Dialoge sind überbewertet

Bei dem ganzen politischen Gefasel hier brummt schon mein armes Köpfchen :P Deswegen habe ich mir mal einen Film angeschaut, in dem die Dialoge auf das wesentliche reduziert sind. Nämlich auf die Namen der beiden Hauptdarsteller. WAAAlleeeE und Evaaaa. Zwar ist die Geschichte nichts neues und folgt dem normalen Disney/Pixar-Schema, aber ich fande ihn um vieles besser als Ratatouille (den ich scheinbar als Einzigster in meinem Umfeld langweilig fande). Vielleicht genau wegen der wenigen Worte die gesprochen wurden, haben sich die Macher auf die Details gestürzt, die überall zu entdecken sind. Wie die Anspielungen auf andere Filme mit der Imperator-elektrifiziert-Luke-und-fällt-dann-sehr-tief-hinunter-Szene oder die Rückkehr-zum-aufrechten-Gang-mit-Also-sprach-Zarathustra.

Und damit alle zufrieden sind, wird auch noch der Zeigefinger erhoben, dass wenn wir uns freiwillig die ganze Arbeit abnehmen und uns alles von den Medien vorschreiben lassen, wir uns nicht wundern brauchen, wenn uns alles immer mehr langweilt und wir den Blick für das wesentlich verlieren.

Natürlich gab es auch schon die Vorschau auf Ice Age 3 und Madagaskar 2, aber für mich hat es erstmal wieder gereicht.  Denn Ice Age fande ich schon nicht so berauschend und Madagaskar war wohl mit Abstand der schlechtes Film dieser Branche. Pixar und Dreamworks überfluten uns ja allmählich. Die bringen doch bestimmt jeder zwei neue Filme pro Jahr plus die Nachfolger zu den Vorherigen. Puh, da sage ich doch nur Evaaaaaaaa.

P.S. *Klugscheißermodus [an]* Ach ja und an die Frau die hinter mir im Kino saß: Wall‑E macht den Startsound vom Mac und nicht von Windows. Steve Jobs hätte dem Sounddesigner sonst wohl persönlich die Ohren langgezogen. *Klugscheißermodus [aus]*

2 Gedanken zu “Dialoge sind überbewertet

  1. »Die bringen doch bestimmt jeder zwei neue Filme pro Jahr...«

    - Du sagst es, Pixar und Dreamworks machen Fließbandarbeit und das merkt man den Filmen auch an. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass ich noch nie ein richtiger Fan von Animations- und/oder »Computer«-filmen war.

  2. Die bringen doch bestimmt jeder zwei neue Filme pro Jahr…”

    - Das ist eben so nicht korrekt zumindest im Fall von Pixar. Die kommen etwa auf einen abendfüllenden Film (und ein paar Kurzfilme) alle 1 12 Jahre (und das sind ja auch noch verschiedene Teams die da zuständig sind, so dass wir von deutlich höheren Produktionszyklen ausgehen können) und ich sehe so viel Detailverliebtheit (zumindest in der Animation) gerade bei deren Werken, dass ich das für alles andere als Fließbandarbeit halte. Da natürlich viele andere auch etwas vom Kuchen abahben wollen ist der Markt inzwischen deutlich gesättigter, aber die Qualität bei Pixar scheint mir doch recht konstant zu sein (was man als Indiz für Fließbandarbeit deuten könnte). Was die Animation angeht habe ich das Gefühl wir haben es da mit Perfektionisten und Künstlern zu tun die das letzte bißchen an Qualität rausholen (allerdings auch bei quasi unbegrenztem Budget).

    Die Animation ist aber glaube ich nicht der Schwachpunkt, wenn dann ist es der allgemeine Charakter. Es gibt bei bei vielen (mainstream) CGI-Werken meist ein klares Kriterium: Familienkompatibiliät. D.h. vor allem einfache Charaktere und Aussagen gepaart mit einem guten Schuss Slapstickanleihen. Der Slapstickcharakter unterstreicht die Aussage des Blogs, denn Dialoge sind eben tatsächlich überbewertet (zumindest im entsprechenden Genre) und bringen ein Stilmittel der Stummfilmära (eben den Slapstick) wieder zum erblühen. Das ist imho die eigentlich Leistung Pixars. Die eigentlichen Inhalte sind natürlich Geschmackssache, aber auch letzendlich meistens zweckdienlich, da wir es inhaltlich eher mit auf abendfüllendes Format aufgeblähten Kurzfilmen zu tun haben und die perfektionistische Vermenschlichung von Ratten, Robotern oder Speilzeug für die Unterhaltung sorgen. Das mag zwar repetitiven Charakter haben und deshalb etwas nach Fließbandarbeit haben, wie gesagt die Details machen da den Unterschied.

    Unterschlagen sollte man nicht das durchaus auch andere Konzepte bei Computeranimationsfilmen probiert werden wie fotorealistische Ansätze (Beowulf, Polar Express) oder inhaltlich etwas gewitzere und satirischere Ansätze (Hoodwinked!). Erfolg und Qualität sind da aber meist noch unklar (wobei ich »Hoodwinked!« trotz der vermeintlich schlechtesten Animation für den besten animierten Film bisher halte). Pixar ist nur kommerziell so unangefochten am efolgreichsten, dass deren Filme quasi als Synonym für computernanimierte Filme gelten.

    P.S.: Ich finde, dass »Ratatouille« bisher der beste Pixarfilm ist, trotz und gerade auch wegen der stärksten und manchmal etwas albernen Slapstickanleihen.

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