Moderne Sklaven

Im Frühling des Jahres 2004 hat sich der gemeinnützige Verein Fairwork e.V. gegründet. Nicht selten werden Praktikanten, mit der Hoffnung auf eine feste Stelle, ausgebeutet. Die Anforderungen an Praktikantenstellen sind teilweise so hoch wie für reguläre Stellen, nur eine Bezahlung ist kaum oder gar nicht vorhanden. Dabei sind viele Hochschulabsolventen hochqualifiziert und Arbeitsplätze für sie sind scheinbar auch vorhanden. Nur anständig bezahlen will man sie nicht. Fairwork e.V. versteht sich als Interessensvertretung für Praktikanten. Die Plattform gibt Tips zu Praktikantenrechten, stellt Erfahrungsberichte über Praktika online und prämiert besonders faire Praktikumsstellen. Übrigens arbeiten in 9 der 14 Bundesministerien alle Praktikanten grundsätzlich unentgeltlich: die meisten Praktikanten, nämlich 871, nahm im vergangenen Jahr das Auswärtige Amt auf — ohne Vergütung.

8 Gedanken zu “Moderne Sklaven

  1. @George Orwell (? Delstop)
    Eigentlich wollte ich dir, ( zugegeben, aus dem Affekt heraus), bezüglich eines auf Angebot und Nachfrage basierenden Abhängigkeitsverhältnisses widersprechen. Aber nein. Es ist so. Du hast vollkommen recht.

  2. Durch die Vorschrift teils mehrmonatiger Praktika in manchen Studiengängen, gern auch gleich zwei davon, schafft man sich das Angebot gleich selbst.

  3. Übrigens ist das BMU nicht einmal bereit, die Haftpflichtversicherung für vom Praktikanten während der Arbeitszeit verursachte Schäden zu übernehmen. Bei der Bewerbung wird ein Nachweis über bestehende Haftpflichtversicherung gefordert.

  4. Wen wundert dann der besagte »Fachkräftemangel« ?
    Mit der Anzeige : » Suche BILLIG & WILLIG denn BILLIG — WILL ICH « fühlt man sich als Fachkraft auch sofort angesprochen. Naja, die Bulgaren werdens schon richten. ;p

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