Copy & Paste Journalismus

Es ist immer wieder »erfrischend« zu sehen, welch hochwertigen »Qualitätsjournalismus« wir in Deutschland haben. Ein Freund sprach vom »kostenneutralen Journalismus«. Redaktionen werden gnadenlos zusammen gestrichen und Redakteure müssen wie am Fließband Artikel raushauen. Was bietet sich da besser an, als von Pressemitteilungen, DPA‐Meldungen und von Unternehmen verfassten PR‐Artikeln ab‐ und umzuschreiben? Durch die kaum vorhandene Pluralität können PR‐Meldungen besser platziert und gestreut werden. Das ganze Gerede von »vierter Gewalt« ist eine Parodie. Die Bilder sprechen für sich (click to enlarge):

4 Gedanken zu “Copy & Paste Journalismus

  1. Ich habe mal in einem Podcast gehört, dass viele der Artikel bereits von Computern geschrieben werden. Der nächste und schon existierende Schritt ist, dass bestimmte Firmenkommentare (Quartalszahlen, eigene Prognosen, etc.) von Programmen erstellt und von anderen Programmen gelesen und analysiert werden, um den Börsenhandel zu optimieren. Programme versuchen aus diesen Daten psychologische Informationen herauszuziehen, dabei wurden diese Daten durch Programme erzeugt.

  2. So sehr ich diese Seite mag, aber die Argumentation inkl. der Bilder... ja, was soll das? Der prinzipiellen Aussage des Artikels stimme ich ja in Teilen zu. Aber die Screenshots sind verdammt durchschaubar. Wenn ich mit solchen (vorher von DPA kopierten?) Schlagzeilen Google füttere, dann bekomme ich eben die Artikel, die bei den üblichen Verdächtigen veröffentlicht wurden. Man kann ja gerne die aktuelle Medienlandschaft kritisieren... aber diese Beispiele taugen dafür nicht.

    Interessante Podcastfolge über Medienmanipulation: http://alternativlos.org/9/

  3. @Nordlicht

    Mit den Screenshots soll verdeutlicht werden, dass nicht nur die DPA‐Titel übernommen werden, sondern auch ganze Artikel. Und dies sind nicht nur die »üblichen Verdächtigen«, sondern -wenn man sich die Quantität der Google‐Ergebnisse anschaut‐ fast alle großen Medien.

    Bei den Print‐Tageszeitungen ist das massenweise ab‐ und umschreiben nie so aufgefallen, weil nur wenige sich jeden Tag 10 Zeitungen oder mehr gekauft haben. Da hat immer noch der Glaube vorgeherrscht: »ich kaufe TAZ und bin links, ich kaufe WELT und bin konservativ« und so weiter. Im digitalen Zeitalter kann man die Gleichschaltung aber schön aufzeigen. Die vermeintlich politischen Unterschiede sind kaum noch relevant, wenn alle das Gleiche schreiben.

    Ausführliche Medienkritik findest Du hier:

    http://www.zeitgeistlos.de/propaganda/propaganda.html
    http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/2013/personalisierung-ist-entpolitisierung/
    http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/2012/liebe-massenmedien/

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