Antwort der Blätter‐Redaktion

Vor einigen Tagen schrieb ich einen Beitrag über Josef Isensee´s  These der »Integrationsresistenz«. Meine Kritik habe ich auch der Blätter‐Redaktion geschickt, die mir nun geantwortet haben. Wie der Kommentator Morsch in meinem Blogbeitrag schon richtig klargestellt hatte, ging es den Blättern vor allem auch darum, eine gegensätzliche Meinung abzudrucken, also eine Debatte voranzutreiben. Isensee´s Meinung spiegelt also nicht die Meinung der Blätter‐Redaktion wider. Meine Wenigkeit unterlag einem Mißverständnis. Vielleicht sollte man aber auch so einen fragwürdigen Beitrag größer als »Debatte« kennzeichnen und nichtsdestotrotz bleibt der Artikel von Isensee  bedenklich.

Albrecht von Lucke von der Blätter‐Redaktion hat mir nun eine Antwort geschickt. Vielen Dank dafür!

Lieber Herr Vollack,
haben Sie herzlichen Dank für Ihren Leserbrief, der sich in weiten Teilen mit unserer Einschätzung von Prof. Isensee deckt. Wir halten diesen, wie wir es ja bereits in unserem Vorspann mitteilen, auch für einen konservativen Autor, der mit seiner These der »Integrationsresistenz« die Grundlage für Broder und Co. liefert. Und ich nehme an, dass Sie uns abnehmen, dass wir für diese Positionen nicht die allergrößten Sympathien haben. Trotzdem erscheint es uns sinnvoll zu sein, von Zeit zu Zeit auch dezidiert konservative Stimmen zu präsentieren, um (gerade in den neuralgischen Zukunftsfragen) nicht hermetisch zu werden, sondern die Breite der Debatte abzubilden — und um diesem Stimmen im Sinne eines echten Streites gebührend begegnen zu können. Das haben wir in den vergangenen Jahren etwa mit den umstrittenen Thesen Robert Kagans erfolgreich so gehalten.

Im konkreten Fall haben wir zu den von Ihnen genannten Themen,  etwa der Leitkultur‐Thematik, bereits im Vorfeld immer wieder dezidiert kritische Beiträge gebracht und werden diesen Strang natürlich weiter verfolgen. In der aktuellen Integrationsdebatte darf ich zudem u.a. auf meinen Beitrag in der Sarrazin‐Sloterdijk‐Debatte verweisen (Propaganda der Ungleichheit, Blätter 12/2009, zu finden auf www.blaetter.de) und auch auf den Beitrag von Achim Bühl im aktuellen Heft. In jedem Fall wird die Debatte, wie ja bereits angekündigt, fortgesetzt — in der für die Blätter typischen kritischen Weise.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Albrecht v. Lucke

PS: Wenn auf Ihrer Seite ein Autor namens Roberto J. De Lapuente von »Agitatorenpack«, von »rundum charakterloser Brut« und sogar von »Geschmeiß« spricht und damit Menschen meint, dann stammt dieses Vokabular leider, so wenig man die Gemeinten mögen muss, aus dem »Wörterbuch des Unmenschen« und sollte sich eigentlich schon deshalb von selbst verbieten.

Roberto schrieb seinen Beitrag mit den enthaltenen Begriffen natürlich nicht auf unserer Seite, sondern auf seinem eigenen Blog. Ob er damit auch Prof. Isensee meinte, weiß ich nicht.

4 Gedanken zu “Antwort der Blätter‐Redaktion

  1. Lieber Epikur,

    die Antwort auf Deinen Brief an die »Blätter‐Redaktion«, lese ich in etwa so:

    »Danke, dass Sie uns Ihre Kritik mitteilen, aber der Fehler liegt nicht bei uns, das können Sie ›hier, hier und hier‹ überprüfen. Wenn Sie meinen, uns kritisieren zu müssen, so schauen Sie sich doch erst einmal Ihren sonstigen Umgang an und entscheiden Sie dann, wo Kritik angebracht ist.«

    Ist aber nur meine Empfindung.

    Ein schönens Wochenende
    Liebe Grüße
    Margitta

  2. Unmenschen also. Wenn man mit Nachdruck gegen die Unmenschen anschreibt, wenn man direkt ist, mal überspitzt, Worte nutzt, die durchaus auf die gemeinte Klientel zutreffend ist, dann wird man unmenschlich. Damit kann ich leben. Letztlich auch, weil die Geisteskindschaft unterstrichen wird: Der schroffe Kritiker, er ist kein Mensch mehr, er ist das Gegenteil, er ist Unmensch.

    Zudem kommt etwas hinzu: Von unten hinauf darf man sich Ausdrücke wählen, die von oben hinab verboten sein müssen. Es ist die Ohnmacht des Unten, die das erlaubt.

  3. also, wenn ein iesensee menschen beleidigt, angreift und diffamiert, dann gebietet es die fairnee ihn anzuhören und seine äusserungen abzudrucken, wenn ein roberto deutlich wird, dann wird er zum bösartigen unmenschen. die blätter haben sich für mich erledigt.

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