Kaufen. Wegwerfen. Kaufen.

Vor einigen Tagen ist ein Gutachten im Auftrag der Grünen durch die Presse gegangen, das Industrie und Unternehmen möglichst schnell wieder vergessen wollen: geplanter Verschleiß von Geräten als Massenphänomen. Hersteller bauen absichtlich mangelhafte Bestandteile ein oder es werden technische Tricks verwendet, um die Lebensdauer von Einzelteilen zu begrenzen.

In der Studie der »geplanten Obsoleszenz« (geplantes alt werden/abnutzen) betonen Stefan Schridde und Christian Kreis: »Je stärker die Gewinn‐ und Kapitalmarktorientierung, die auf Renditemaximierung setzt, desto anfälliger sind tendenziell Unternehmen, auf die Strategie geplanten Verschleißes zu setzen, da sie rein ökonomisch gesehen für das einzelne Unternehmen, wie oben gezeigt, unschlagbare Vorteile verschafft.«

Ein Social Media Shitstorm blieb aus. Viele dürfte das ohnehin nicht schockieren, unsere Wirtschaftsordnung ist schließlich auf Ausbeutung, kurzfristigen Profit und Konsum ausgelegt. Und wenn man dafür Kriege um Rohstoffe beginnt, bergeweise Müll fabriziert, die Umwelt verpestet oder Schrottprodukte produziert, damit man möglichst schnell wieder »neue, hochmoderne, auf dem Neuesten Stand der Technik« gefertigte Produkte kaufen soll, dann ist das eben so. Dem Profit darf sich nichts unterordnen. Qualität schon gar nicht!

7 Gedanken zu “Kaufen. Wegwerfen. Kaufen.

  1. Der horror vacui. Aus dem Leben der Menschen wird die Zeit aller Sequenzen des Kaufens. Wegwerfens. Kaufens gestrichen. Der Vollzug dessen wird, sagen wir von einem Gott, willkürlich suspendiert. Große Freiheit stellt sich.

  2. »Dem Profit darf sich nichts unterordnen.«

    Muss es nicht heißen: Dem Profit muss sich alles unterordnen. Auch die Qualität.?

    Dass sich da niemand drüber aufregt, ist meiner Meinung nach der Gewöhnung geschuldet. Prinzipielle systemische »Gepflogenheiten« werden gar nicht mehr in Frage gestellt, Widersprüche weggelogen und glattgebügelt. Als Neidpotenzial taugt diese gezielte Manipulation ja auch nicht. Und dann wird immer so getan, als seien das nur Einzelfälle, und irgendwie sind wir alle inzwischen auch darauf gepolt, dass jeder sehen muss, wo er bleibt, wobei alle Tricks erlaubt sind, solange sie nicht ausdrücklich gegen Gesetze verstoßen.
    Ein Jammer das alles!

  3. @Frau Lehmann

    »[...]Und dann wird immer so getan, als seien das nur Einzelfälle,...[...]«

    Kennt man ja nicht nur vom Materialverschleiß.

    Es gibt Berufe, da wimmelt es von Schwarzen Schafen, und die sind unseriös bis auf Teufel komm raus — Ich denke da an Maschmeyer & Versicherungskonsorten....

    Die Standardausrede wenn mal wieder ein angebliches »Schwarzes Schaf« — in einer Branche die nur so wimmelt von Schwarzen Schafen meiner Ansicht nach — an den Pranger gestellt wird?

    Halt dich fest:

    »Es sind ja nur Einzelfälle«.....

    Amüsierte Grüße
    Bernie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.