Die Ethik des Neoliberalismus

»Eine freie Gesellschaft benötigt moralische Bestimmungen, die sich letztendlich darauf zusammenfassen lassen, dass sie Leben erhalten: nicht die Erhaltung aller Leben, weil es notwendig sein kann, individuelles Leben zu opfern, um eine größere Zahl von anderen Leben zu erhalten. Deshalb sind die einzigen wirklichen moralischen Regeln diejenigen, die zum »Lebenskalkül« führen: das Privateigentum und der Vertrag«

- Friedrich August von Hayek, einer der Gründerväter des Neoliberalismus im Interview mit der Zeitung »El Mercurio« in Santiago/Chile 1981.

Anmerkung: Hintergrund war die Einführung des Neoliberalismus in Chile durch Hayeks Dutzfreund Milton Friedman. Niemand anderer als der damalige chilenische Diktator Pinochet hat Friedman mit dieser Aufgabe betraut. Pinochet hatte sich in Chile 1973 brutal an die Macht geputscht und den zuvor demokratisch gewählten sozialistischen Präsidenten Salvador Allende militärisch entmachtet. Für zahlreiche Menschenrechtsverletzungen, Terror, Folter und Ermordungen war Pinochet während seiner Diktatur verantwortlich.

6 Gedanken zu “Die Ethik des Neoliberalismus

  1. @Epikur ... zuerst mal Hallo, schließlich ist das mein erster Kommentar hier. Danke für das Zitat, mir war nicht bewusst, dass die Ideologie und Ethik des Neoliberalismus von jemandem derart entlarvend formuliert wurde.

    @Klaus ... was die Bewertung des Inhaltes angeht sind wir einer Meinung. Ich denke da gerade gerade ernsthaft darüber nach, es ist vielleicht gefährlich verbal zu ploarisieren. Diese Geisteshaltung scheint mir in unserer Gesellschaft schon tief verankert zu sein. Mit dem Begriff des Lebenskalküls können sich wahrscheinlich schon sehr sehr viele identifizieren.

  2. Willkommen im ZG‐Blog aebby! :)

    Mit diesem Originalzitat von Hayek wird sehr deutlich wie nah das neoliberale sozialdarwinistische Marktprinzip dem Faschismus ist. Leider wird das oft entweder nicht wahrgenommen oder schlimmer: es wurde sogar schon verinnerlicht.

  3. Mit dem Zitat ließe sich die Nazi‐Herrschaft auf ihrem Höhepunkt rechtfertigen, als Deutschland ganz Europa ausbluten ließ, damit daheim im Reich Konsumartikel nicht knapp wurden, Lebensmittel einigermaßen ausreichend zur Verfügung standen etc. Mit Hayek gesagt wäre gerade dies ja gerechtfertigt, »weil es notwendig sein kann, individuelles Leben zu opfern, um eine größere Zahl von anderen Leben zu erhalten.«

  4. epikur sagte: »Mit diesem Originalzitat von Hayek wird sehr deutlich wie nah das neoliberale sozialdarwinistische Marktprinzip dem Faschismus ist. Leider wird das oft entweder nicht wahrgenommen oder schlimmer: es wurde sogar schon verinnerlicht.<man< meine ich jene, die diesen darwinismus vertreten.

  5. So, jetzt setzt sich jeder von euch mal an seinem freien Tag bitte in die nächste Bibliothek, liest ein paar Werke von Hayek und macht sich ein fundiertes Bild über die hayeksche Sozialphilosophie, damit er dieses Zitat erstens nach seinem Inhalt und zweitens (sic!) nach seinem Zusammenhang beurteilen kann. Ansonsten muss man davon ausgehen, dass jemand wie Roberto sich einfach gern im Internet über Dinge auslässt, von denen er leider nichts weiß.
    Besten Dank :JAJA:

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