ZG‐Rückblick: Moneymaking

Diesen Monat haben wir verstärkt Anfragen zu Kooperationen bekommen. Das ging von Backlinks bis Produktartikel. Wir können Sie selbst verfassen oder auch vorgefertigt bekommen. Wie es uns gefällt. Häufiger waren aber Anfragen zu Backlinks. Da man so am besten den PageRank und somit die Google‐Sichtbarkeit erhöhen kann. Ist zeitgeistlos.de etwa eine ungenutzte Goldgrube oder würde der Verkauf unserer Seelen gerade mal einen Apfel und ein Ei einspielen?

jtheripper:
Durch den inzwischen Recht umfangreichen Inhalt den der ZG‐Blog bietet, wird er natürlich auch für Werbezwecke attraktiver. »Content is King« wie es so schön heißt. Firmen bauen selbst fremde Websites und Blogs nur um ihre eigene Seite zu pushen. Aber einfacher ist es immer noch, die Backlinks zu kaufen oder zu tauschen. Wir könnten also unsere Linkliste ordentlich erweitern, hier und da ein Artikel der uns fertig zum Thema X geliefert wird posten und natürlich Werbebanner schalten. Dann noch mit »unserem« ZG‐Shop durchstarten und der Rubel sollte rollen. Leider haben wir Flattr total verschlafen, wodurch alle anderen schon abgegriffen haben, oder? Nun ja eins ist klar: wir machen etwas falsch. Entweder wir sollten diesen pseudo‐professionellen Look ablegen, der wohl so aussieht, als ob es hier etwas zu holen gäbe oder wir sollten die Gelddruckmaschine mit ein paar Klicks anschmeißen. Sie startet ja fast schon von alleine.

epikur
Auf Dauer kann man sich mit der ständigen Empörungsprosa und der pseudo‐idealistischen Gerechtigkeitsrhetorik auch nicht den Bauch voll schlagen, oder? Wir werden euch, und vor allem unserem Gewissen, schon eine adäquate Begründung liefern, warum wir der Geld‐Verführung nicht mehr widerstehen konnten...

Ganz im Ernst: unser Alltag und unsere Lebenswelten sind mittlerweile vollends durch‐ökonomisiert. Egoismus, Kosten‐Nutzen‐und‐marktkonformes‐Denken, Konsumzwang, Ausverkauf der eigenen Persönlichkeit, pragmatisches Sachzwang‐Denken usw. Geld regiert nicht nur die Welt, sondern beherrscht auch weitgehend die Köpfe und die Gedanken der Menschen. Auch das Internet ist ein einziger großer Marktplatz. Marktintelligente Leistungskluge, wohin man nur schaut. Gerade deshalb ist es kein idealistisches Geplänkel, Nein zu sagen, sondern sehr wichtig, sich Freiräume zu schaffen. Nur so bleibt man auch wirklich unabhängig

todesglupsch
Die ganze Backlinkerei und Googleoptimierung leuchtet möglicherweise aus Sicht vor allem kommerzieller Seitenbetreiber ein, kann aber auch als Symptom eines einerseits vom Kommerz dominierten Netzes gesehen werden und andererseits eine Entwicklung die das Informationsmonopol von Google demonstriert. Ein wenig ironisch dabei ist, das sich hier der »Erfolg« Googles auch negativ auf die eigene Qualität auswirkt, da letztendlich die Betreiber nichts anderes tun, als ihre Relevanz im PageRanking künstlich zu pushen. Diese technische Form der Aufsehenserregung hat den Vorteil das sie mehr oder minder zwangsläufig zu einem gewissen Maß an Reichweite führt, wenn dann noch der Inhalt halbwegs brauchbar ist, dann lässt sich so einiges monetarisieren. Das große Unternehmen gemerkt haben das über Google als »zentrales Informationsorgan des weltweiten Netzes« nun der Fluß dieser Informationen, vermutlich so effizient wie nie zuvor manipuliert werden kann, führt zu Begehrlichkeiten. Die entsprechenden Marketingleute werden noch betonen wie relevant es für Unternehmen ist auf das PageRanking zu achten. Am Ende müssen alle Resourcen investieren um bei Google vorne dabei zu sein und es werden nicht die relevantesten Treffer angezeigt sondern diejenigen die am meisten investiert haben. Die gesamte Entwicklung zementiert darüberhinaus weiter die Vormachtsstellung Googles. Das ist natürlich auch nur ein sehr vereinfachtes und angeschnittenes Modell, zumal die Jungs und Mädels bei Google auch immer dahinter her sein werden die Relevanz ihrer Suchergebnisse zu verbessern, aber das Potential für eine solche Entwicklung ist sicherlich gegeben. Umso wichtiger ist es, als private Seite nicht alles mitzumachen was Hits, Clicks, oder direkt Geld verspricht, sondern sich vor allem auf den Content zu konzentrieren und nicht wie dieser verbreitet wird oder gar monetarisiert.

Ein Gedanke zu “ZG‐Rückblick: Moneymaking

  1. Hihi — ich denke euer Angebot zur Verbesserung des Webs, ist auch ohne entsprechende Zusammenarbeit mit den entsprechenden »externen« Webmastereien und Gelegenheiten dazu, — voll erfüllt ;)

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