Filmtipp: 72 Stunden — the next three days

Für mich gibt es immer weniger Filme, die ich als spannend, mitreißend oder »gut« befinden würde. Viele Charaktere handeln mir zu unglaubwürdig, sind zu glatt, zu stark, zu perfekt. Seit einiger Zeit gibt es jedoch einen Trend in der Filmbranche,  die Hauptrollen menschlicher, also durchaus mit Schwächen zu versehen: »the Wrestler« oder »the big Lebowski« sind zwei solcher Filme. Die Serie »breaking bad« ebenso. Der Kinofilm »72 Stunden« mit Russel Crowe in der Hauptrolle wagt diesen Schritt zwar nicht ganz, ist dafür aber glaubwürdig und spannend inszeniert.

Die Geschichte ist relativ schnell erzählt, die Frau eines Familienvaters wird urplötzlich wegen Mordes verhaftet und bekommt lebenslänglich. Ihr Mann John Brennan (Russell Crowe), der nun den gemeinsamen Sohn alleine aufzieht, glaubt an einen Justizirrtum und versucht sie gewaltsam aus dem Gefängnis zu befreien.

Was die Geschichte so spannend macht, ist eine durchweg realistische und glaubwürdige Inszenierung. Crowe spielt keinen perfekten Möchtegerngangster, sondern einen Lehrer und Vater, der an seine Frau und Familie glaubt. Dafür geht er an und über die Grenzen des Legalen. Das Motiv, liebender Vater befreit seine vermeintlich zu Unrecht inhaftierte Frau und versucht den gemeinsamen Ausbruch, ist dabei weniger spannend, als die Darstellung eines Lehrers, der auf »die schiefe Bahn« gerät und dabei allerlei Fehler macht. Genau das machte die Serie »breaking bad« auch schon so interessant.

Ein Film, der sicher nicht in die Geschichte eingehen wird, durch seine intensive Charakterzeichnung aber spannend inszeniert ist. Einen Trailer gibt es hier:

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