Bezahlte Blogger?

Kürzlich las ich auf dem Spiegelfechter‐Blog einen Beitrag bzw. eine Diskussion darüber, ob man sich fürs bloggen bezahlen lassen sollte. Der Spiegelfechter argumentierte mit einem vermeintlich innovativem Bezahlsystem »Kachingle«, welches er befürwortete und wonach man nur für gute Artikel bezahlen müsse. Meiner Meinung nach kann eine Unabhängigkeit der Blogger‐Community nur dann gewährleistet sein, wenn nicht ein Cent fließt.

Das Projekt der Blogger‐Gegenöffentlichkeit ist meines Erachtens im Untergang begriffen, wenn einzelne anfangen sich mit Geld ködern zu lassen. Der Spiegelfechter argumentiert in seinem Beitrag damit, dass  auch »Blogs ihre Relevanz im Medienspektrum nur dann gegen die professionelle Konkurrenz aus dem Print‐Bereich verbessern können, wenn sie zumindest teilweise professionell arbeiten können« und dies  erfordere eben Kohle. Außerdem lebe ja auch der Blogger nicht von Luft und Liebe allein. Das Ehrenamt sei eine schöne Sache, aber eben auch »elitär«, so Jens Berger vom Spiegelfechter weiter. Das Ganze liest sich wie eine Rechtfertigungsformel, um Geld mit dem Bloggen verdienen zu dürfen, ohne am Ende als Verräter an der Gegenöffentlichkeit dazustehen.

Nicht von ungefähr produzieren die bürgerlichen Medien nur noch einen Einheitsbrei. Sie sind ökonomisch und ideologisch abhängig von ihren Eigentümern sowie von ihren Anzeigenkunden (Werbung!). Die sog. »Schere im Kopf«, d.h. die Selbstzensur der Journalisten ist ein alltägliches, aber stillschweigendes Phänomen. Wer gegen die Interessen des Anzeigenkunden bzw. gegen die vorgegebene ideologische Richtung anschreibt, wird gefeuert, ruhig gestellt oder verunglimpft. Ein Journalist, der an Rufschädigung innerhalb der Journaile leidet, wird es schwer haben wieder einen Job zu finden. Die Folge: Konformität, Anpassung und unkritisches Denken.

Freilich wird es einen Blogger nicht gleich so ergehen, bloß weil er mit Werbung auf seiner Seite Geld kassiert oder sich anderweitig bezahlen lässt. Dennoch: der erste Schritt in Richtung Abhängigkeit ist damit getan. Denn der bezahlte Blogger wird in Zukunft vermehrt aufs Geld schielen, anstatt seine ganze Energie fürs kreative Schreiben zu verwenden. Deshalb sollte sich meines Erachtens kein Blogger für seine schöpferische Arbeit bezahlen lassen. Wie seht ihr das?

14 Gedanken zu “Bezahlte Blogger?

  1. Ich sehe das genauso wie Du. Es wären höchstens Nebeneinnahmen denkbar (wenn ich an Spiegelfechter, Don A und so denke), dann müßte aber sichersein, daß ein evtl. Wegfall solcher Einnahmen vom entsprechenden Blogger hingenommen würde, wenn es nicht naders ginge, um die Unabhängigkeit wahren zu können. Manchen würde ich eine solche Reife zutrauen, den meisten aber eben nicht.

  2. Bezahlung fürs Bloggen? Keine gute Idee. Wer sich bezahlen läßt, macht sich erpreßbar — man kann ihn mit Geldentzug für »unpassende« Artikel strafen — und unterscheidet sich nicht im geringsten von der etablierten Einheitsjournaille. Da kann man ja direkt beim Blatt mit den großen Buchstaben anheuern!

  3. Was Berger da vorschwebt ist nicht der Untergang der Gegenöffentlichkeit, ist kein leises, stilles und heimliches Austreten aus selbiger, schlicht deshalb nicht, weil er meines Erachtens nie ein Teil dieser ominösen, kleinen Gegenöffentlichkeit war. Die Frage, die wir uns »elitäre« Kostenlos‐Blogger, die wir auch weiterhin frei und unabhängig schreiben wollen, stellen müssen: Hätte der Spiegelfechter als bezahlter Blogger, als Berufsjournalist also, Interesse an Wahrheit oder an dem, was sein Geldbeutel ihm erlaubt?

    Elitär ist daher viel eher, wenn man für seine Kreativität bezahlt werden, wenn man Abhängigkeiten in Kauf nehmen will. Die Qualität derer, die im Namen einer Tageszeitung einen Blog führen, ist nicht zu definieren — weil es dort eben keine Qualität gibt. Es geht um Beliebtheiten beim Leser, der auch das Printheft kaufen, sich nicht an streitbaren Bloggern dazu verleiten lassen soll, dieses eventuell nicht zu kaufen, nur weil Blogger X für den Leser krude Ansichten vertritt.

    Der Spiegelfechter geht, so stelle bereits seit Monaten fest, dorthin, wo er auch hingehört: ins Establishment, zurück ins Bürgertum, nach Hause...

  4. Wer Geld fuer’s schreiben bekommen moechte, soll seine Artikel eben BILD oder SpOn anbieten. Da muss er sich nicht einmal besonders anstrengen — im Gegenteil.

    Was mich angeht, wuerde ich fuer das Lesen von blog Beitraegen weder einen Cent verlangen noch einen ausgeben. Im Allgemeinen meide ich blogs die Werbung geschaltet haben (wenige Ausnahmen bestaetigen diese Regel) und empfehle sie normalerweise auch nicht weiter.

    Im Uebrigen steht natuerlich jedem frei zu tun was ihm beliebt.

  5. Hallo, zusammen,

    ich vertrete auch die Meinung, daß ein Blogger mit seinem Blog unabhängig sein muß! Für sich selbst, also für eigene Artikel, geschaltete Werbung geht für mich ok, weil er damit seine eigene Kasse aufbessern kann — und gleichzeitig noch Fanartikel hat!

    Aber ein krudes System zu verwenden, bei dem unter anderem nicht einmal die Datensicherheit gewährleistet ist, ist nicht nur krude, sondern bereits blöde! (Sorry, die Wortwahl!)

    Ich als kleiner Blogger bin Stolz darauf, meinen Blog unabhängig zu betreiben. Und auch ich meide Blogs, die vornehmlich aus Werbung bestehen (auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel).

    Ich gebe zu, ich habe mit meinen Antworten auf Jens Anmache beim Spiegelfechter mit gleicher Münze heimgezahlt. Aber ich war kontrolliert und nicht sauer. Doch erkannte ich schnell, daß sich der gute Jens bereits der einzig wirklichen Alternative immer noch verschließt — warum wechselt er nicht gleich ins journalistische Lager wie Don Alphonso? Oder Mr. Basic?

    Jene haben ihre Seelen schon verkauft — und der SPIEGELFECHTER wird dies auch tun, wenn es so weiter geht! Dies ist nicht weiter tragisch, da die wirklich kritischen Blogs auch ohne Werbung und überflüssige Einnahmen gut weiter laufen werden.

    Das sich Jens bereits als ein Superblogjournalist sieht, läßt bereits Übles ahnen. Bloggen sollte etwas sein, daß man macht, weil man aufklären will, nicht mit einer vollen Brieftasche durch die Gegend zu laufen. Es gibt immer eine Grenze, meines Erachtens hat DER SPIEGELFECHTER jene nun schon fast überschritten. Und auf den Tag warte ich bereits, an dem ich vermelden kann, daß auch unser guter Jens die Seiten gewechselt hat — was zwar traurig wäre, aber aktuell unterminiert er seine eigene Glaubwürdigkeit effektiver als selbst ich es könnte!

    MfG

  6. @epikur und frankiteur

    Eben weil man sich — wenn man semi‐ oder vollprofessionell schreibt — in Abhängigkeit begeben kann, wenn man z.B. von Werbung lebt, sehe ich ja auch den Charme am von mir vorgestellten System. Ob und wer Geld bekommt, entscheidet dabei der Leser und keine Interessengruppen. Wenn man sich also — was ich im übrigen für dumm halten würde — auf eine Maximierung oder auch nur Sicherung der Einnahmen ausrichten würde, dann müsste man dem Leser einen Gefallen tun und eben keinen Einheitsbrei schreiben! Das ist ja der Vorteil an dem Modell. Auch würde natürlich gerne ehrenamtlich bloggen — d.h. aber Hartz‐IV. Und das man darauf nicht scharf ist, dürfte verständlich sein.

  7. @Roberto

    Deine Kritik in allen Ehren — Du mußt meinen Blog nicht mögen, das wäre wohl auch zu viel verlangt. Mich würde nur mal interessieren, an was Du einen »Wechsel ins Establishment« festmachst? Welcher jüngere Artikel hat eine andere Ausrichtung als ein vergleichbarer älterer Artikel?

    Ein kleines bisschen Polemik kann ich mir aber auch nicht verkneifen: Wie kommst Du auf die Idee, Dich anzumaßen, zu entscheiden, was »Gegenöffentlichkeit« ist? Meinst Du nicht, Gegenöffentlichkeit ist etwas umfassender, als Deine eigene Meinung? Gibt es auf der »guten« Seiten wirklich nur eine so schmale Ecke, dass jeder, der Dir nicht passt, gleicht Bürgertum oder Establishment ist?

  8. @Andreas E.

    Ich gebe zu, ich habe mit meinen Antworten auf Jens Anmache beim Spiegelfechter mit gleicher Münze heimgezahlt. Aber ich war kontrolliert und nicht sauer.

    Ja — auch mir ist die Conentenance abhanden gekommen — sorry. Aber wenn mit Herzblut ein Projekt betreibt und dann auf eine Stelle mit einer Nutte gestellt wird (mein Vergleich, nicht Deiner), dann kannn man sich schon mal aufregen.

    Doch erkannte ich schnell, daß sich der gute Jens bereits der einzig wirklichen Alternative immer noch verschließt – warum wechselt er nicht gleich ins journalistische Lager wie Don Alphonso? Oder Mr. Basic?

    Der »gute« Jens ist seit langem (mit Unterbrechungen) Journalist — aber da man sich in diesem Job entweder verbiegen muss, oder über Kanichenzüchter berichten darf, nahm er einen normalen 9to5 Job an, der ihn aber auch nicht ausfüllte. Nun schreibt er wieder und will nichts anderes, als über Wasser bleiben ... seine Rechungen bezahlen, seine Krankenversicherung, sein Essen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

    Jene haben ihre Seelen schon verkauft – und der SPIEGELFECHTER wird dies auch tun, wenn es so weiter geht!

    Ich denke mal, da kann ich Dich beruhigen — was aber nicht bringen wird, da Du mich eh im »schwarzen Lager« verortest ;)

    Die Artikel, die regelmäßig an Heise oder Freitag verkaufe sind keine Auftragsarbeiten, sondern mein Werk, das ich gegen Entgelt anbiete. Noch nie hat einer dieser Verlage versucht. inhaltlich Einfluss auszüben. Da ich die Leserschaft von Telepolis und Freitag mit meiner Leserschaft auch durchaus vergleichen will, würde dies auch gar keinen Sinn machen.

    Natürlich könnte ich auch Einheitsbrei schreiben und davon wesentlich(!) besser leben — aber das habe ich nie versucht und werde es auch nie versuchen; komme, was wolle.

    Dies ist nicht weiter tragisch, da die wirklich kritischen Blogs auch ohne Werbung und überflüssige Einnahmen gut weiter laufen werden.

    100% ACK — wenn man ein »zweites« Standbein hat, ist dies auch absolut ok.

    Das sich Jens bereits als ein Superblogjournalist sieht, läßt bereits Übles ahnen.

    Das ist Polemik — ich sehe mich nicht als »Superblogjournalist«. Das ist doch Quark.

    Bloggen sollte etwas sein, daß man macht, weil man aufklären will, nicht mit einer vollen Brieftasche durch die Gegend zu laufen.

    Natürlich! Und wer das Geld in den Mittelpunkt rückt, wird auch vom Leser ganz automatisch abgestraft werden. Wofür brauche ich einen »Breiblog«, wenn ich dieselben Inhalte überall lesen kann?

    Aber zwischen »von etwas leben« und »sich verkaufen« liegt noch eine Menge dazwischen.

    Es gibt immer eine Grenze, meines Erachtens hat DER SPIEGELFECHTER jene nun schon fast überschritten. Und auf den Tag warte ich bereits, an dem ich vermelden kann, daß auch unser guter Jens die Seiten gewechselt hat – was zwar traurig wäre, aber aktuell unterminiert er seine eigene Glaubwürdigkeit effektiver als selbst ich es könnte!

    Na dann ist ja gut — Dir steht die Kommentarfunktion im Blog frei, um Einwand zu erheben. Was Du aber bis dato unterlassen hast. Ich bin für jede kritische Meinung offen, wenn sie nicht rein destruktiv ist.

  9. @Jens / Spiegelfechter

    Erst einmal, ich möchte mich für meinen Ton bei dir entschuldigen. Ich kämpfe auch bei dir rein ums Prinzip! (Und werde mich im Laufe des morgigen Tages bei dir dazu noch einmal äußern.)

    Ich sehe in dir niemandem aus dem schwarzen Lager, geschweige denn, verorte ich dich dort. Nur hat dein Schreibstil in den letzten Monaten ziemlich nachgelassen, weil du Artikel an Telepolis gegeben hast.

    Ok, jeder muß von etwas leben. Dafür habe ich vollstes Verständnis. Und auch dafür habe ich Verständnis, wenn man eben eine Methode sucht, es allen Recht zu machen.

    Ich stehe dir, nach so vielen Jahren, immer noch positiv gegenüber. Auch wenn es zwischen drin Zeiten gab, in denen ich nicht sonderlich viel bei dir gelesen habe.

    Ich kenne den kleinen Unterschied zwischen »von etwas leben« und »sich verkaufen«! Leider! Aber ich habe in Kleinbloggersdorf mittlerweile einige erschreckende Sichtungen gehabt. Unter anderem die, daß sich einige echt gute Blogs für Werbung regelrecht verkauften — und hinterher nicht mehr dasselbe schrieben (inzwischen sind sie samt und sonders sogar von der eigenen Adressliste des Browsers geflogen).

    Persönlich möchte ich nicht, daß dir das gleiche widerfährt, weil du etwas übersehen hast. Man muß von Etwas leben, dies stimmt eindeutig. Für mich ist das Alles mehr eine moralische als eine Geldfrage! Moral sollte immer unverkäuflich sein, sonst hätte ich den Disput gar nicht erst angefangen.

    Zudem rechnete ich auf deinem Blog eher mit einer Sperre als das du mich weiter kommentieren lassen würdest. Deshalb habe ich geschwiegen, aber ich werde es nachholen, versprochen.

    MfG

    Ps.: An euch alle anderen hier: Ich lese die Mehrzahl der Blogs der Kommentatoren hier regelmäßig — oder ich versuche es zumindest — und da ich meinen Blog mit Herzblut betreibe, würde ich niemals Geld für einen Artikel nehmen, um den man mich bittet! Falls ich den Artikel denn überhaupt hinterher so schreiben würde, wie gewünscht! (Dies dürfte noch seltener vorkommen, ich suche mir meine Themen selbst. Und mein Team genauso.)

  10. Hallo Freunde,

    ich muss gestehen, mich irritiert das, wie einträchtig und vor allem: mit welcher (bislang nur verbalen, Gottseidank) Aggression Ihr alle auf den Spiegelfechter eindrescht. Denn ich finde seine Idee zumindest diskussionswürdig. Nur, eine Diskussion stelle ich mir auch (ja, eigentlich GERADE) unter Linken schon etwas anders vor.
    „Ach, wir, die wir den Boden bereiten wollten für Freundlichkeit, konnten selber nicht freundlich sein…“ (klar, Ihr wisst, das ist von Brecht – „an die Nachgeborenen“, also an uns gerichtet…).

    Zumal es Jens ja gar nicht um Geld für ANZEIGEN geht (da können wir uns durchaus die Schere im Kopf vorstellen: „Nee, das schreib ich lieber um! Ich will doch meine Anzeigenkunden nicht verprellen!“), sondern um Geld von denjenigen LESERN, die sich das leisten können und wollen.

    Solange wir alle kein bedingungsloses Grundeinkommen haben, steht doch wohl jede/r von uns mehr oder weniger häufig vor der Frage, wovon er/sie Nahrung, Wohnung, Kleidung, Strom, Wasser und last but not least die Flatrate fürs Internet bezahlen soll. ODER??? Und wer wüsste besser als Ihr, dass so ein Blog tatsächlich etwas kostet – in erster Linie eine Menge Zeit, gewiss, aber die ist ja keineswegs wertlos.

    Kurz und gut, ich finde Jens’ Gedanken durchaus nachvollziehbar.

    Wenn Ihr sie nicht billigt, wisst Ihr sicherlich gute Argumente dagegen. Und die wollen wir Leser auch gern erfahren. Aber keineswegs unfaire Unterstellungen nach dem Motto: „Der Spiegelfechter geht… dorthin, wo er auch hingehört: ins Establishment, zurück ins Bürgertum, nach Hause…!!!“ (Mensch, Roberto! Also ehrlich: Zum Establishment, zum Bürgertum gehören wir doch letztlich alle, solange wir nicht unter einer Brücke leben. Oder?)

  11. Richtig, jeder muss von etwas leben. Ich halte es nur für bedenklich, wenn man sich durch seinen Blog finanziert. Die möglichen Folgen dazu wurden hier schon ausreichend erläutert.

  12. Also das System vom Kachingle hat mich jetzt auch nicht überzeugt. Denn es ist unter dem Strich ein Abosystem, was wie beim Spiegelfechter selbst geschrieben, von Lesern eher schlecht angenommen wird. Der einzigste Unterschied ist, dass mehrer Blogs in einem Verbund sind. (Was wieder zum Nachteil wird, wenn mein Lieblingsblog nicht dabei ist.)

    Das Abosystem zwingt den Leser ja fast schon die entsprechenden Blogs regelmäßig zu konsumieren, denn wenn ich ein als »toll« markiere, muss ich ja aufpassen, dass er auch weiterhin meinen Ansichten entspricht. Soblad das nicht mehr der Fall ist, muss ich ihn ja wieder abwählen.

    Das ganze ist meiner Meinung nach zu kompliziert, als das es angenommen wird. Denn der große Vorteil von Blogs, ist doch auch die ungezwungene Art sie zu lesen. Ich muss eben NICHT zu einer bestimmten Zeit oder an einem bestimmt Tag vorbeischauen.

  13. Mir gefällt das Kachingle‐System eigentlich ganz gut. Ich sehe aber nur eine Zukunft dafür, wenn da GEZ‐Gebühren einfließen und so auch ein ordentlicher Pott aufgestellt wird, der verteilt werden kann (was nie passieren wird).
    Von den 1000 Freiwilligen, die an so einem Abo‐System teilnehmen, auch wenn sie nicht müssen, wird nicht viel Geld zusammenkommen.

    Von daher wird es wohl auch in Zukunft keine Möglichkeit geben, dass sich unabhängiges Bloggen jemals selbst finanziell tragen wird, wenn man sich nicht zur Werbehure macht.

    Dennoch finde ich Robertos Frage interessant:
    »Hätte der Spiegelfechter als bezahlter Blogger, als Berufsjournalist also, Interesse an Wahrheit oder an dem, was sein Geldbeutel ihm erlaubt?«

    Ich würde das gerne mal als Experiment umgesetzt sehen, ob sich der Spiegelfechter als Blog, der sich selbst finanziert, verändern würde. Also, Jens, Arbeite mal an einem guten Finanzierungskonzept.

  14. Hallo zusammen,

    ich möchte als Leser fast aller der hier diskutierenden Autoren noch ein paar Gedanken beisteuern. Beim Lesen aller Diskussionsbeiträge habe ich festgestellt, dass ich eher bereit wäre für den »Spiegelfechter« etwas zu bezahlen als für »ad sinisitram« obwohl ich beide mit großem Gewinn für mich lese. Woran liegt das? Jens ist mit dem Spiegelfechter näher an klassischer, informierender, aufklärender, journalistischer Arbeit dran. Ein Artikel im Spiegelfechter spart mir viel eigene Zeit und Recherchearbeit ... dafür bin ich eher bereit zu zahlen. Robertos ist mit »ad sinsitram« ein Kommentator und Analytiker, der neue Perspektiven eröffnet. Perspektiven, die man auch als Ergebnis einer intelektuellen Diskussion gewinnen könnte. Ich möchte das nicht werten, ich stelle nur fest, dass ich für das eine eine Bereitschaft zur Bezahlung mitbringe für das andere weniger — woher dieser Unterschied rührt kann ich im Moment noch nicht richtig erfassen.

    Zum Bezahlsystem ... ein System in dem ich nach eigener Entscheidung und Freiwilligkeit dem Autor etwas zukommen lassen kann, würde ich akzeptieren. Ich mache (wenn finanziell möglich) durchaus von vorhandenen Spendenknöpfen Gebrauch. Bei einem Abosystem oder geschalteter Werbung würde ich eher aufhören zu lesen. Das ist jetzt aber nur die Meinung EINES Lesers.

    Und zum Schlussatz, der Begriff »Blogger« wird von vielen im Mund geführt. Die Tatsache eine technisch ähnliche Plattform zu nutzen macht noch keine Verwandtschaft im Geiste aus, das gilt es mancher Diskussion zu bedenken — ich selbst schreibe auch in und mit mehreren Blogs und bin dennoch kein »Blogger« ;)

    viele Grüße Aebby

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