Rausgemobbt!

Die Gleichstellungsbeauftragte in Goslar, Monika Ebeling, hat einen Fehler begangen: sie hat ihren Job ernst genommen: sie hat sich nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer eingesetzt. Das kann natürlich nicht sein. Feministinnen wollten sie loswerden. Nun wurde sie rausgemobbt. Gegen Monika Ebeling wurde gehetzt, sie wurde niedergeschrieben und fertig gemacht. Wie kann es eine Gleichstellungsbeauftrage wagen, sich für Männer einzusetzen? Den Männern geht es, im Vergleich zu Frauen, doch hervorragend in Deutschland: schlechter gestellt im Sorge‐ und Scheidungsrecht, härtere Strafen vor Gericht, Benachteiligung in der Schule, eine geringere Lebenserwartung, mehr Selbstmorde, mehr Obdachlose und Drogenkranke, kein eigenes Ministerium, keine Männerförderungspolitik, Prostatakrebsforschung liegt Jahrzehnte hinter Brustkrebsforschung zurück usw. Warum also nicht auch mal zur Abwechslung was für Männer machen?

Auf ihrem Blog »Geschlechterdemokratie« gibt es ein interessantes Statement von ihr:

Gegenstand unserer Auseinandersetzung ist dagegen die Einbeziehung von Männern in die Gleichstellungsarbeit. Das wird vom Gesetzgeber so verlangt und gehört zu meiner Aufgabe. Ich finde es notwendig und längst überfällig. Ich werde der, von meinen Kritikerinnen geforderten Ausgrenzung von Männern, auch weiterhin nicht nachgeben.

Da ist der Vater eines nichtehelichen Kindes, dem das Sorgerecht vorenthalten wird. Nicht, weil er der schlechtere Elternteil ist, sondern weil er ein Mann ist. Dieses Schicksal teilt er mit Millionen anderer Väter nichtehelicher Kinder.

Da ist der Vater, der Zweifel an seiner biologischen Vaterschaft hat. Er braucht aber für den notwendigen DNA‐Test die Zustimmung der Mutter oder einen richterlichen Beschluss. Jeden Hundehaufen kann man problemloser seinem Erzeuger zuordnen.

Da ist der geschiedene Vater, dem seine ehemalige Frau das Leben zur Hölle macht, indem sie gezielt sein Umgangsrecht sabotiert. Das geht an den Kindern nie spurlos vorbei!

Da ist der Mann, der an den etablierten Parteien verzweifelt, weil sie die notwendigen Reformen für die familiäre Gleichstellung nicht angehen mögen und den schwarzen Peter bei den Jugendämtern und Gerichten belassen.

Da ist der Mann, der psychisch und physisch gedemütigt wird und weiß, dass er nur belächelt wird, aber keine Hilfe erfährt.

Lieber möchte ich diesem Vater in seinem Wunsch, seine Kinder regelmäßig zu sehen, unterstützen.
Es geht hier um die Zukunft unserer Kinder!

Linke, Grüne und SPD haben sie dafür aus dem Stadtparlament abgewählt.

22 Gedanken zu “Rausgemobbt!

  1. Gleichstellungsbeauftragte — muss es nicht besser
    »Gleicherstellungsbeauftragte« heißen?
    Wie viele — nominal‐ männliche Exemplare gibt es davon? (Obwohl das ja eigentlich egal wäre, da das Geschlecht anerzogen sei.)

    Die Frau Ebeling hat einen entscheidenden Fehler gemacht — nämlich ihren Job.

  2. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung nannte Monika Ebeling die Zahl von 800 kommunalen Gleichstellungsbeauftragten, von denen zwei (!) männlich sein sollen.

    Interessant finde ich, dass Norwegen einen männlichen Gleichstellungsminister (nicht Frauenminister) hat und Gleichstellung dort nicht nur Frauen sondern auch Männer, verschiedene Altersgruppen, verschiedene Religionsgruppen, Behinderte und Nicht‐Behinderte usw. umfasst.

    viele Grüße

  3. »Benachteiligung in der Schule« — weil Mädchen im Durchschnitt die besseren Noten haben? Kann auch andere Gründe haben, naheliegende. Männer nutzen immer nur eine Hirnhälfte, Frauen beide gemeinsam. Bei gleicher Grundintelligenz sind darum bei Letzteren meist die besseren Ergebnisse zu erwarten, natürlich abhängig vom Themengebiet, über das sinniert wird.
    »Geringere Lebenserwartung« — Biologie. Schon immer so gewesen, auch und vor allem wegen des y‐Chromosoms, das wegen der wenigen Informationen darauf einen Defekt auf dem einzigen x (fast) nie zu kompensieren vermag, wie es ein weiteres, gesundes x könnte. (z.B. Bluterkrankheit)
    »mehr Drogenkranke« — Testosteron — Risikofreude, Impioniergehabe Ausserdem -in Studien bewiesen‐ haben Männer weniger Interesse an einem gesunden Lebenstil, womöglich, um dem Verdacht auf »weibische Ängstlichkeit/Vorsicht« zu entgehen.

  4. »Männer nutzen immer nur eine Gehirnhälfte, Frauen beide gemeinsam«
    ist ein schönes Konstrukt.
    Was nutzt einem der tollste Dualprozessor, wenn das Betriebssystem unrund läuft? Keine Updatefähigkeit aufgrund von fast ausschließlicher Selbstreferenzialität.
    Frau lässt einfach außer Acht, dass die typische Lehrkraft in der Grundschule, wo der Grundstein für die Looserkarriere gelegt wird, weiblich ist und »weibliches Verhalten« belohnt.
    Vielleicht liegt »Sinnieren« generell weniger Jungs, die dafür experimentierfreudiger oder handlungsorientierter sind als ruhige, brave Mädchen? Wessen Bedürfnisse werden mit Frontalunterricht und Stuhlkreispädagogik gestillt?

    Dass Männer also aufgrund ihres »minderwertigen« Y‐Chromosoms also kürzer zu leben hätten oder aufgrund des biologisch bedingten erhöhten Testosteronspiegels ihr Leben verkürzen, ist also eigentlich ein Argument gegen »Equal Pay«. Mann hat ja eh nicht lange was von seiner Rente, sofern er sie demnächst überhaupt noch erlebt.
    Rente ab 70 ist zutiefst männerdiskriminierend — ein klarer Fall für Männerbeauftragte.
    Die Frage sei noch gestattet: Wie bekommt man eigentlich rein gendertechnisch den höheren Testosteronspiegel wegerzogen?
    advocatus diaboli/off

  5. Eine Benachteiligung von Jungen in der Schule kann sich zum Beispiel darin zeigen, dass die Schulen nicht auf entsprechende Bedürfnisse von Jungen eingehen. Andersherum wurde in den letzten 30 Jahren sehr viel für die Bedürfnisse von Mädchen in den Schulen getan (was natürlich auch richtig ist).

    Ich versteh nicht, warum man sich nicht für beide Geschlechters einsetzen kann? Warum kann Gleichstellung nicht in beiden Richtungen funktionieren (nur dann ist es ja eine Gleichstellung)?

    Ich find es einfach schräg, wenn beispielsweise eine Gleichstellungsbeauftragte aus Nordrhein‐Westfalen öffentlich erklärt, sie fühle sich für Jungs und Männer nicht zuständig.

  6. @ Janne
    Korrigiere mich bitte, wenn ich falsch liege, aber musstest Du das -(was natürlich richtig ist)- nicht anfügen, um den andernfalls zu erwartenden, empörten Vorwürfen Deiner Geschlechtsgenossinnen zuvorzukommen? Wenn schon das Klima unter den Frauen einem Minenfeld gleicht, wenn’s um das »Gedöns« geht, wie soll Mann sich da noch mit Frauen verständigen?

  7. @unschland: Ich muss überhaupt nichts anfügen. Ich hab hier schlichtweg meine Meinung wiedergegeben.

    Um es deutlich zu machen: Ich halte überhaupt nichts von diesen ganzen Grabenkämpfen zwischen Frauen und Männern. Dort, wo es eine Benachteiligung gibt (ganz egal welches Geschlecht betroffen ist), sollte darauf auch reagiert werden. Von daher wünsche ich mir eine Gleichstellungspolitik, die beide Geschlechter (Frauen wie Männer, Mädchen wie Jungs) berücksichtigt.

    Es ist für mich nicht nachvollziehbar, wenn eine Gleichstellungsbeauftrage entlassen wird, weil sie sich für beide Geschlechter eingesetzt hat. Es gibt nun einmal auch gesellschaftliche Benachteiligungen von Jungen und Männern. Das heißt im Umkehrschluss aber natürlich nicht, dass ich nun nur noch die Männer im Blick haben möchte.

    Gleichstellungspolitik darf nicht auf einem Auge blind sein. Ein ganz gutes Beispiel ist für mich Norwegen, weil dort Gleichstellung alle Geschlechter und darüberhinaus auch verschiedene Altersgruppen und Behinderte umfasst.

  8. @Janne

    Da bin ich ganz Deiner Ansicht. Die Gleichberechtigungs‐, Feminismus‐ und Emanzipationsdebatte ist in Deutschland zu einem reinen Grabenkampf geworden, der vor allem eines macht: die Geschlechter spalten, statt sie zu vereinen. Deshalb meide ich das Thema meistens auch. Nur manchmal wird es auch mir zuviel, wie im obigen Fall.

  9. Bin durch Zufall zu diesem Thema gekommen und doch sehr erstaunt.
    Wenn auf der Grundebene der menschlichen Beziehungen noch soviel Unverständnis, Gegensatz und mangelndes Kommunikationsvermögen besteht, wie will man die globalen Feindseligkeiten der Völker (Führer der Völker) überwinden?
    Ich bin gerade nicht in Stimmung mich länger zu diesem Thema auszulassen,
    habe aber gerade festgestellt, das mein (ich männlich) Bekanntenkreis zu 90% aus weiblichen Personen besteht.

    Muß ich mir Sorgen machen?

  10. @ unschland
    »wenn das Betriebssystem unrund läuft? Keine Updatefähigkeit aufgrund von fast ausschließlicher Selbstreferenzialität.«

    Selbstbezogenheit ist doch eher bei Männern anzutreffen. Auf entsprechende Studien, die diese gewagten Thesen belegen könnten, wäre ich gespannt. Andererseits sehr kreativ aus den Fingern gesogen, solche Männerphantasien amüsieren zumindest.
    Rente ab 70 ist nur dann ok, wenn der Eintritt ins Arbeitsleben entsprechend später erfolgt, so mit 30, da hat man was von seiner Jugend. Also Rente in »Frührente« und Altersrente unterteilt wird. Ansonsten ist mit Pensionierung ab 60 die Grenze des moralisch Vertretbaren erreicht gewesen, auch für Frauen, wie ich finde. Ältere stellt ohnehin kaum jemand ein.

  11. Anders als meine Vorrednerin sehe ich Benachteiligungen sowohl von Frauen als auch von Männern. Benachteiligungen zum Beispiel von Jungen in der Schule sind auch nicht allein Schuld der Jungen. Ebensowenig wie Benachteiligungen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt allein Schuld der Frauen sind.

    Gleichstellung muss (meiner Meinung nach) bei beiden Geschlechtern ansetzen. Ein Beispiel wäre, dass es inzwischen auch einen Boys‐Day gibt (nachdem es zehn Jahre ausschließlich einen Girls‐Day gab). Ein anderes Beispiel wären die Hautkrebs‐Vorsorgeuntersuchungen, die inzwischen für beide Geschlechter ab 35 Jahren angeboten werden (und nicht mehr wie bis vor ein/zwei Jahren für Frauen ab 30 und für Männer ab 45 oder 50 Jahren). Das sind Beispiele, wie Gleichstellung ganz konkret auch zugunsten von Männern umgesetzt werden kann.

    Daneben gibt es leider immer noch Bereiche, in denen Männer benachteiligt werden. Der Männergesundheitsbericht des Familienministeriums hat gerade festgstellt, dass Präventions‐ und Therapieangebote speziell für Männer fehlen und hier ein Nachholbedarf besteht. Ich glaube, es gibt über 300 Frauenhäuser, aber kaum entsprechende Einrichtungen für Männer. In Norwegen wurde just eine Studie über häusliche Gewalt (begangen von Frauen gegen Männer) vorgestellt. Und wenn ich dann lese, dass Gleichstellungsbeauftragte sich weigern, sich auch für die Gleichberechtigung von Jungs und Männern einzusetzen oder eine Gleichstellungsbeauftragte entlassen wird, weil sie sich beiden Geschlechtern annehmen will, kann ich das nicht nachvollziehen.

    Ich wünsch mir auch, in Zukunft mit mehr Respekt voreinander und ohne solche Kommentierungen (»solche Männerphantasien amüsieren«) diskutieren zu können.

  12. »Anders als meine Vorrednerin...«?
    Ich streite keineswegs ab, dass auch Männer benachteiligt werden, wie durch rechtliche Schwierigkeiten, einen Vaterschaftstest zu veranlassen.
    Man sollte sich aber schon fragen, ob die erweiterten Angebote zur Gesundheitsvorsorge durch das Geschlecht, welches, statistisch belegt, seltener zur Vorsorge oder allgemein zum Arzt geht, auch angenommen würden. Ich glaube, hier muss sich ebenfalls etwas an der Einstellung der meisten Männer ändern, bzw. sollten deren Frauen sie notfalls »zum Arzt schleifen«.
    Ein Männerhaus finde ich wenig sinnvoll. Welcher Mann zöge da ein? Aus (Todes)angst vor einer Frau... Schwer vorstellbar.
    »Solche Kommentierungen« sind zu derartigen Verleumdungen (»Betriebssystem läuft unrund«, »keine Updatefähigkeit aufgrund von fast ausschließlicher Selbstreferenzialität«) durchaus angebracht. Egal ob der Verfasser nur mich oder alle Frauen meinte — somit auch eine Janne, übrigens. Und mir noch subtil vorwirft, ich hätte das y‐Chromosom als minderwertig hingestellt, nur weil weniger Gene darauf liegen.

  13. Ich finds gut, wenn Sie auch Benachteiligungen von Jungen und Männern anerkennen. Wobei ich es schade finde, dass Sie kaum zwei Sätze später wiederum den Bedarf an Männerhäuser bestreiten (»Aus (Todes)angst vor einer Frau... Schwer vorstellbar«). Es gibt eben auch schwere häusliche Gewalt, die von Frauen ausgeht und Männer und Jungen trifft. Und diese haben ebenso ein Recht auf Schutz und Unterstützung wie misshandelte Frauen.

    Bei Interesse: Auf youtube gibt es eine ganz gute Reportage des NDR über häusliche Gewalt gegen Männer (Meine Frau schlägt mich — Häusliche Gewalt gegen Männer).

  14. Kann mich nur anschliessen. Weder Gewalt noch Selbstbezogenheit sind geschlechtsspeziefisch. Sicherlich sind Männer häufig physiologisch bedingt eine potentiell größere Gefahr in Bezug auf körperliche Gewalt, aber dies ist bei Gewalt in engen Beziehungen nicht unbedingt relevant. Die psychische Bereitschaft zur Gewalt ist vermutlich relevanter. Diese mag kulturell bedingt seltener oder weniger bei Frauen entwickelt sein, aber sie kommt vor manchmal womöglich anders ausgeprägt.
    Potentiell würden Hilfsangebote für Männer die Opfer familärer Gewalt werden weniger angenommen, genauso wie Vorsorgeuntersuchungen, das ist aber eigentlich kein Argument gegen sie, denn sonst wären es keine Angebote. Diese können per Definition nunmal auch abgelehnt werden (abgesehen von den in der Halbwelt beliebten »Angeboten die man nicht ablehnen kann«), aber das macht sie nicht weniger sinnvoll. Neben dem praktischen Nutzen dieser Angebote können sie zudem ein gesellschaftliches Statement darstellen.

  15. @ Iris Ring
    Zitat »»Geringere Lebenserwartung« — Biologie. Schon immer so gewesen, auch und vor allem wegen des y‐Chromosoms, das wegen der wenigen Informationen darauf einen Defekt auf dem einzigen x (fast) nie zu kompensieren vermag, wie es ein weiteres, gesundes x könnte. (z.B. Bluterkrankheit)« Zitat Ende
    Falsch. In der sogenannten »Klosterstudie« wurde vor etlichen Jahren schon nachgewiesen, daß Menschen bei ähnlicher Lebensführung auch ähnlich alt werden.

    Zitat »»mehr Drogenkranke« — Testosteron — Risikofreude, Impioniergehabe Ausserdem –in Studien bewiesen– haben Männer weniger Interesse an einem gesunden Lebenstil, womöglich, um dem Verdacht auf »weibische Ängstlichkeit/Vorsicht« zu entgehen.« Zitat Ende
    Im Gegensatz zu Frauen wurde bei Männern auch nie ein gesellschaftlicher Wert darauf gelegt, daß Männer auf ihre Gesundheit zu achten haben. Daß es erst seit einem Jahr einen Männergesundheitsbericht gibt, der zudem in seiner Billigkeit kaum zu übertreffen ist, sagt zu dazu schon alles. Wäre ein Thema, wenn Gender nicht als Frauenförderung behandelt würde.

    Zitat »Ein Männerhaus finde ich wenig sinnvoll. Welcher Mann zöge da ein? Aus (Todes)angst vor einer Frau... Schwer vorstellbar.« Zitat Ende
    Es gibt in Deutschland zwei Männerhäuser, die keinen Pfennig öffentliche Gelder bekommen. Männergesundheit und Männersicherheit interessieren die Gesllschaft nicht. Und Männersolidarität existiert nur in der Phantasie von Feministinnen. Die beiden Männerhäuser sind durchgehend voll belegt. Wo es also Fluchtmöglichkeiten für Männer gibt, werden sie genutzt. Du wirst aber schon deine Gründe haben, Männerhäuser abzulehnen.

  16. Lieber Andreas,
    in die Statistiken zur »Lebenserwartung« fliessen auch die im Kindesalter an (Erb)krankheiten Verstorbenen ein. Und diese sind häufiger männlich, aus dem schon genannten Grund. Es werden sogar mehr (51%) Jungen geboren, um die höhere Kindersterblichkeit auszugleichen. Weiters sind Mädchen zwar weniger stark, was Muskelmasse betrifft, dafür jedoch zäher. Selbst die Christenbibel gesteht Frauen 7 Jahre mehr zu — schon damals eine allgemein bekannte Tatsache, wie man daraus leicht ableiten kann.

    Dass kein »...gesellschaftlicher Wert darauf gelegt [wurde], daß Männer auf ihre Gesundheit zu achten haben« mag sicher zutreffen. Natürlich sind auch sie Opfer einer kranken Gesellschaft, im Patriarchat (als Waffe und Kanonenfutter) ebenfalls missbraucht worden. Trotzdem ändert das nichts an der Sachlage hinsichtlich ihrer Einstellung bzgl. Vorsorge und Arztbesuche. Ohne Schuldzuweisungen: Daran sollte sich etwas ändern, schon allein ihren Familien zuliebe.

    Dass die Männerhäuser voll belegt sind, sogar, dass es bereits welche gibt, war mir neu. Ich vermute allerdings, Männer nutzen sie weniger aus Angst, sondern vielmehr aus sozialen Gründen. So oder so, immerhin ist es sehr erfreulich, dass manche Männer mittlerweile auch »Schwäche« zeigen und Hilfe annehmen, statt immer den starken Mann markieren zu wollen. Eine positive Entwicklung.

  17. Der Faktor Lebenserwartung hat auch viel mit den Lebensumständen zu tun. In aller Regel arbeiten Männer in den lebens‐gefährlicheren Jobs als Frauen: Kraftwerke, Bau, körperlich anstrengende Lohnarbeiten, Chemiewerke usw. Die Lebenserwartung nur auf den Faktor Genetik zurückzuführen halte ich für genauso einseitig, wie alle anderen Erklärungen, die soziale und gesellschaftliche Tatbestände bewusst ausklammern und nur die Evolution heranzieht.

    Männer zeigen nicht nur deshalb wenig Schwäche, weil sie die Coolen und Harten sein wollen, sondern weil dies auch so gewünscht und gefordert wird. Wehleidige, depressive und traurige Männer werden von Frauen gnadenlos ignoriert und als Weicheier und Heulsusen abgestraft. Mütter bringen ihren Söhnen schon in jungen Jahren bei, dass sie »sich mal nicht so haben sollen«, wenn sie z.B. hingefallen sind. Frauen wollen in aller Regel Männer, die körperlich größer und älter sind. Sie sollen selbstbewusst, unabhängig und stark sein, »mit beiden Beinen im Leben stehen«. Ich glaube, es gibt nicht wenige Männer die still, leise und heimlich leiden.

  18. Einen wehleidigen oder kleineren Mann wünscht sich wohl kaum eine Frau. Aber viele Leute angeln sich gerne jemand Jüngeren. Selbstbewusst und stark sollte jeder sein, und natürlich sollte man(n) auf eigenen Füssen stehen, anstatt bequem im »Hotel Mama« zu logieren. Manche Frauen mögen aber keine bodenständigen Pragmatiker, sondern das genaue Gegenteil, oder zumindest die goldene Mitte zwischen jenen Extremen. Ganz sicher möchte niemand einen gefühllosen Eisklotz als Partner, der nie weint, sich keine Gefühle anmerken lässt — einen emotionellen Krüppel »alter Schule«. Oder gar den Diederich Heßling« — Typ.
    Frauen sind nur instinktiv darauf gepolt, sich einen betuchten Ernährer für ihre Nachkommen zu suchen — die sie dann bevorzugt mit dem Traumtyp zeugen, der auch ein bitterarmer romantischer Melancholiker sein mag. Von Gesellschaften, in denen der materielle Besitz von der Mutter auf die Töchter übergeht, Ehen überdies »Besuchsehen« sind, wurde dieses Dilemma allerdings gelöst. Frau kann sich durch einen reichen Partner nie finanziell verbessern, und so einfach den bevorzugten Mann heiraten. Ohne das Kuckuckskinder — Problem.

  19. @ KRB
    Dennoch spielt der Faktor Genetik eine Rolle, oder kamen die Mönche schon als Mönche in diesem Kloster zur Welt? Das sind Männer, die ihre Kindheit überlebt haben, also halbwegs intakte Erbanlagen aufweisen dürften — phänotypisch. Mein Weltbild wäre wegen solcher Details schwer ins Wanken zu bringen, nebenbei.

  20. @Iris Ring 04. Juni 2011 um 00:41
    Die Studie zeigt an, wieviel Lebensjahre 25‐jährige noch haben.
    Die Kindersterblichkeit wird dabei ausgeblendet.
    Wie Du schon richtig schriebst, sind in D ca. 51% der Neugeborenen Jungen.
    Die Jungen/Männer sind in der Mehrzahl, bis ungefähr 35–40 Jahre. Dann gibt es mehr Frauen. Ab 70 Jahre wirds dann extrem, 33%:67% bis hinauf zu 2080.
    Daran kann man erkennen, dass die Kindersterblichkeit, ja sogar der »jugendliche Leichtsinn« Auswirkungen hat, aber die Mehrjahre an Lebenserwartung nur zu einem sehr kleinen Teil damit zu erklären sind.
    Vielmehr scheinen Mutmaßungen, dass hartes Arbeitsleben ein wichtiger Faktor sind, ich vermute auch, Testosteron/Adrenalin in Konkurrenz‐/Konflikt‐Situationen, denen Mönche kaum ausgesetzt sind.
    Vielleicht liegts aber auch nur an stressigen Partnerinnen ;)

    @Iris Ring 04. Juni 2011 um 00:26
    »Oder gar den Diederich Heßling‐Typ«
    Ich fürchte, einen (privaten) Untertan als Partner wünschen sich gar nicht so wenige Frauen. Die finden sich aber kaum in solchen Foren.

  21. Ich war seit fast 34 Jahren verheiratet. Meine Frau starb vor mehr als zwei Jahren. Ich kann nur eins sagen. Zitat von John Lennon:

    »The love you make, is equal to the love you take.«

    with love
    Hajo :MRGREEN:

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