Volk und Markt

»Griechenlands Premier Papandreou irritiert die Märkte: Er will sein Volk über das Euro-Rettungspaket abstimmen lassen — die meisten Beobachter fürchten ein Nein, was das Land in die Staatspleite treiben könnte. Die Börse reagiert verstört, der Dax startet mit einem dicken Minus in den Handel.«

- SpiegelOnline vom 1. November 2011

Anmerkung: Wer oder was sind denn »die Märkte«? Wieso werden keine Namen genannt? Die Medien sind doch sonst immer schnell dabei, Sachverhalte zu personalisieren. Beim »Markt« wird immer so getan, als sei er ein Gott-Leviathan, ein namenloses Etwas, dem man sich zu unterwerfen hat. Während der Leviathan bei Hobbes, dem Volk dienen sollte, ist er hier sein Gegenspieler: Markt vs. Volk. »Markt« und Demokratie (Volksabstimmung) vertragen sich wohl doch nicht, hm? Ich dachte immer, »die Wirtschaft« und »der Markt« seien für den Menschen da?

5 Gedanken zu “Volk und Markt

  1. Ich frage mich:

    Jede Hochkultur hatte folgende Phasen: Aufschwung, Blüte, Zenit, Dekadenz, Untergang (und ja! auch diese »Neue Weltordnung« ist eine Hochkultur, auch wenn es weh tut und auch die Opfer der Inka erscheinen uns heute auch als total unsinnig und primitiv).

    Was aber, wenn hier evtl. Leute (welche an den Hebeln sitzen) etwas gefunden haben, welches solche Auf und Abs SIMULIERT und sich die ganzen Pro und Contras, Linke und Rechte etc. KAUFEN kann, damit es aussieht wie Wandel, aber letztendlich bleibt alles beim gleichen?
    Kaufen mit »Geld«, was man einfach so drucken kann und damit die eigene Macht ERHÄLT.

    Ich weiß, das riecht nach VT, Bilderberger, Illuminati und dergleichen, aber es ist doch auffallend dass gewisse Familien (nicht nur die üblichen Verdächtigen) durch alle Krisen und Diktaturen geschliddert sind und jede Währungsreform überstanden haben, obwohl es doch angeblich immer von neuem losgeht, oder?

    Das Problem ist das Geld.
    Es MÜSSTE begrenzt werden (also GELTung haben) und es MÜSSTE hin und wieder enteignet werden, wenn die Gierigen mal wieder zuviel davon haben, aber so etwas kann man in Zeiten in denen Steuerfander in die Klappse gesperrt werden, wenn diese mal ihren Job machen, knicken!
    Und warum sollen wir uns eigentlich nur mit Geld abspeisen lassen und nicht mit Dingen die wirklich zählen (wie z.B. Rechte! Haus und Grund! Würde!)

    Wenn es jetzt dann wirtschaftlich scheppert, werden die alten und neuen Herren ihre Besitzurkunden und Adelstitel zücken, aber die Frage ist, wie lange die noch dieses Spielchen spielen können? Villeicht fällt diese Asozialisierung der Gesellschaft ja einmal auf sie zurück (naja)
    Je nachdem ob man Pessimist ist, kann man hier das »Ende der Geschichte« sehen oder auch nur eine weitere Hochkultur aus gefakten einzelnen Hoch– und Tiefpunkten (wie etwa diese Müllgrafik in Schulbüchern über die Konjunktur die ja auch immer auf und ab geht (warum eigentlich?))

    Ach was, alles verschwörungstheoretischer Müll.

    Und jetzt wählen wir Rot-grün-rot und dann kriegen wir Sozialstaat und Meinungsfreiheit und so.

    Hehe

    -,-

  2. Viel interessanter an dem Spielchen ist etwas anderes.
    Die Reaktionen zeigen sehr deutlich zum einen die Demokratiedefizite international aber auch, wie leicht die »Märkte« aus dem Gleichgewicht, ja in Panik zu bringen sind. Es mag ja sein, daß jetzt erst einmal ein wenig Ruhe eingekehrt ist. Ich schätze jedoch, daß es in Zukunft noch mehr solcher Irritationen geben wird.
    Was mich auch sehr wundert, mit welcher Leichtigkeit hier in Deutschland Demokratie in Frage gestellt wird. Vielleicht brauchen wir mal wieder eine Zeit der Herrenmenschen um die Vorteile der Demokratie wieder zu schätzen.
    Ich schätze mal, nachdem Panpanderou jetzt die Reaktion getestet hat, werden wir demnächst eine Volksabstimmung erleben.

    Wenn ich an Stelle der griechischen Regierung wäre, würde ich einen Hedgefond gründen, Kreditausfallversichungen im Hundert Milliardenbereich abschließen, das Land in Pleite rutschen lassen und mit dem Geld der Ausfallversicherungen wieder von neuem beginnen. Es wäre interessant, was passiert, wenn die Waffen der Spekulanten gegen sie selbst eingesetzt werden.

  3. Nur mit Hilfe der Sozialisten können wir die wildgewordenen Märkte besiegen!
    Und wenn wir dann gewonnen haben — was dann?
    Lernen wir als erstes das man Geld nicht essen kann?
    Oder sehen wir Solidarität von Griechenland, Italien, Spanien und Portugal?
    Oder besser, von Politikern, egal ob rot, grün, schwarz, gelb, braun oder gaga? Möglich, aber nur wenn wir wissen wohin sie entschwunden sind.

    Ein altes Sprichwort sagt: Hilft dir nicht Gott, dann hilf dir selbst.
    Is nich von Konfuzius!

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