Die versteckte Profitgier

Ist euch mal aufgefallen, dass der Profitgedanke zwar sehr viele Menschen beherrscht, aber öffentlich es kaum jemand zugibt? Werden Menschen in den Medien nach ihrer Motivation gefragt, weshalb sie bestimmte Tätigkeiten ausführen, werden sie selten zugeben:»Na, wegen der Kohle«. Stattdessen werden andere Gründe vorgeschoben. Es gibt auch keinerlei Transparenz, wieviel manche Personen für ihre öffentlichen Auftritte bei z.B. polit. Talkshows verdienen. Auch die Werbung schiebt fast immer den Preis des beworbenen Produktes in den Hintergrund — schließlich soll der zukünftige Käufer das Produkt wegen vermeintlicher »anderer Qualitäten« erwerben wollen. Die Profitgier vieler Menschen wird allzu oft versteckt — eine von vielen Schönheitsoperationen des Kapitalismus.

14 Gedanken zu “Die versteckte Profitgier

  1. Oh Mist.
    Also nochmals. Habe irre Schwierigkeiten mit dem blöden Touchpad unter meiner Tastatur, und einem zu schnellen Daumen. Riesenentschuldigung.

    Um meinen Kommentar zu verstehen, muss ich leider den Satz Die Profitgier vieler Menschen wird allzu oft versteckt – eine von vielen Schönheitsoperationen des Kapitalismus. in Frage stellen.
    Ich habe noch allzusehr die Schröders und Westerwelles im Kopf, welche breitbeinig behauptet haben dass Gewinnmaximierung zu den natürlichen Eigenschaften des Menschen gehören. Sozusagen als Instinkt zur Selbstenschuldigung.
    Meiner Ansicht besteht darin die Suggestion. Das man Menschen davon überzeugt das Profitgier etwas vollkommen harmloses, und natürliches ist.
    Nun sind weder Handel, noch Profitgier irgendwie als Instinkt zu erklären, — aber die Scham schon.
    Deshalb finde ich deinen Text so konstruktiv. Weil er nämlich darauf hinweist, dass man Instinkte zwar steuern, aber nicht ausrotten kann.
    (Und mach mir den Gefallen, und lösch meinen Mist darüber weg. ;-)

  2. Es ist nicht nur die »versteckte Profitgier« — es gibt auch ein »verstecktes Konkurrenzdenken« unter Menschen, dass kaum jemand zugibt ;-) :-(

    Wie ich darauf komme?

    Mir geht es derzeit so, nachdem ich — nach dem urplötzlich, und für ihn selbst unerwarteten Tod, meines Vaters — hier in einer sogenannten »gesetzlichen Erbengemeinschaft« tätig sein muss.

    Mein Vater gab mir die Chance statt HartzIV bei ihm mitzuarbeiten — als Minijobber, um evtl. später einmal....der Traum ist ausgeträumt....

    ...meine drei Geschwister gönnen mir — nur wegen der Witwe, die das meiste geerbt hat, vom ehemaligen väterlichen Unternehmen — gerade noch den Minijob-Status, und dies auch nur weil meine — auch nicht mehr die jüngste Mutter und Chefin — zu mir hält.

    Es wäre auszuhalten, aber ich weiß, dass ich hier weg muss, da beim Tod eines Angehörigen — gerade wenn es um einen Unternehmensnachfolger/-in — die Konkurrenz unter Geschwistern voll ausbricht.

    Schade eigentlich, aber so ist es, und spätestens wenn es einem selbst so geht merkt man, dass man »ein Wolf unter Wölfen« ist.....

    Gruß
    Nachdenkseiten-Leser

  3. Die Krise nimmt an Fahrt auf. Wer weiß was noch kommt? Läuft bei Ihnen
    bereits Kurzarbeit? Wie steht es um Ihr Unternehmen? Gerade in Zeiten wie
    Diesen zählt jeder Cent! Wir helfen Ihnen und zeigen Ihnen Möglichkeiten
    auf, wie auch Sie noch viele Euro pro Monat sparen können.

    Sei es durch einen Wechsel in die Private Krankenversicherung, eine
    Optimierung Ihres bestehenden Versicherungsschutzes, oder eine komplette
    Neuausrichtung Ihrer Vorsorge! Unsere Experten finden einen Weg, das
    Garantieren wir!

    Eine von 9 ähnlichen mails welche ich heute erhalten habe.
    Läuft unter Man muss die Chancen der Krise nutzen.

    Wenn man diese Leute ansprechen würde, warum sie dies verschicken, bekäme man sicher zur Antwort das man lediglich helfen wollte, und sicher nicht das man abzocken will.

    @epikur Danke nochmals ;-)

  4. Hier noch eine Ergänzung über eine Broschüre, die ich gerade angefangen haben zu lesen, die mich auch geschockt hat, und zwar insbesonders folgende Aussage:

    »[...]Zum Geben und Teilen als Kern des sozialen Lernens wird in vielen Schulen kaum noch erzogen. Wir freuen uns darüber, dass die Schulgemeinde dem neoliberalen Zeitgeist trotzt und weiterhin soziale Bildungsziele in den Vordergrund stellt[...]«

    Aus der Broschüre »Bericht über die Aktion Ferien vom Krieg im Sommer 2008« — Titelbeitrag der Autorin Helga Dieter mit der Überschrift »Wechselseitiger Dank von VeranstalterInnen und SpenderInnen«

    Mich hat geschockt, dass der »neoliberale Zeitgeist« eben, trotz offenkundigem Scheitern der neoliberalen Ideologie immer noch von vielen Lehrern gepredigt wird — Erinnert fatal an die Sache, die ich einmal auf dem Weg zur »mittleren Reife« im »Gemeinschaftskunde-Unterricht« über den Nationalsozialismus gepredigt bekam, der zunächst über die Köpfe der Schulkinder in die Hirne gepolt wurde — aus denen werden dann Erwachsene, die — so aus meiner Erinnerung — nie mehr frei sein werden, selbst zu denken....

    Darauf war die NS-Ideologie sogar noch stolz — Fazit: Wieder einmal, und diesmal völlig unfreiwillig, eine Parallele zwischen Neoliberalismus und NS-Faschismus entdeckt, die ich zwar mal bei Nachdenkseiten gelesen zu haben meinte, die ich aber in der Brutalität nicht für real hielt.

    Fazit:

    Ich schließe mich an, und gratuliere der Schule die eben dieser Ideologie widerspricht, aber die ist wohl — zunächst noch — ein Tropfen auf dem heißen Stein.....

    Gruß
    Nachdenkseiten-Leser

  5. Ich glaube, die Menschen sind besser als Du glaubst. Viele Menschen arbeiten für anderen ohne Profitgedanken, man denke nur an die vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten. Oder die Eltern und Großeltern, die für ihre Kinder unentgeltlich da sind. Auch die Krankenschwester oder der Altenpfleger hat normalerweise keine versteckte Profitgier.
    Diese wird uns von den Medien einsuggeriert, denn Arbeiten ohne finanzielle Entlohnung gelten in dieser Gesellschaft nicht viel. Wir sind inzwischen schon so pervertiert, daß allem einen finanziellen Wert zumessen. Profitgier ist dabei nur die logische Konsequenz, um wenigstens ein wenig Selbstachtung zu behalten.

    Ich habe es allerdings bisher immer umgekehrt gehalten. Ich habe das getan, was mir Spaß gemacht hat und dann kam oft einer her und hat mich für meinen Spaß auch noch bezahlt. Oft wurde mehr bezahlt als ich erwartet hatte. Und damit begannen dann die Probleme, ich kann mit viel Geld einfach nichts anfangen. Ich bin einfach zufrieden, wenn ich meinen Arbeiten und Interessen nachgehen kann. Geld ist dabei im Grunde nur ein angenehmer Nebeneffekt.

    Gerade habe ich ein Interview mit Dennis Meadows, auch über Proitgier, welches mich sehr beeindruckte:
    http://www.heise.de/tr/Der-boese-Samurai-ist-schon-tot-ohne-es-zu-merken–/artikel/136646

    Wenn man seine Worte nimmt, dann sind die Profitgierigen schon tot ohne es zu merken.

  6. @gerhardq

    Dann bist Du in der glücklichen Lage, dass zu tun was Dir gefällt und verdienst damit quasi »nebenbei« Deinen Lebensunterhalt. Die meisten Menschen heutzutage sind froh, überhaupt irgendwas zu verdienen, um sich selbst und ihre Familie über Wasser zu halten. Den wenigsten macht ihre Arbeit wirklich Spass. Ansprüche bei der Arbeitssuche kann sich heute sprichwörtlich kaum noch jemand »leisten«.

    Ich bin auch ehrenamtlich tätig und muss leider feststellen, dass dieses Engagement von immer weniger Menschen betrieben wird. Viele sehen es als schlichtweg sinnlos an, ihre Zeit mit etwas zu verbringen, wo am Ende kein »Geld« dabei herausspringt. Der neoliberale Habitus ist weit verbreitet.

  7. Kennt ihr den Bagel-Test?

    Ein Ami hatte ein Bagel-Geschäft (sind so eine Art Brötchen mit einem Loch in der Mitte). Seine Idee war, jeden morgen in die Kaffeeküchen größerer Firmen einen Korb mit Bagels, eine Schale Frischkäse und seine Spardose hinzustellen und wer sich dann einen Bagel und Frischkäse nahm, der sollte einen Dollar hineinwerfen — ohne Kontrolle, ein gewisser Diebstahl war einkalkuliert. Wenn er die Anzahl der restlichen Bagels und die Geldsumme in der Spardose gegenrechnete, konnte er so sogar für jede Firma eine »Bezahl-Moral« ausrechnen.
    Nun hatte eine Firma zwei Etagen eines Hochhauses angemietet:
    unten die Buchhalter, Assistenten und Sachbearbeiter, oben die Manager.
    Der Ami lieferte in die Kaffeeküchen beider Etagen seine Bagel-Frischkäse-Produkte.
    Ratet, in welcher Etage die Bezahl-Moral besser war? Bei den hochbezahlten Managern oder bei den niedrig bezahlten Sachbearbeitern, Buchhaltern und Büroleuten?

    Lösung:
    Die Bezahl-Quote der Sachbearbeiter und Büroleute lag in der Norm bei vergleichbaren Firmen.
    Die Bezahl-Quote der Management-Etage war so beschissen, dass sich der Ami weigerte, dorthin nochmals Bagels zu liefern, weil er dort soviel Verlust machte.

    Moral von der Geschichte:
    Es ist durchaus so, dass genau die Menschen Karriere machen, DIE von ihrer inneren Einstellung her das Maximum herausholen wollen, und wenn sie nicht erwischt werden, dann auch wenn es zum Schaden eines anderen ist, auch und gerade bei 1‑Dollar-Kleckerbeträgen.

    Na, wem kommt das bekannt vor?
    Wer denkt denn jetzt nicht an Wedeking, Chef von Porsche, der zweistellige Millionenboni einstreicht und seinen Mitarbeitern in den Werkshallen nur einen Bonus von ein paar Tausend zusgesteht?
    Wer denkt denn jetzt nicht an die Telekom, die Gewinne macht, aber ihre Call-Center losschlägt?
    Wer denkt denn jetzt nicht an die Deutsche Bank, die Anteile derjenigen Firmen weiterverkauft, die zwar Gewinne, aber nur »zu niedrige« Gewinne (unter 7%), machen?

    Wer teilt, hat verloren.

    Und was Schulen angeht: es lohnt sich nicht, mit anderen Schülern zu kooperieren, denn Lehrer kriegen oft Druck, einen Klassenschnitt von etwa 2,5−3 »herauszu-zensieren« durch Verschiebung der Punkteskala, und dann kooperieren Schüler halt nicht, weil sie selber die Eins haben wollen und es nur wenige Einsen geben wird.
    Das manche unverdient die Belohnung für abgeschriebene Leistungen anderer einstreichen, soll auch schon vorgekommen sein.
    Und gerade am Gym empfiehlt es sich, immer schön unauffällig zu sein und mit guten Leistungen NICHT aufzufallen, sonst mobben gerade die leistungsschwachen aber sozialkompetenten Anwalts- und Doktorssöhnchen und ‑töchterchen, denn je besser die leistungsstarken werden, desto schwächer stehen sie selber da.
    Hatte so ein paar Ars****cher in meiner Klasse ...

    Grüße
    Mirakulix

  8. @Mirakulix

    Ich kenne dein Problem mit den Schulen, ich wollte eigentlich nur darauf hinweisen, dass die NS-Erziehungsideologie auch Teil des Neoliberalismus ist, der gar nicht so weit vom Rechtsextremismus entfernt ist wie er immer tut.

    Die Gründer des Neoliberalismus haben in Chile ja bei einem bekennenden Rechtsextremisten (Pinoquet & Milton Friedman als sein »Berater«) den Praxistest gewagt, bevor diese Ideologie den Siegeszug um die Welt antreten durfte, und nun kläglich — zum Glück — gescheitert ist.

    Wer übrigens Faschismusgegner ist der sollte nicht unterlassen darauf hinzuweisen, dass die NS-Ideologie eine besonders brutale Abart einer Ideologie gewesen ist, die leider immer noch existiert — weltweit gibt es immer noch Faschisten — Gerade bei George W. Bush und den Neokonservativen war ich mir immer sicher, dass sind Faschisten (siehe Abu Ghraib, Guantanamo und andere Folter-KZs). Obama will damit aufräumen, und hat doch einen Kriegsminister aus der Ecke um George W. Bush....

    Ich versteif mich nicht darauf Obama als Faschisten zu bezeichnen, aber er hat eine Hypothek damit zu tragen, dass er Menschen in seiner Regierung hat, die Faschisten wie Pinoquet, Mussolini & Co. mehr ähneln dürften als Obama lieb sein müßte.....eben den Kriegsminister der USA....

    Und Berlusconi, der eine Mussolini-Enkelin in seiner Partei hat, darüber braucht man gar nicht erst zu streiten....der ist eindeutig ein Faschist....

    Fazit:

    Nazis sind — bis auf ein paar hohlköpfige NPDler, DVUler & Co. — am Aussterben, aber der Faschismus selbst ist immer noch lebendig — siehe Beispiele oben....

    Übrigens, ich lass mich gerne korrigieren, aber ich seh’s so....

    Nur am Rande, die Gegenideologie des Kommunismus/Sozialismus ist seit 1991 ausgestorben bzw. am wegsterben.....

    Davon soll die Debatte um die angeblich kommunistische Linkspartei ablenken, die gerne von »Neokonservativen« (=Faschisten) wie z.B. Knabe, Bergsdorf & Co., als Ablenkungsmanöver vom Sozialraub, geführt wird....

    Sorry, ich schweife ab, eigentlich wollte ich nur sagen, dass die ideologische Beeinflussung der Schüler immer mehr der ideologischen Beeinflussung von Menschen insgesamt in totalitären Staaten ähnelt....

    Übrigens, auch bei Religionen.

    Oder warum sonst werden Babys getauft, auf Religion getrimmt bis zum Teufel geht nicht mehr, und nicht der »freie Wille« der Religionsentscheidung zugelassen?

    Gruß
    Nachdenkseiten-Leser

  9. Was Mitschüler angeht, ich war selbst einmal auf einem Gymnasium, und weiß daher nur zu gut, lieber Mirakulix was du meinst.....

    Ich war sogar mal so mutig in einer Debatte bei so arroganten Menschen einzuwerfen, dass die sich für eine »Elite« halten, die alle anderen Menschen nur dann als solche ansieht, wenn die Abitur haben.....

    Von da an war ich untendurch bei denen, aber das war mir egal, da ich auch Zustimmung von Gleichgesinnten erhielt....mehr als mir eigentlich lieb war.....die trauten sich — eigenem Bekunden nach — nur nicht auszusprechen, was die ebenso wie ich über die arroganten Mitschüler dachten....

    Gruß
    Nachdenkseiten-Leser

  10. @gerhardq
    Tja, ich stimme dir zu, dass die Schlechtigkeit eines Teils nicht für alle spricht. Diese unbewusste Einstellung kommt daher, dass sich das Schlechte oft hinter dem Guten versteckt.
    Dennies Meadows hatte bereits vor 20 Jahren einen geradezu gnadenlosen Medienhype im Zuge des Club of Rome und Global2000 losgetreten, und unbeweisbare Beweise produziert. Passt vielleicht nicht so sehr hier rein, — aber diese Mainstreamheiligkeit im Zeichen von Katastrophen und Umweltschutz haben wir anscheinend immer noch nicht im Griff.Manchem gibt man Heiligkeit ohne das er es verdient. Hier gebe ich dem Nachdenkseitenleser recht. Profitgier ist nicht alles. Profilierung ist auch nicht viel besser.

  11. @gerhardq
    Nicht das ich einfach was leeres behaupte, aber gegen die Verblödung der Bevölkerung durch empirische Selbstbeweihräucherer kämpfe ich nun schon ewig.

    In seinem Report sagte er voraus, dass die Grenzen des Wachstums in den nächsten 100 Jahren erreicht würden, wenn das Wachstum von Bevölkerung, Industrialisierung und der Umweltverschmutzung anhält.

    Ich hab das alte Buch gerade vor mir liegen. Von den hundert Jahren steht hier nichts.
    Die Obergrenze für den Untergang der Niederlande und Hamburg, den absoluten Niedergangs des Öls, sowie den völligen Ausgang allen Süsswassers war nach seiner Aussage ungefähr zum Millenium. Die Untergangspropheten setzen den Untergang der Welt auch immer nach oben.

    Anhand einer rechnergestützten Simulation ermittelte Meadows in seiner vom Club of Rome beauftragten Studie Die Grenzen des Wachstums (1972) das Systemverhalten der Erde als Wirtschaftsraum im Zeitraum bis zum Jahr 2100.
    Was aus Wikipedia, — die ursprüngliche Aussage war 2010 nicht 2100.

    Der Mann hat es bis heute nicht geschafft zuzugeben, das eine Simulation ohne ausreichende Daten einfach nicht möglich ist. Verkauft hat ers trotzdem.
    Heute nach ungefähr zwanzig Jahren, kommen endlich mal die ersten Kritiken an der Vorgehensweise mittels Simulationsmodellen.
    Ausserdem müsst ihr euch solche Simulationen folgendermassen vorstellen.
    Da sitzt irgend ein armer Student herum und spielt solange mit Variablen bis irgendetwas herauskommt, mit dem man was anfangen kann. Liegt alleine im Auge des Betrachters.

    Forschung ist angesagt, — keine Behauptungen. Kein Umweltschutz, und auch kein Klimaschutz ohne Forschung.

    Meadows: Ich bin in Rente. Daher habe ich ein großes Interesse, weil ich mein Einkommen aus Investitionen erziele.

    Alle heute noch lebenden Mitglieder des Club of Rome sind wohlhabende Leute, und einige sind im IPCC involviert. Der Club of Rome ist heute ein hoch dotierter ThinkTank der Informationen an alle liefert die gut dafür bezahlen, und auch nur hören wollen, was sie eben hören wollen.

    Sorry, leute aber irgendwann muss dieser Selbstbetrug einfach mal aufhören.
    Ohne Wahrheit keine Lösung.

  12. Als ehemaliger Porschefahrer muß ich den Wendelin Wiedeking ein wenig in Schutz nehmen (nicht viel). Seine extremen Bezüge sind nicht mit denen anderer Manager vergleichbar. Anfang der Neunziger ging es Porsche extrem schlecht, ständig wechselnde Produktpaletten, wenig Verkäufe, ineffektives Unternehmen. In dieser Zeit der Not von Porsche hat der Wiedeking mit seinem persönlichen Vermögen für Porsche gebürgt. Er erhielt als Gegenleistung eine Umsatzbeteiligung, die bis heute besteht. Ohne den Wiedeking wäre Porsche damals in die Pleite gerauscht. Das war schon eher das Verhalten eines Unternehmers als das eines angestellten Managers. Ich habe das von anderen Managern noch nicht gelesen!

    Von Meadows fand ich gut, daß er uns klargemacht hat, daß die natürlichen Resourcen dieser Erde begrenzt sind. Wie weit er dabei richtig oder falsch lag, ist im Grunde unerheblich. Ich, für meine Person glaube beispielsweise, daß uns die Erdölkonzerne über die Begrenztheit der Ölreserven seit Jahren belügen. Ich bin der Meinung, daß Erdöl aus Methan an bestimmten Gesteinen laufend entsteht. Ich orientiere mich dabei an Thomas Gold und seiner Theorie. Und damit sind wir wieder bei der versteckten Profitgier, in diesem Fall von den Erdölkonzernen und möglicherweise auch von der Politik.
    Ich bin aber auch der Meinung, daß menschlicher Erfindungsgeist ist der Lage ist, die Knappheit aller Resourcen durch Ersatzstoffe zu überwinden. Wenn es kein Kupfer mehr gibt, dann vielleicht Drähte aus Nanotubes, die den Strom noch besser leiten können.

    Nur, um diese unendlichen Resourcen anzuzapfen, müssen wir die Profitgier wenigstens einschränken. Denn wir müssen ein Klima des Aufbruchs erzeugen, Schranken wie Patente beseitigen und allgemein ein Vielfaches an Forschung und Entwicklung leisten. Dazu müssen massiv kleine und mittlere Unternehmen und Forschungseinrichtungen gefördert werden. Gleichzeitig müssen wir unsere Erkenntnisse ohne Profitinteresse international austauschen. Freies Wissen hat die Eigenschaft, daß es sich vermehrt und daß es exponentiell wächst. Profitgier widerspricht diesen Eigenschaften und hemmt so die Entwicklung. Profitgier ist etwas, was bestehende Verhältnisse konservieren will.

  13. »[...]Profitgier ist etwas, was bestehende Verhältnisse konservieren will.[...]«

    Stimme völlig zu, aber merke noch einmal an, dass es nicht die »Profitgier« allein ist, d.h. das Gewinne machen um jeden Preis, egal was es — nicht nur materiell — kostet, sondern auch andere Dinge ein Problem unserer neoliberal-verseuchten Gesellschaft sind — so das angeblich anerzogene »Konkurrenzdenken«, dass ich weiter oben erwähne, d.h. »Wolf unter Wölfen« zu sein.

    Eben Sozialdarwinismus der reinsten Sorte, denn angeblich geht’s schon im Tierreich so zu, was uns neoliberale Ideologen schon von Kindesbeinen an einimpfen wollen, und was die modernste Wissenschaft als Blödsinn enttarnt hat — nicht einmal im Tierreich ist der »Wolf unter Wölfen« — eigentlich müßte es heißen »Werwolf unter Werwölfen«, denn so las ich’s mal nur diese Fabelwesen sind sozialdarwinistisch eingestellt, der echte Wolf ist ein mißverstandenes Wesen nach dem Autor Joachim Bauer gehört nämlich solidarisches Verhalten schon im Tierreich zur Überlebensstrategie.....

    Der Neoliberalismus ist daher megaout — nicht nur wegen der Finanzkrise, die Ideologie, die keine sein will (=der Neoliberalismus) ist von Anfang an grundfalsch und für’s Überleben der Menschheit völlig untauglich, da diese Ideologie auf wissenschaftlich längst überholten Annahmen aufbaut — nicht nur wirtschaftswissenschaftlich sondern auch naturwissenschaftlich sitzen Neoliberlale auf dem falschen Dampfer.....ebenso wie die Neokonservativen, die der pol. Arm (weltweit) der Neoliberalen sind....

    Gruß
    Nachdenkseiten-Leser

  14. @gerhardq
    Dazu müssen massiv kleine und mittlere Unternehmen und Forschungseinrichtungen gefördert werden. Gleichzeitig müssen wir unsere Erkenntnisse ohne Profitinteresse international austauschen.
    Absolut meine Zustimmung. Zusätzlich benötigen wir aber auch unbedingt weltweit wieder eine Grundlagenforschung welche wenigstens in den Basissparten finanziell unabhängig, und einzig und allein dem Prinzip der Wahrheitssuche unterworfen forschen kann.

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