Individualität

Die erhabene Selbstverfaltung
vermenschelt sich
in einer marktgerechten Impfung

Die gefrorene Sinnlichkeit
verfestigt sich
in einer marktgerechten Habenliebe

Die neidbasierten Kollektivideale
verwurzeln sich
in einer marktgerechten Unterwerfung

Die schöpferische Selbstverschwendung
verlebt sich
in einer marktgerechten Nutzklugheit

Der vorzeigbare Zwangsoptimismus
entfaltet sich
in einem marktgerechten Nichtdenken

12 Gedanken zu “Individualität

  1. So ist es.
    Wunderbar auf den Punkt gebracht: marktkonforme Verwertbarkeit, sich verwerten lassen, und zwar in allen Bereichen — eben nicht Individualiät, sondern seelenlose und sinnenleerte Konformität.
    Es ist traurig, dass das so wenigen bewusst ist.

  2. In unserer »marktkonformen Demokratie« hab ich die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen Individualität mit Egoismus verwechseln.

    Gauck sei dank, haben wir ja die »marktgerechte Freiheit des Individuums«.

  3. @Hartmut

    Ja. »Uns« wird die Freiheit suggeriert, auf dem Nächstunteren (verdientermaßen — also »er« hats ja wohl verdient und »ich« auch, mir) rumzutrampeln, damit »wir« uns frei und besser fühlen und/oder unsere »Karriere« befördern können. Einfach nur krank das Ganze. Und mich machts krank.

  4. @Frau Lehmann

    Bei dem ganzen Irr‐ und Wahnsinn seh ich noch 2 Möglichkeiten. Entweder ich verfalle dem Zynismus oder ich werde krank. Da ich schon krank bin, bleibt mir nur noch der Zynismus. ;)

  5. @Hartmut

    Nee, du bist nicht zynisch. Dafür bist du trotz allem noch zu sehr »Menschenfreund«, wenn ich mir deine (ist das o.k.?) Beiträge so anschaue. Wer noch weiß, was Empathie heißt und sie lebt, kann gar nicht zum Zyniker werden.
    Zynisch ist das, was »unsere« Neoliberalen täglich von sich geben und verzapfen, weil menschenverachtend.
    Galgenhumor triffts, denke ich, besser. :)

  6. @Frau Lehmann

    natürlich ist das o.k. — und dem Galgenhumor stimme ich auch zu.

    Martin Buber hätte gesagt, das ich erfahre ich nur im anderen — im Du.

  7. »Neidbasierte Kollektivideale«

    Und dabei geht es prinzipiell immer nur darum , andere auf das eigene , miese Niveau herunter zu ziehen , nie umgekehrt .

    Neoliberale werfen das auch gerne in einen Topf mit Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit ‚um damit letztere zu diskreditieren , siehe Götz Aly.

  8. »Nutzklugheit« finde ich auch nicht von schlechten Eltern...
    @Frau Lehmann/Hartmut: Heißt es nicht irgendwo, Zyniker seien enttäuschte Romantiker? :PROF:

  9. @Stefan R.

    ich weiß nicht wo, vielleicht Nietzsche ? Ist ja auch egal. Aber wenn, dann bitte Romantischer Idealismus. :)

  10. @ Stefan R.

    Glaub ich nicht. Wenn schon, dann wohl eher enttäuschte Idealisten? Selbiges sagt man aber auch, vorsicht!, über Terroristen.
    Aus enttäuschten Idealisten werden aber wahrscheinlich eher Spötter a la Tucholsky?
    Einmal Idealist — immer Idealist ;) Und die können durchaus klug sein, »Nutzklugheit« ist da aber ausgeschlossen.

    und @Hartmut

    Romantischer Idealismus = doppelter Idealismus ;) Aber schön! :)

    An solchen mangelts im Lande!

  11. Um das ganze nochmal auf die Spitze zu treiben, ist Individualität ein Marketingargument geworden. So z.B. für Handys, die ausser mir noch zig millionen andere Leute benutzen. Sehr individuell. Ich bin stolz, profillos zusein.

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