ZG‐Rückblick: Abseits?

Vor einigen Tagen stürmten bei dem Spiel Hertha vs. Düsseldorf Tausende Fans den Platz und warfen Feuerwerkskörper. Es wurde zwar niemand ernsthaft verletzt, der Vorfall warf aber dennoch Fragen der Sicherheit im Stadion auf. Hin und wieder gibt es auch Vorfälle, in denen sich Hooligans eine erbitterte Schlacht abseits des Spieles liefern. Pöbeln, saufen und schreien darf auch bei vermeintlich normalen Stadion‐Fans nicht fehlen.

Was ist so besonders an diesem Sport? Was wird uns bei der Fußball‐EM erwarten? Ist Fußball Opium füs Volk? Oder einfach nur ein Riesengeschäft?

epikur
Ich konnte mit diesem Sport leider noch nie etwas anfangen. Das hat weniger mit dem Sport an sich zu tun, sondern vielmehr mit dem Habitus und dem Verhalten von der Mehrheit aller Fußball‐Fans. Saufen bis der Arzt kommt, hirntotes Rumgegröhle, alle paar Tage ein Bundesliga‐Spiel sehen und ständig darüber quatschen, wer nun von welchem Verein gekauft wurde, welche Spiele als nächstes folgen, wie die Tabelle aussieht usw. — ich kann dem einfach nichts abgewinnen. Hinzu kommt, dass es längst nur noch ums Geld und weniger um den Sport geht. Transfer‐Beträge und Werbekosten bewegen sich im Millionen‐Bereich. Als Ablenkung vom Alltag und als lokalpatriotisches Identifikationskonstrukt (Ich lebe in Berlin, also muss ich Hertha oder FC Union gut finden !?) taugt der Sport wohl allemal.

jtheripper
Unkomplizierter Sport, bei dem Mann und Frau schnell und einfach einer größeren Gruppe angehören kann und jeder ein Experte ist. Deutschland wird Europameister oder auch nicht. Opium wird es immer geben, aber jeder hat da sein ganz spezielles. Für viele ist es auch Fußball. Ja klar, der Rubel muss rollen (3€ ins Phrasenschwein).

todesglupsch
Sicher ist Fußball inzwischen stark vom Kommerz geprägt. Die Profivereine haben meist außer dem Standort wenig regionales Identifikationspotential. Und es gibt einige Fans die sich mit dem Fußball aufgrund von Dingen die primär mit dem Sport Nichts zu tun haben beschäftigen. Aber Fußball ist meiner Meinung nach auch einfach ein großartiger Sport, sowohl für den Zuschauer als auch als Spieler. Die Tatsache, dass das Spielgerät mit dem Fuß gespielt werden muss, macht die Sportart technisch anspruchsvoll. Im Profifußball befürchte ich zwar, dass der Spaß am Spiel etwas in den Hintergrund tritt, andererseits scheint ein Jürgen Klopp neben dem Erfolg auch deshalb der Liebling der Medien zu sein, weil er das Gefühl vermittelt das er tatsächlich großen Spaß an seiner Arbeit hat. Die Krux ist, das Dinge die um den Fußball passieren, wie Kommerzialisierung und gewaltbereite Fans, nichts daran ändern können das Fußball ein großartiger Sport ist.

2 Gedanken zu “ZG‐Rückblick: Abseits?

  1. es ist bezeichnend, dass in deutschland ausgerechnet ein sport der könig ist, den man vllt mit ach und krach bis 40 machen kann und danach nur noch als »experte« vom spielfeldrand (oder wahrscheinlicher: von der couch aus) teilnimmt, meist dann auf die art: »mach doch den verdammten ball rein HEIKO!« oder »schiri, haste tomaten uff den augen, odda was??« etc.pp. wohlgemerkt nach diversen knochenbrüchen, sich ins gesicht rotzen und duzenden staubfängern im vereinshaus. toll

    BOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOORING.

    aber gut, das muss jeder selbst wissen, solange man mich mit dem kack in ruhe ließe, was NICHT DER FALL IST!! (und die mwst‐erhöhung gefällt mir immer noch nicht, »weltmeister der herzen« hin oder her und von mir aus auch am arsch...)

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