Aphorismen

Eine Übung zur Entdeckung der eigenen Sprachmöglichkeiten ist das ‑ich nenne es mal- Gedankenpuzzle. Man nehme viele alte Zeitungen und Magazine, schreibe sich viele interessant klingende Nomen, Verben und Adjektive mit einer Schere heraus und füge diese dann wieder beliebig zusammen, solange bis Fragmente entstehen mit denen man sich identifizieren kann. Heraus kommen Formulierungen, Halbsätze und Aphorismen, auf die man sonst nicht kommen würde. Ich habe dieses Kreativ-Werkstatt-Experiment schon öfters gemacht, wie man hier sehen kann. Dieses mal konnte ich sogar meine Freundin überreden mitzumachen ;)

Epikurs Gedankenfetzen ergaben dann folgendes Bild:

Meine Freundin brachte diese Metaphern zu Papier:

Ich finde es immer wieder erstaunlich, zu welchen Formulierungen man in der Lage ist, wenn man nicht bewusst nachdenkt. Wenn man die Wörter wie in einem Puzzlespiel für sich arbeiten lässt, kommen spannende Metaphern und Aphorismen dabei heraus.

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3 Gedanken zu “Aphorismen

  1. »Der menschliche Hüftspeck schafft traurig gemeinsame Kriegspläne«

    Ein an sich schlüssiger Gedanke, der die Überflussgesellschaft am Speckgürtelumfang aufzueigen möchte und die daraus resultierende Notwendigkeit anspricht, sich das Material für die Hüftvergoldung zusammenzurauben im Rahmen von Rohstoffbeschaffungskriminalität.
    Dafür nötige Gier wird gerne mit dem Übergewichtigen gleichgesetzt. Denn der Volksmund und viele weiteren gehen weiterhin wider jede Erkenntniss davon aus, daß der Mensch durch Vielessen zum Dicken wird und das dies natürlich nur in der Sünde der Gier verankertes Grundverhalten sein kann.

    Das die Realität mit dieser Assoziationsbrücke nicht viel zu tun hat, möchte ich hier einmal anmerken. Wie tief dieser Unglaube beim Durchschnittsbürger verankert ist, zeigt die leichtfertige Anwendung in diesem Kontext das Problem auf. Als Erscheinungsbild einer Diskriminierung manches mal sogar im Ausdruck eines speziellen »Ästhetik&Lifestyle-Rassismus« daherkommt.

    Gier ist eine geistige Dimension. Wer gierig ist, ißt nicht einfach viel. Es geht um Habgier, besitzen wollen, haben wollen. Dicke Menschen werden meiner Sichtweise nach in einem kollektiven Selbsthassphänomen einer Giergesellschaft als Sündenböcke bestraft. Bei welcher »die Dicken« sich vermeintlichen Exzessen hingeben, derer »man« (der bürgerliche Moralapostel) sich zu schämen hätte.
    Gleichzeitig ist es ein mahnendes Exempel das jeden Beobachter auf seine eigene (Geld,Sex,Hab) ‑Gier aufmerksam macht und nährt oft so den Konflikt zwischen Dick und Dünn.

    Anders als durch Unfähigkeit und Unwillen zur (Selbst)Erkenntniss ist die Denkblockade in Sachen Übergewichtspolemik und Wissensverweigerung nicht mehr erklärbar. Selbst dann, wenn wir davon ausgehen das Industrieinteressen der Diesel und das Schmiermittel für den Motor dieses Konfliktes darstellen.

    Ich hoffe die Links sind hier erlaubt :-)

    http://www.gewichtsdiskriminierung.de/faq.html
    http://www.das-eule.de/
    http://www.lizenz-zum-essen.de/texte/LizenzzumEssenWorkshop.pdf
    http://www.amazon.de/Lizenz-zum-Essen-Stressfrei-Gewichtssorgen/dp/3492253709/
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    Die Übung gefällt mir ausgenommen gut, ich werde dieses Kreativspiel durchaus künftig aufgreifen, danke für den Tip.

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