Anime II — Ergo Proxy

Die Anime‐Serie »Ergo Proxy« (2006) konnte ich schauen, wie ich japanische Animes am liebsten schaue. Im Original mit Untertiteln. Denn ich finde keine deutsche oder englische Synchronisation kann der emotionale Sprechweise der Japaner das Wasser reichen. Allerdings dürfte »Ergo Proxy«  selbst in der Muttersprache nicht leicht zu verstehen sein. Nicht weil die Story so kompliziert ist, sondern weil der Zuschauer oft im Ungewissen gelassen wird und man sich manche Dinge selbst zusammenreimen muss.

In der ersten von 23 Episoden sind wir in einer hochmodernen Stadt, die auf der ersten Blick sauber und ordentlich ist. Wir begleiten Re‐L Mayer in ihren Gedanken, wie sie die ganze Oberflächlichkeit und Arroganz hinterfragt. Auch wenn sie ein Teil des Systems ist. Vincent Law wird erst gar nicht als Hauptcharakter erkannt, da er nur ein unwichtiger Arbeiter ist. Und dann zerreißen zwei Proxys die Oberfläche dieser heilen Welt.

Durch die folgenden Geschehnisse sind Re‐L und Vincent gezwungen, die Stadt zu verlassen und wir erkennen, dass der Rest der Welt einem postapokalyptischen Ödland gleicht. Dies wird von dem ungleichem Paar bereist. Ein weiterer Begleiter ist Pino, das wohl niedlichste Mädchen, dass ich je in einem Anime gesehen habe. Und das meine ich im positiven Sinne. Auch wenn sie ein Android ist, so scheint sie in der Welt von »Ergo Proxy« der letzte Funke Fröhlichkeit zu sein.

In den weiteren Episoden versucht Vincent, seine Erinnerung wieder zu erlangen. Denn er scheint auf eine unbekannt Weise, mit den Proxys verwickelt zu sein. Dadurch treten die grundsätzlichen Fragen des Menschsein, wie auch in »Ghost in the Shell« oder »Blade Runner«, auf. Immer wieder treffen sie auf andere Proxys und auch die Geschichte in der Stadt geht weiter, doch einige Episoden brechen das eigentliche Konzept, was die Serie um so sehenswerter macht. So werden in einem sehr späten Teil viele Antworten in einer Quizsendung beantwortet. In einem anderen Teil dagegen werden Disneyfiguren persifliert.

»Ergo Proxy« lässt sich Zeit und ist durch seinen Zeichenstil sehr stimmig. Es gibt eine deutsche DVD, wer mit Japanisch nichts anfangen kann. Ich rate von der englischen Version allerdings ab. Wie von allen englischen Synchronisationen, wenn es nicht gerade die Hollywoodstars sprechen.

 

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