Das vergessene Libyen

»Die auftrumpfende Sprache der führenden Nato-Staaten, die sich nach der Eroberung von Sirte und Gaddafis Tod zu ihrem Sieg beglückwünscht haben, lässt ein tiefes Desinteresse am Schicksal des libyschen Volkes erkennen, das sie durch ihre Bomben angeblich schützen wollten«

- Patrick Haimzadeh, »Versöhnung und Erpressung«, Le Monde diplomatique, Dezember 2011, Seite 5

Anmerkung: Was ist eigentlich mit dem Irak, Afghanistan oder Libyen? Wie geht es den Menschen dort? Wie sind die politischen Verhältnisse? Nachdem Saddam Hussein, Osama Bin Laden und Gaddafi tot sind, kehrt nun Frieden ein? Wohl kaum. Nur unsere lieben Medien berichten nicht mehr darüber. Es gibt keine großen Persönlichkeiten, keine bekannten Bösewichter mehr, die man medial aufbereiten kann. Erst wenn wieder mehr als 10 Tote bei einem Anschlag oder einem Zwischenfall zu verzeichnen sind, wird es einen Bericht über diese Länder geben. In Libyen indessen gibt es Konflikte zwischen verschiedenen Clans und Stämmen. Die Rivalitäten und der Kampf um Macht, Prestige, Geld und Einfluss ist in vollem Gange. Ähnlich wie in Afghanistan und dem Irak, wird es auch in Libyen auf absehbare Zeit keinen Frieden geben.

6 Gedanken zu “Das vergessene Libyen

  1. @Epikur

    Man sorgt eben dafür, dass hinter der Küste Libyens, nach der Abschlachtung Gaddafis, ein Piraten bzw. Bürgerkriegsstaat — wie z.B. Somalia liegt.

    Der NATO, und der USA, ist dies egal — Im Gegenteil: Man kann dann — auch im Mittelmeer wieder — verstärkt gegen angeblich islam(isti)sche Piraten Jagd machen — wie einst die Kreuzfahrer des Malteserordens.

    Wir erleben eben wieder einen Rollback 800 Jahre zurück — Nur dass die Kreuzritter eben diesmal Frankreich und GB sind statt der Johanniter- bzw. Malteserorden (die übrigens für die damaligen moslemischen Staaten auch nichts anderes als Piraten waren).

    Gruß
    Bernie

  2. Wie sagt man so schön, der Leitwolf ist erledigt und nun wendet man sich neuen Aufgaben zu.
    Tja was interessiert es unsere Medien und unsere Politiker wie es den Menschen dort geht, was Recht oder Unrecht war, die Karawane zieht weiter.

    Einfach zum Kotzen diese ganze Heuchelei und Scheinmoral!

  3. Na immerhin hat unser geliebter Außenminister das Land besucht und sich versichern lassen, dass auch für Deutschlands Wirtschaft der Rubel wieder rollen wird, obgleich wir in der UNO so unartig waren ....

    Was interessieren die Menschen, wenn es um Öl geht. Humanität war schon immer eine vortreffliche Staffage für den großen Raibach.

  4. Der älteste Kriegsgrund überhaupt:

    Es werden Brunnen gebaut™

  5. Pingback: Libyen nach dem Abspann | einspruch!

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