigen Bereiche des Lifestyles abgrasen, — ist das nicht anders. Bekannte Arten des Schreibens über menschliche Feuchtgebiete z.B., sind für mich identisch zum detaillierten Schreiben übers Essen, die mannigfaltigen Versionen von Bierdosenkonsum oder auch Beschaffenheit, Benutzungsmöglichkeiten sowie Wartung und Pflege von Goldfischteichen bzw. Zügen. Nur das ist eben nicht anrüchig, sondern evtl. sogar langweilig. Trotzdem eine Art des dokumentarischen Schreibens und Beschreibens, welches bei Reiseleitern genauso beliebt ist, wie bei Hobbygärtnern, Freunden
    der Bahn, und auch technischen Redakteuren in punkto Bedienungsanleitungen. Ob die Ablösung des erwähnten abgelutschem Klischees von den starken Frauen, jetzt vom stark klischeeisierten Ablutschen sexualisierter Barbies und Kens abgelöst wird, wird die Stärke des Interesses für mögliche Funktionalisierungs- und Kosmetisierungstrends im Bereich Sexualität zeigen. Kritisiert die Trends, nicht die armen Schweine die gar nicht anderes mehr kennen.

  7. Sollten nicht alle Bücher gekauft werden müssen, einfach weil sie geschrieben wurden und dafür Arbeit nötig war? Warum nicht?

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