Archiv für 2010

Kinder in Deutschland, Teil8: Weihnachtsmaterialismus

18. Dezember 2010 von epikur

Weihnachten für Kinder wird maßlos überschätzt. Sicher ist es für viele Kinder eine sehr harmonische Familienzeit. Mit Weihnachtsbaum, Leckereien und harmonisches Beisammensein der Familie. Dennoch folgt gerade auch das christliche Weihnachtsfest dem kapitalistischen Markt– und Konsumprinzip. Es wird viele Weihnachtsgeschenke für Kinder geben, die Unternehmen und Konzerne natürlich nicht an Kinder verschenken, sondern kräftig daran verdienen. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) nennt das: Konsumklima zum Weihnachtsgeschäft. Kinder werden durch Weihnachten eben nicht nur durch Familienharmonie geprägt, sondern schon früh mit einer Gesellschaft, die auf Konsum und Materialismus aufbaut, vertraut gemacht. Weiterlesen »

Menschenrechte nur für Deutsche!

17. Dezember 2010 von epikur

Die 16 Jährige Schülerin Aydin (Name geändert) aus Badenhausen, im Landkreis Osterode, wollte mal eben auf die Toilette gehen. Der Deutsch– und PW-Lehrer Dirk H. meinte daraufhin: »Du bist Türkin und hast hier keine Rechte!«. Er hatte in der Haupt– und Realschule gerade über das Thema Menschenrechte referiert und wollte damit wohl gleich klar machen, dass die nur für Deutsche gelten. Türken und andere Ausländer sollen wohl gefälligst mit Windeln in die Schule kommen oder sich gleich in die Hosen machen? Ob Dirk H. mit Thilo Sarrazin verwandt ist? Oder wachsen diese Unmenschen mittlerweile wie Unkraut aus dem Boden?

Quelle: NDR.de vom 9. Dezember 2010

Status-Denken

16. Dezember 2010 von epikur

Mein Gott, wie mich das nervt! Die Frage nach Beruf und Abschluss sind fast immer die ersten Fragen, wenn man einen Menschen neu kennenlernt. Auf dem Arbeitsplatz, in der Kneipe, auf Partys, bei Freunden, in der Öffentlichkeit. Egal wo. Menschen werden abgecheckt, eingeordnet und dann kategorisiert. Abschließend folgt, in Kombination mit Aussehen und Kleidung, eine Erstbewertung. Hat man studiert, sein Diplom gemacht und verdient ganz gut, gibt es aufschauende Blicke und »Ohh-Floskeln«. Ist man erwerbslos, darf  man sich schämen und gleich rechtfertigen, warum man denn keine Lohnarbeit habe. Mit viel Glück wird die Rechtfertigung angenommen werden. Meistens wird aber heimlich abschätzig über die Person gedacht werden: »hmmm...ein Arbeitsloser, ein fauler Sack, jemand ohne Geld und Ansehen«.

Wieso fällt es Menschen so schwer, den Menschen an sich zu sehen? Stattdessen wird immer und immer wieder der Sozialstatus abgefragt. Wenn Lohnarbeit den Menschen von sich selbst entfremdet, ist es absurd, nach genau der Lohnarbeit zu fragen, um einen Menschen einschätzen zu können. Menschen sind nicht ihre zum Zwang erhobene Lohnarbeit, sondern ihre Bedürfnisse, ihre Leidenschaften, ihre Neigungen,  ihre Stärken und Schwächen, ihre Ängste und ihre Wünsche. Das machen Charakter und Persönlichkeit aus.

Traurige Realität

14. Dezember 2010 von epikur

Die Ausgrenzung von Erwerbslosen ist in vollem Gange. Erwerbslose werden als Menschen zweiter Klasse behandelt. Sozialtranfers werden gekürzt, eine ständige Medienhetze gegen Arbeitslose findet statt, Kinder von Hartz4-Empfängern können sich keine Klassenfahrten und warme Mahlzeiten leisten, Arbeitslose werden gezwungen in günstigere Wohnungen umzuziehen und prekäre Arbeit anzunehmen, Langzeitarbeitslose haben kaum eine Chance auf eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitarbeit, Sozialgerichtsgebühren hindern Arbeitslose daran ihr Recht wahrzunehmen, BA-Mitarbeiter schikanieren und drangsalieren Erwerbslose mit offener Willkür usw. Vor ca.70 Jahren hat es schon mal so angefangen.

Verantwortungsdefizit

12. Dezember 2010 von epikur

Das Prinzip Eigenverantwortung als Euphemismus für Sozialabbau, Egoismus und Solidaritätsabbau ist in Politik, Wirtschaft und Medien weit verbreitet. Die Menschen sollen mehr Eigenverantwortung zeigen, heißt es, wenn sich Lebensrisiken verschärfen und es vielen Menschen –durch politisches und unternehmerisches Handeln– in Deutschland immer schlechter geht. Oder anders ausgedrückt: ihr seit selbst schuld! Uns trifft keine Schuld! Interessant ist, wie eigenverantwortlich Politiker, Unternehmen und Wirtschaftseliten eigentlich sind? Weiterlesen »

TV-Duell der Extraklasse

11. Dezember 2010 von epikur

»Die Wirtschaftskrise ist mit uns nicht zu machen«, schwadroniert der Vorsitzende der PARTEI Martin Sonneborn in einem TV-Duell mit Matthias Matussek von der Deutschen Klassik-Partei (DKP) vom Jahre 2009. So sollten TV-Duelle aussehen! :)

Im Jahr 2080...

10. Dezember 2010 von epikur

...fragt ein Linguistik-Student seinen Professor:

Was bedeutet der Begriff »Enthüllungsjournalismus«?

Der Professor runzelt mit der Stirn. Ihm fällt nur der Begriff »Hofberichterstattung« ein. Ob das der Student meint? Er weiß es nicht.

Neusprech: Faulheit

08. Dezember 2010 von epikur

»Die Arbeit ist etwas Unnatürliches. Die Faulheit allein ist göttlich«.

- Anatole France

Faulheit bezeichnet im Sinne von faul und Fäulnis, dass Verderben und das Verwesen von Obst und von Tieren. Im Zeitalter von Arbeitsfetischismus, Sklavenmoral, Arbeitssucht und vorauseilendem Arbeitsgehorsam ist der Vorwurf der Faulheit eine schlimme Sünde. Wer als faul bezeichnet wird, sei träge, arbeitsscheu, unnütz, wertlos und letztlich gar überflüssig. Der Begriff ist im Kapitalismus negativ konnotiert und wird als Waffe gegen all jene verwendet, die sich nicht dem Hamsterrad der ewigen Selbstverwertung unterwerfen können oder wollen. Weiterlesen »

Ken Jebsen über WikiLeaks

07. Dezember 2010 von jtheripper

Der Mann der früher mit einer Banane durch die Stadt gerannt ist, bringt hier mal alle wichtigen Zusammenhänge auf einen Nenner. Bitte anhören und weiterreichen!

Danke an MalteNetzer für den Hinweis.

Gott ist ein Auto

06. Dezember 2010 von epikur

»1950 gab es in der BRD 2 Millionen motorisierte Fahrzeuge, davon mehr als die Hälfte Motorräder; 1973 waren es 22 Millionen, heute sind es 50 Millionen«

- Harald Welzer, die automobile Republik, Blätter Ausgabe November 2010

Das Automobil hat sich tief in den Habitus der Deutschen eingegraben. Das Auto ist ein Symbol in vielerlei Hinsicht: Status, Potenz, Freiheit, Wohlstand, Luxus, Komfort, Macht, Spass und Technologie. Es ist ein bedeutendes Wirtschafts– und Gefühlsgut, für viele gar ein Fetisch. Die Autoindustrie ist in Deutschland einer der wichtigsten Wirtschaftszweige und eng mit der Politik verbandelt. »Auto« ist –neben Mama, Papa und Ball- auch einer der ersten Begriffe, die kleine Kinder sprechen lernen. Gleichzeitig ist das Auto aber auch ein Mordwerkzeug und Umweltverpester. Im Jahr 2009 sind laut dem statistischen Bundesamt in Deutschland 4152 Menschen durch Verkehrsunfälle gestorben.

Wie würde eine deutsche Gesellschaft ohne Auto aussehen? Könnte es sie überhaupt noch geben?

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