Freiheit als Zwang, Zwang als Freiheit

»Das, was man bei uns hier Freiheit nennt, das hat man nur nach Feierabend. Das hat man, wenn man pennt. [...] Das, was man bei uns hier Freiheit nennt, das ist doch ziemlich schizophren. Diese Freiheit die macht Dich verrückt, die gibts in Scheiben, aber niemals am Stück. Das halbe Leben machst Du Lohnarbeit, die andere Hälfte bist Du Mensch auf Zeit. Die eine Hälfte wirst Du als Abtreter benützt, die andere Hälfte wird Deine Würde geschützt. Die eine Hälfte sollst Du Deine Knochen hinhalten, die andere Hälfte Deine Persönlichkeiten falten. Die eine Hälfte bist Du Untertan und in der Freizeit darfst Du König spielen«

- Floh de Cologne aus ihrem Lied »Deine Freiheit« aus dem Album Lucky Streik vom Jahre 1973

12 Gedanken zu “Freiheit als Zwang, Zwang als Freiheit

  1. Bezug: Wie unabhängig sind Blogger? / Feynsinn

    DANKE, DANKE, DANKE, DANKE, DANKE, ...

    Eine gemeinsame Plattform ist eine gute Idee, um Kräfte zu bündeln. Allerdings brauchts dafür wirklich ein gutes Konzept, damit es keine Kompetenz‐Streitereien gibt oder sich Leute benachteiligt fühlen. Solange es so ein ausgereiftes Konzept nicht gibt, sehe ich leider nur die Gefahr, dass so etwas in einem Riesenstreit endet.

    BITTE, BITTE, BITTE, BITTE, BITTE, BITTE, ...

    Versuch was, fang an !!!!!!!! — vergessen wir all die Egozentriker und Narzissten wie etwa Feynsinn usw.

    (Ich melde mich deshalb hier, weil er mich durch die Tür rausgeschmissen hat — ist auch viel besser so -, durch ein Fenster will ich aber nicht rein.)

  2. Freut mich, dass Dir mein Kommentar auf Feynsinn gefallen hat, auch wenn das hier nicht unbedingt zum Thema des Beitrages passt ;)

    Wie so ein erfolgreiches Konzept für eine »gemeinsame Plattform« aussehen könnte, um als linkspolitische Blogger wohlmöglich mehr Einfluss bzw. eine größere Wirkung zu erzielen, weiß ich allerdings wirklich nicht. Ein schwieriges Unterfangen, was mit vielen Risiken verbunden ist. Die versteckten Egozentriker und Narzisten unter den Bloggern werden immer die ersten sein, die solch einen Vorschlag ablehnen werden. Schließlich haben sie genug Leser und positive Kommentare, die sie glücklich stimmen. Warum also das Risiko eingehen, bei einer gemeinsamen Sache sich evtl. an Kompromissen zu versuchen?

    Die große Frage lautet also zunächst: Weshalb wollen wir eine gemeinsame Plattform? Was soll damit realistisch erreicht werden?

  3. Leute, echt. Hier gehts doch nur um fehlende Ideen.
    Worüber wir generell reden ist der Unterschied zwischen »blogger« und »autoren«. Der eine schreibt Tagebücher, der andere Bücher. Der eine was er denkt, der andere vielleicht auch, — aber mit Zweck. Was stört ist, das mit dem Begriff des »bloggers« Werbung gemacht werden soll, um einer neuen Idee auf die Sprünge zu helfen. Neuen Ideen gibt man auch neue Namen, ganz besonders wenn ansonsten die Gefahr besteht, das etwas wundervoll funktionierendes evtl. zerstört werden könnte.

    Eine Plattform ist eine Webpräsentation. Warum macht man nicht einfach das was jeder macht, wenn er was neues an den Mann/Frau bringen will. Was gesucht sind, sind »Autoren« die zielgerichtet schreiben. Blogger die das tun, verlieren dabei ihre Tagebuchmentalität. Da sind aber jede Menge davon vorhanden, die ausreichend schreiben können, um auf so einer Plattform auch als Autoren zu agieren, ohne das man das mitbekommen muss. Es ist doch jetzt wirklich kein Ding, sich bei einem Provider für 40 Euro einen Webserver mit vernünftigem Linux, und einer Datenbank zu mieten, auf dem man einfach was neues aufzieht. Macht eine Online‐Zeitung z.B. Oder gleich mehrere. So was wie Spiegel‐Online. Die durschnt. Software die dahinter steckt ist grottenerbärmlich. Da sind 100 blogger zusammengebracht worden. Min. 20 davon sind bestimmt fit genug, allemal so was wie eine vernünftige Online‐Zeitung im Webformat hin zu bekommen. Sinnvoll wäre noch jemand der sich mit Design auskennt. Oder einfach nur eine politische Plattform mit eben vielen Autoren. Und alles ohne einmal dabei das Wort »bloggen« zu verwenden. Ein Magazin vielleicht. Eine ganze Magazinreihe. Ein Wettbüro für den besten Systemanalytiker. Was auch immer. Euch mangelt’s doch wirklich nicht an Ideen. Warum etwas benutzen, was dadurch in Gefahr gerät, nur weil das nun mal gerade vorhanden, und bekannt ist, und mit so Zeugs wie wordpress, und blogspot bequem aufgebaut werden kann. Wer weiß, vielleicht ergibt sich daraus sogar ein ganz neues Genre für automatisierte Webformate, wie sie z.B. speziell für blogger geliefert werden. politpress.com z.B. Wär doch mal was ;) Ich bitte euch Leute. Seid einfach ein wenig kreativer. Keiner hat Probleme damit, bei gemeinsamen Sachen mitzumachen. Aber sicher jeder, der die Gefahr sieht, das dabei etwas funktionierendes anderweitig den Bach runter geht. Blogger als Egozentriker und Narzisten zu bezeichnen ist absolut richtig. Denn das sind sie nun mal. Das macht es schließlich aus. Davon lebt die Sache. Mangelnde Ideen damit zu entschuldigen, weil das eben so ist, ist nicht der richtige Weg.

  4. @ Epikur

    Ja, es ist eine Tatsache: Es gibt erfolgreiche (linke) Blogger, „die das Risiko nicht eingehen würden, bei einer gemeinsamen Sache sich evtl. an Kompromissen zu versuchen“. Aber wer weiß. Alle sind doch nicht Egozentriker. Und auch nicht realitätsfremd. Was ist nun die Realität? Machen wir uns da nichts vor. Lassen wir Herrn Müller (NDS) beiseite, die Erfolgreichsten sind alle nur sehr kleine Fische. Es sind höchstens ein paar Tausend Besuche pro Tag (SF, WEIGARNIX, ad sinistram, ...). Die Zahl ihrer Kommentatoren ist höchstens je ein Dutzend, die allerdings „unverwüstlich“ sind; dazu kommen dann nur wenige, die sich kurz verirren und dann wieder verschwinden. Und nun, von diesem Hintergrund zu deiner Frage:

    Die große Frage lautet also zunächst: Weshalb wollen wir eine gemeinsame Plattform? Was soll damit realistisch erreicht werden?

    Wir brauchen uns nicht zu täuschen. Die Krise des Kapitalismus ist gerade begonnen. Wir brauchen eine Alternative, einen richtigen think‐tank. In einem solchen Sinne will ich eine „gemeinsame Plattform“ sehen. Eine Synergie, ein Versuch Konzepte zu entwickeln. (Keine politische Berichterstattung aus der zweiten Hand — links interpretiert.) Die zersplitterten Blogger, mit all den Verlinkungen („Netzwerken“), sind das nicht.

    Sind wir uns bis da einig (und dann überlege ich weiter, warum dies möglich sein sollte)?

  5. Hi Antiferengi!

    Ich bitte euch Leute. Seid einfach ein wenig kreativer. Keiner hat Probleme damit, bei gemeinsamen Sachen mitzumachen.

    Sehr gut

    Blogger als Egozentriker und Narzisten zu bezeichnen ist absolut richtig. Denn das sind sie nun mal. Das macht es schließlich aus.

    Ja, aber gerade wenn man sich dessen bewusst wird, das explizit berücksichtigt, kann man vernünftig werden

    Ganz allgemein: Ich konnte den roten Faden in deinem Kommentar nicht erwischen. Geht es deutlicher?

  6. Kannst du haben @Sytemfrager

    Siehst du? Es geht schon los. Der eine will linke Autoren. Der andere Konzeptentwicklung, der andere Systemanalyse, der andere .....
    Und jeder glaubt das sein Weg der einzig richtige ist. Aber sich über Egozentrik von bloggern aufregen. Warum werd ich das dumme Gefühl nicht los, das jeder sich in gemachte Nester setzen will, um darin seine eigenen Ideen zu realisieren. Die Arbeit dazu sollen die anderen machen, und ich kann mich dann darin vergeistigen. Wenn du Konzeptentwicklung haben willst, Systemfrager, dann bau dir eine Plattform dafür auf, oder erweitere deine eigene entsprechend. Wenn jemand seine Ideen realisieren will, gehört dazu auch echte harte Arbeit, — so Banane das jetzt auch klingt. Nimm’s nicht persönlich, aber Egozentrik hat viele Gesichter. Genauso wie Vernunft.

  7. @ Antiferengi

    Und jeder glaubt das sein Weg der einzig richtige ist.

    Bis da alles OK

    Warum werd ich das dumme Gefühl nicht los, das jeder sich in gemachte Nester setzen will, um darin seine eigenen Ideen zu realisieren.

    Das ist deine Frage und ich überlasse es dir, sie zu beantworten. Ich habe von einer »grünen Wiese« gesprochen. Nächstes mal besser aufpassen.

    Dann bau dir eine Plattform dafür auf, oder erweitere deine eigene entsprechend.

    Und das war schon richtig fies. Wie wäre es mit einer Entschuldigung.

  8. @Systemfrager
    Kein Problem, Entschuldigung.
    Aber sorry,
    In einem solchen Sinne will ich eine „gemeinsame Plattform“ sehen. Eine Synergie, ein Versuch Konzepte zu entwickeln. (Keine politische Berichterstattung aus der zweiten Hand – links interpretiert.

    Du willst.

    Sind wir doch einfach ehrlich.
    Es geht darum den Bekanntheitsgrad von verschiedenen bloggern, und dem ganzen Netzwerk von Einzelbloggern zu verwenden, um darüber politische Inhalte zu transportieren. Und natürlich linke. Der eine will es verwenden, um Autoren rüberzubringen, der andere um eine Systemdebatte anzuschmeißen, der andere aus ganz anderen Gründen. Dafür sind blogger aber gar nicht da. Mein Problem ist, das es einige Leute gibt, die sich keine Gedanken über die Philosophie dahinter machen, sondern einfach nur instrumentalisieren wollen, weil es nun mal blogger gibt die gelesen werden. Diese Leute sehen darin einfach nur etwas, was man jetzt verbinden kann, um darin ihre eigenen Vorstellungen zu realisieren. Wer eigene Vorstellungen hat, muss dafür auch eigene, oder neue Wege gehen. Man missbraucht nichts, was sein eigenes Leben hat dafür. Wir blogger sind nicht für eure Ideen da, nur weil euch das jetzt gefallen würde, aus uns eine linke Plattform zu machen.

    Und vor allen Dingen, versteh ich nicht warum das ganze so starr gedacht wird. Nehmen wir ruhig mal eine mögliche linke Plattform. Die blogger denen das gefällt, würden automatisch dazu verlinken. Viele würden das sogar in ihre blogroll nehmen.
    Der Spiegelfechter z.B. ist für mich eine der ersten, und leider einzigen, und verdammt guten, alternativen echten Netzzeitungen. Warum hier so was wie eine Vermischung zwischen Zeitung und blog stattfindet ist nicht nur mir unverständlich. Neue potentielle blogger sind davon sogar absolut irritiert, weil sie ihr eigenes Vorhaben daran messen. Dabei wäre es die absolute Chance für alternativen Netzjournalismus. Ein richtig gutes neues mögliches Genre, alternativ zu dem üblichen medialen Onlinekitsch. Warum man da nicht mehr draus macht, hab ich nie verstanden.

    Ich befürchte, das der Sinn des bloggens entweder vergessen wird, und einige Leute haben ihn erst gar nicht verstanden. Was man aber nicht versteht, sollte man auch nicht benutzen.

  9. @ Antiferengi

    Ich befürchte, das der Sinn des bloggens entweder vergessen wird, und einige Leute haben ihn erst gar nicht verstanden. Was man aber nicht versteht, sollte man auch nicht benutzen.

    Da, das Mikrofon. Bitte erkläre. Ich bin ganz bestimmt einer, der nichts verstanden hat. Erkläre mir was ein Blog ist.

  10. Ja @Systemfrager, das ist es was ich meine.
    Wie lange bist du jetzt schon unterwegs? Du hast nicht einmal nachgefragt.
    Ich bin müde. Lies dir meine Kommentare durch. Einmal, Zweimal, Dreimal.

    @Epikur
    Sorry, guter Beitrag. Tschuldigung.

    Ich beende das jetzt mal hier, von meiner Seite, indem ich das nochmal anhänge.

    Eine gemeinsame Plattform ist eine gute Idee, um Kräfte zu bündeln. Allerdings brauchts dafür wirklich ein gutes Konzept, damit es keine Kompetenz‐Streitereien gibt oder sich Leute benachteiligt fühlen. Solange es so ein ausgereiftes Konzept nicht gibt, sehe ich leider nur die Gefahr, dass so etwas in einem Riesenstreit endet.

    Ich mag dich wirklich Systemfrager, aber ich sag dir was. Der das geschrieben hat, hat alle Vorraussetzungen mal ein weiser Mann zu werden. Wenn er sich daran hält.

  11. Traurig wirds wenn Blogger verunglimpft werden, nur weil sie unabhängig bleiben wollen und sich nicht (und schon gar nicht unter Androhung von Rufmord!) vereinnahmen lassen wollen, für eine Sache in der sie einfach keinen Sinn sehen.Traurig ist das, sehr traurig, zumal wenn es sich bei den Verunglimpften auch noch um Blogger handelt, die sich selbst schon vor langer Zeit Gedanken über den Aufbau einer kooperativen Plattform der Gegenöffentlichkeit Gedanken gemacht haben und die an einer solchen auch tatkräftig mitwirken würden, wenn das Konzept sie überzeugen würde.

    Warum der eigene, private Blog einer solchen Sache im Wege stehen soll, bleibt mir ein Rätsel

  12. Dazu ein Hinweis auf Domenico Losurdo, im April soll von diesem Buchautor ein Buch erscheinen, dass den negativen Freiheitsbegriff der Neoliberalen richtig beschreibt.
    Übrigens auch der britische Erfolgsregisseur Ken Loach hat einen neuen Film dazu geliefert mit dem Titel »It’s a free world« — ohne Happy‐End wie im richtigen Leben.
    Gruß
    Bernie

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