morrowind



Wer von Morrowind eine für Rollenspielverhältnisse ungewöhnliche Story erwartet sei gewarnt, auch hier sind die üblichen Ingredienzien vorzufinden. Ihr werdet als Gefangener auf die Insel Vvardenfell transportiert und sollt euch dort bei Eurem Kontaktmann Caius Cosades melden. Wie sich herausstellen soll, breitet sich auf Vvardenfall eine seltsame Krankheit aus und außerdem fallen immer mehr Menschen einem mysteriösen Kult anheim. Natürlich seit Ihr nicht zufällig für diese Aufgabe bestimmt worden und es stellt sich heraus, dass der Imperator Euch für den "Nerevarine" hält und meint Ihr seit dazu bestimmt die Bedrohung einzudämmen.

Soweit also die übliche Rollenspielstory, aber Morrowind hat deutlich mehr zu bieten und zeigt von Beginn an wie moderne Computerspiele auszusehen und vor allem sich zu spielen haben. Nicht nur die Präsentation ist auf höchstem Niveau, die Hauptstory ist nämlich nur ein loser Faden, an dem sich der Spieler orientieren kann, ansonsten ist er völlig frei in der Erforschung der riesigen Welt und Entwicklung des eigenen Charakters. Die Freiheiten sind enorm und anfangs können die schwer überschaubaren Möglichkeiten sogar etwas zu Frustration führen, aber sobald man ins Spiel gefunden hat, kann man sich auf unzählige Stunden Spielspaß freuen. So könnt Ihr Euren Charakter in einer Ego- oder Third-Person-Perspektive durch die riesige 3-D Welt steuern. Quests können für verschieden Fraktionen und Gilden ausgeführt werden, die eigenen Fähigkeiten einfach trainiert, die Umgebung nach Dungeons und anderen lohnenswerten Locations abgesucht werden oder die Hauptstory verfolgt werden. Das Charaktersystem ist dabei entsprechend frei gehalten und bis auf leichte Einschränkungen durch Rasse und Primärskills, kann durch das einfache Anwenden von Fertigkeiten annähernd alles trainiert werden. Mit der Zeit entfaltet sich ein riesiges Geflecht von Geschichten, Mythen, Intrigen und sonstigen Subplots. Für akribische Rollenspieler gibt es unendlich Möglichkeiten den eigenen Charakter weiterzuentwickeln, soweit das zwar irgendwann der eigene Charakter übermächtig erscheint, aber die Story und Atmosphäre sorgt weiterhin für mehr als genug Motivation weiterzuspielen.

Morrowind demonstriert beeindruckend die Vorzüge moderner Computerspiele und zeigt wofür die ganze moderne Hardware gut sein kann. Der einzige Nachteil bei einem Spiel wie diesem ist, dass man tatsächlich aktuelle Hardware sein Eigen nennen muss und das viel spielerische Freiheit und die dazu passende riesige Welt auch den entsprechenden Zeitaufwand erfordert um sie auszukosten. Für wen das keine Hindernisse sind, dem sei Morrowind, bzw. inzwischen der Nachfolger Oblivion, der laut Presseberichten dem Vorgänger in Nichts nachsteht, wärmstens ans Spielerherz gelegt. Angenehmer kann man Umengen von Stunden vor dem Rechner kaum "verplempern".

Titel:The Elder Scrolls III: MorrowindErscheinungsjahr:2002
Genre:RollenspielNachfolger/Vorgänger:The Elder Scrolls: Arena (1994)
The Elder Scrolls II: Daggerfall (1996)
The Elder Scrolls IV: Oblivion (2006)
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